Ein zentraler Aspekt der Bewusstheit eines Menschen sind seine Vorstellungen davon, wie die Welt „funktioniert“, wie er in diese Welt eingebettet ist und was Grundlage seines Seins ist. Es macht einen fundamentalen Unterschied aus, ob man mit einem materialistischen oder aber mit einem spirituellen Weltbild unterwegs ist. Nach dem ersteren hat man ein Bewusstsein, nach letzterem ist man Bewusstsein. Die Bedeutung, die dahinter steckt, ist weit mehr als ein Wortspiel. Denn ein materialistisches Weltbild ist die größte Blockade dafür, die eigene Göttlichkeit zu entdecken und zu leben!

Heute vorherrschend und dementsprechend tief im Unterbewusstsein Vieler verankert ist ein materialistisches Weltbild, das davon ausgeht, dass allein die Materie existent ist. Mit anderen Worten: Der Mensch ist sein Körper. Das ist erstaunlich angesichts der Tatsache, dass die moderne Physik herausgefunden hat, dass Materie im Wesentlichen aus leerem Raum besteht, und zwar – so unvorstellbar das auch klingen mag – auch der menschliche Körper.

Hingegen gehen spirituelle Weisheitslehren – konfessionsunabhängig – davon aus, dass alle Materie ihren Ursprung in der geistigen Welt hat und die materielle Welt lediglich eine Ausdrucksform dieser geistigen Welt ist. Das Wort „spirituell“ leitet sich ab von dem lateinischen Wort „spiritus“, das Geist bedeutet. Diese geistige Welt durchdringt die gesamte irdische Welt in allen ihren Erscheinungsformen und ist aus einer Ursubstanz geschaffen, die alle für das Leben notwendige Information und Energie enthält. Dieser Ursubstanz sind viele Namen gegeben worden, insbesondere „Gott“, „Alles was ist“ und – von vielen Weisheitslehrern der Gegenwart bevorzugt – Bewusstsein. Dementsprechend ist auch der Mensch in seinem Kern Bewusstsein, und sein Körper ist lediglich eine physische Ausdrucksform davon. Mit anderen Worten: Der Mensch ist Bewusstsein und hat einen physischen Körper.

Bei der Frage, warum die Gesellschaft heute so sehr durch das materialistische Weltbild geprägt ist, habe ich an den Biologie-Unterricht in der Schule denken müssen: Wir haben gelernt, wie ein Mensch gezeugt wird, nämlich indem ein männlicher Samen eine weibliche Eizelle befruchtet. Uns ist auch beigebracht worden, was ein Embryo braucht, um sich zu entwickeln, nämlich die Nährstoffe aus dem Blut der Mutter. Aber sind das nicht eher „technische“ Aspekte? Ist nicht viel interessanter, wer diese Information in Same und Eizelle „programmiert“ hat und woher sie stammt? Woher stammt die Energie, die in den Nährstoffen im Blut der Mutter enthalten ist und die Wachstum möglich macht? Diese Fragen sind nicht einmal angerissen worden. Damit wurden unser Denken und unsere Fähigkeit, die Welt zu verstehen, frühzeitig auf eine materialistische Weltsicht beschränkt. Dieses Defizit ist zumindest bei mir auch nicht durch den Konfirmandenunterricht ausgeglichen worden.

Übrigens waren einige der bekanntesten Physiker der spirituellen Sicht verbunden. Albert Einstein hat gesagt: „Gott stelle ich mir überhaupt nicht vor, sondern begnüge mich damit, die Struktur der Welt zu bewundern, soweit sie sich unserem schwachen Erkenntnisvermögen überhaupt offenbart.“

Wenn man jetzt bei der Feststellung, dass der Mensch nicht Bewusstsein hat, sondern Bewusstsein ist, die Bezeichnung „Bewusstsein“ austauscht gegen eine andere mögliche Bezeichnung, wird vielleicht deutlicher, welch gravierenden Unterschied ein spirituelles Selbstverständnis macht: Der Mensch ist Gott! Danach verfügt jeder Mensch über göttliche Schöpferkraft.

Diese Aussage hat einige Sprengkraft, nicht wahr? Denn wenn sich jeder Mensch auch nur eines Bruchteils dieses Potentials in sich bewusst wäre und sich nicht infolge seiner mangelnden Bewusstheit durch sein Unterbewusstsein „fernsteuern“ ließe, sähe unsere irdische Welt sicherlich ganz anders aus. Es gäbe keine Menschen mehr, die unterdrückt und ausgebeutet würden, einfach weil niemand das mehr mit sich machen ließe. Und genau das ist der hochspannende Prozess, den wir heute erleben dürfen: Dass sich die Menschen nach und nach ihres Potentials bewusst werden. Spirituelles Wissen war lange Zeit geheimen Zirkeln vorbehalten um zu verhindern, dass es missbraucht wird. Heute jedoch ist es jedem zugänglich, weil die Menschen dank ihrer evolutionären Entwicklung reif und verständig genug geworden sind, mit ihren Potential verantwortlich umzugehen.

Auch wenn es Ihnen vielleicht nicht bewusst ist: Sie üben Ihre göttliche Schöpferkraft bereits aus! Alles, was Ihr Leben ausmacht, haben Sie sich selbst erschaffen, im Guten wie im vermeintlich Schlechten. Wenn Sie bereit sind, diese Verantwortung zu übernehmen, können Sie alles – wirklich alles! – in Ihrem Leben entsprechend Ihren Vorstellungen verändern. Es ist Ihre Entscheidung: Wollen Sie umdenken?

StefanBewusstsein