Nr. 1: Sind Sie zufrieden mit Ihrem Leben?

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Sie wissen es längst: Wenn Sie unzufrieden mit Ihrem Leben sind, gibt es eine einzige Person, die das ändern kann, nämlich Sie selbst. Sie selbst sitzen im Fahrersitz Ihres Lebens, und keiner – auch Gott nicht – wird Ihnen diese Verantwortung abnehmen. Warum fällt Veränderung oder auch nur darüber nachzudenken so schwer?

Ich werde hier die wichtigsten Aspekte dieser Frage beleuchten, damit Sie für sich eine bewusste Entscheidung treffen können, ob Sie wirklich alles beim Alten lassen oder aber vielleicht mal neue Gedanken oder Wege wagen wollen.

Zeit

Die Anforderungen, die das moderne Arbeitsleben an den Einzelnen in Sachen Zeit, Flexibilität und Krafteinsatz stellt, sind enorm. Außerdem fordert auch die Familie Zeit und Aufmerksamkeit. Deswegen denken Viele: „Ja, ich würde schon gern mal über Veränderung nachdenken, aber ich habe keine Zeit dafür. Vielleicht morgen.“ Der Haken daran ist: Ihr Leben kann morgen durch einen Verkehrsunfall beendet werden. Aus „Keine Zeit!“ kann ganz schnell „Zu spät!“ werden. Oder das Leben zwingt Sie durch eine Krise zur Veränderung: Morgen kann bei Ihnen eine tödliche Krankheit diagnostiziert werden. Sie verlieren unter Umständen morgen Ihren Job und sind dem Kampf um die nackte Existenz ausgesetzt. Oder ein naher Angehöriger erkrankt schwer oder stirbt. Dann wird aus „Keine Zeit!“ ein ernstzunehmendes Problem und die Veränderung um Einiges anstrengender und schwieriger. Ich möchte Ihnen keine Angst machen, sondern nur sehr deutlich vor Augen führen, dass die Denke „Keine Zeit!“ eine Entscheidung ist, die Sie jeden Tag treffen. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung, und zwar eine durchaus legitime. Mit anderen Worten: Es ist gar nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie nichts verändern wollen. Sie sollten diese Entscheidung nur jeden Tag bewusst treffen, damit Sie Ihr Leben nicht aus der Hand geben und sich fremd bestimmen lassen. Denn sonst kann es am Lebensabend duster werden. Die Angst vor dem Tod ist in ihrem Kern nichts anderes als die Angst davor festzustellen, sein Leben nicht wirklich gelebt und verschwendet zu haben. Wer ein erfülltes Leben geführt hat, sieht dem Tod mit Gelassenheit entgegen, weil er weiß, dass er nichts verpasst hat.

Angst

Veränderung macht Angst, auch wenn diese Angst oft nur diffus gespürt wird. Was man kennt, vermittelt Sicherheit, während das Unbekannte mit Ungewissheit gleich gesetzt wird. Aber ist das wirklich wahr? Was im Leben ist schon wirklich „sicher“? Wenn Sie ehrlich hingucken: Nichts! Alles – Gesundheit, Ehepartner, Job, Kinder, Haus, Auto – kann von einem Tag auf den anderen aus Ihrem Leben verschwinden. Versicherungen können allenfalls in materieller Hinsicht Absicherung bieten. Wirklich sicher ist nur eines: Das sind Sie selbst in genau demjenigen Zustand, in dem Sie jetzt gerade – in diesem konkreten Augenblick – sind. Wie fühlen Sie sich gerade? Zufrieden? Zuversichtlich? Geliebt? Im Einklang mit sich selbst und der Welt? Hätten Sie jetzt – in diesem konkreten Moment – das Gefühl, ein erfülltes Leben geführt zu haben, wenn Sie jetzt – in genau diesem Moment – sterben müssten?

Das persönliche Umfeld

Eine auch gern genommene Vermeidungsstrategie ist: „Ich würde ja gern etwas verändern, aber ich muss Rücksicht auf meine Familie/meinen Partner/meinen Job/meine Kinder nehmen und kann deshalb nichts ändern.“ Diese Strategie ist einfach nur unfair. Denn sie läuft darauf hinaus, dass Sie anderen Menschen die Verantwortung dafür aufbürden, dass Sie Ihr Leben nicht so führen, wie Sie das vielleicht eigentlich gern tun würden. Dabei gibt es nur einen einzigen Verantwortlichen für Ihr Leben, und das sind Sie selbst. Wer anderen die Verantwortung zuschieben will und mit seinem Leben unzufrieden ist, neigt leider auch dazu, die Probleme nur im Außen zu sehen und ständig an seinen Liebsten herumzunörgeln. Ein Garant dafür, mit der eigenen Unzufriedenheit auch noch andere anzustecken! Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich will Sie nicht dazu ermuntern, in Ihrem Leben ohne jede Rücksicht auf andere Veränderungen vorzunehmen. Nur schieben Sie bitte andere nicht vor, um nicht über Ihr Leben nachdenken zu müssen. Tatsache ist: Je zufriedener Sie Ihr Leben führen, desto eher sind Sie eine Bereicherung für Ihr persönliches Umfeld! Denn nur wer zufrieden ist, strahlt positive Energie in Form von Zuversicht, Glück und Freude aus und kann so ein Gewinn für andere sein. Und im ersten Schritt geht es sowieso zunächst um die lediglich theoretische Überlegung, ob und welche Veränderung in Ihrem Leben vielleicht zu mehr Zufriedenheit führen könnte.

Die Veränderung an sich

Ich will gar nicht abstreiten: Wenn Sie Ihre Lebensumstände verändern, kostet das Kraft und Zeit und löst mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Widerstand und Konflikte in Ihrem persönlichen Umfeld aus. Aber wer sagt denn, dass man tatsächlich seine Lebensumstände verändern muss, um mehr Zufriedenheit in sein Leben zu holen? In den allermeisten Fällen ist dies gar nicht nötig! Meist reicht es völlig aus, bewusst die eigene innere Einstellung zu den Umständen zu verändern, um die eigene Zufriedenheit erheblich zu erhöhen.

Ein bekanntes Gebet lautet: „Gott, bitte gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Aber auch Gott kann Gelassenheit, Mut und Weisheit nur demjenigen geben, der überhaupt bereit ist, über sein Leben ernsthaft nachzudenken.

Vor diesem Hintergrund komme ich zurück zu meiner Frage: Sind Sie mit Ihrem Leben zufrieden? Und sind Sie bereit, genauer hinzugucken?

 

 

StefanNr. 1: Sind Sie zufrieden mit Ihrem Leben?