Nr. 18: Kennen Sie das Gesetz von Ursache und Wirkung?

Das Gesetz von Ursache und Wirkung ist eines der zentralen spirituellen Gesetze, das man vollständig verinnerlicht haben und in jeder Situation des Lebens anwenden muss, wenn man ein erfolgreiches Leben führen will. Es wird gelegentlich auch als das Gesetz von Saat und Ernte bezeichnet, weil es in der Bibel heißt:

„Irrt euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ (Galater 6, 7)

Das Gesetz von Ursache und Wirkung besagt, dass jede Ursache eine Wirkung nach sich zieht, dass mit anderen Worten alles, was man tut, denkt, fühlt oder unterlässt, entsprechende positive oder negative Konsequenzen für das eigene Leben hat. Daraus folgt logischerweise, dass alles das, was Ihnen in Ihrem Leben widerfahren ist, auf Ihren eigenen Zustand, Ihr eigenes Verhalten oder Unterlassen zu einem vorangegangenen Zeitpunkt zurückzuführen ist, und zwar wirklich alles, im Guten wie im Schlechten. Es gibt keinen „Zufall“. Vielmehr „fällt“ einem nur das „zu“, was man sich selbst erschaffen hat. Es gibt auch keine „Schicksalsschläge“, die scheinbar völlig überraschend über einen hereinbrechen. Alles ist auf einen selbst und das eigene Bewusstsein zurückzuführen. Das Universum funktioniert insofern mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Sie haben also die Wahl: Sie können entweder weiterhin an Ihre Vergangenheit gekettet bleiben oder aber sich angucken, durch welche Ursache-/Wirkungs-Ketten Sie Ihr jetziges Leben erschaffen haben, um Unliebsames gegebenenfalls zu ändern.

Übernahme der vollen Verantwortung für das eigene Leben

Wenn Sie das Gesetz von Ursache und Wirkung für sich nutzen wollen, ist es notwendig, dass Sie die volle Verantwortung für Ihr Leben übernehmen, und zwar bis ins kleinste Detail. Es gibt niemanden, der Ihr Leben für Sie ändern kann. Dafür, wie Ihr Leben heute aussieht, ist auch niemand anderes verantwortlich als Sie selbst. Sie können gern Ihre Zeit damit verplempern, andere Menschen wie etwa Ihre Eltern, den Staat oder andere Autoritäten anzuklagen und mit Forderungen zu überschütten. Damit vergeuden Sie aber nur Ihre Zeit und Ihre Kraft. Beides ist besser investiert in eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was in meinem Leben funktioniert gut? Wo habe ich Verbesserungsbedarf? Lebe ich wirklich das, was mir wichtig ist und am Herzen liegt?

Da der freie Wille des Menschen unantastbar ist, ist es sogar so, dass Ihnen gegen Ihren ausdrücklichen Willen niemand helfen darf! Daran sind auch Gottes Helfer gebunden, die ohne ausdrücklich darum gebeten zu werden, nur in seltenen Ausnahmefällen eingreifen dürfen, die wiederum eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Wer zum Beispiel in einem Vorleben gewisse Verdienste erworben hat, kann unter Umständen in einer bestimmten Situation im jetzigen Leben auch ungefragt Schutz bekommen. Aber das sind – wie gesagt – Ausnahmen, die ausdrücklich in der göttlichen Ordnung so vorgesehen sind. Wer allerdings um göttliche Hilfe bittet, der wird sie bekommen. Jesus hat gesagt:

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ (Matt. 7, 7)

Nur machen Sie sich gefasst darauf, dass Ihre Bitten vielleicht auf ganz andere Art und Weise erfüllt werden, als Sie sich das vorstellen oder wünschen. Wenn Sie also Gott um Hilfe gebeten haben, ist es Ihre Aufgabe, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, damit Sie überhaupt wahrnehmen können, wo und insbesondere durch wen sich diese Hilfestellung auftut. Dafür muss man wissen: Gott wirkt am liebsten durch andere Menschen! Jemand gibt Ihnen zum Beispiel ungefragt eine Auskunft, die Sie im Gebet erbeten haben. Und manchmal kann diese Hilfe leider auch so aussehen, dass Ihnen etwas widerfährt, das Ihnen zunächst unliebsam erscheinen mag. Dann geht es darum, dass Sie eine bestimmte Erkenntnis oder Erfahrung machen müssen, um Ihrem Anliegen näher zu kommen.

Ihr Leben und was Sie erleben spiegelt Ihre innere Welt wider

Wer die volle Verantwortung für sein Leben und Erleben übernehmen will, muss sich bei jedem kleinsten Detail in seinem Leben und bei allem, was er erlebt, fragen: „Wie habe ich diese Erlebnis oder diesen Umstand in mein Leben gezogen?“ Oder: „Was spiegelt mir dieser Umstand oder dieses Erlebnis über mein Innenleben?“ Deshalb wird das Gesetz von Ursache und Wirkung oft auch als „Spiegel-Gesetz“ oder „Gesetz des Spiegels“ bezeichnet.

Manchmal ist die Kausalverbindung zwischen Ursache und Wirkung offensichtlich. Ich habe zum Beispiel meine Krise von langer Hand selbst heraufbeschworen, indem ich mit der Juristerei nicht nur ein Fach studiert habe, das mir und meinen Talenten nicht entspricht, sondern auch noch darauf bestanden habe, damit Karriere zu machen. Dabei war mir eigentlich zu Beginn meiner Berufstätigkeit irgendwie diffus bewusst, dass ich im Kern weder eine enthusiastische Juristin noch eine typische „Karriere-Frau“ bin. Ich konnte nur nicht der Versuchung widerstehen, als mir mein erster juristischer Karriere-Job – eine Anstellung in einer internationalen Kanzlei – noch vor meinem zweiten Staatsexamen quasi auf dem Silberteller angeboten wurde, was nicht vielen Juristen passiert. Das schmeichelte meiner Eitelkeit so sehr, dass ich nicht auf mein Herz hören konnte. Danach habe ich dann später nicht mehr den Absprung gefunden, weil das eine auf das andere folgte und alles immer „toller, schneller, weiter“ wurde. Meine Krise war also tatsächlich in jeder Hinsicht hausgemacht. Oder um ein anderes Beispiel zu geben: Der Vorgesetzte, der mich unter Verweis auf meine guten Arbeitsergebnisse freigesetzt und damit die Initialzündung für meine Krise gesetzt hatte (siehe meine Lebensgeschichte unter „Über mich“), wurde selbst kein Jahr später geschasst, weil er seinen Job zu gründlich gemacht hatte und damit beim Vorstand angeeckt war. So ist das mit Ursache und Wirkung: Man bekommt für das eigene lebensverneinende Verhalten immer eine entsprechende Quittung!

Dabei spielt es keine Rolle, ob einem bewusst ist, was man tut, denkt oder fühlt, oder ob einem klar ist, dass das eigene Verhalten, Denken oder Fühlen lebensverneinend ist oder nicht. Und genau deshalb ist es manchmal auch schwierig, die Ursache zu einer Wirkung zu finden: Auch lediglich im Unterbewusstsein vorhandene oder nur halbbewusste Ursachen ziehen unerbittlich früher oder später Wirkungen in das eigene Leben. Deshalb muss man manchmal ganz schön tief in sich graben und forschen, bis man die genaue Ursache für eine bestimmte Wirkung in sich ausgemacht hat. Das aber ist die Voraussetzung dafür, dass man die Ursache ändern und dadurch neue Wirkungen in sein Leben ziehen kann. Das Paradebeispiel dafür sind unbewusste Ängste: Was man unbewusst oder nur diffus bewusst fürchtet (zum Beispiel Krankheit oder Überfälle), wird sich früher oder später unweigerlich im eigenen Leben zeigen, wenn man die Angst nicht vorher aufdeckt und auflöst. Dabei könnte man die Angst durchaus erkennen, wenn man sich ehrlich anguckt, was man nach Kräften zu vermeiden versucht. Seinen unbewussten Ängsten dauerhaft aus dem Weg zu gehen, ist jedenfalls unmöglich. Früher oder später im Leben wird sich exakt das manifestieren, was man fürchtet, und spätestens dann muss man sich notgedrungen mit dieser Angst auseinandersetzen. Und genau deshalb macht man dann diese Erfahrung: Damit man die Angst auflösen kann.

Ursachen für Auswirkungen im jetzigen Leben können auch in einem vorangegangenen Leben gesetzt worden sein. Diese Tatsache beschreibt der in fernöstlichen Weisheitslehren gebräuchliche Begriff „Karma“. Wer in einem vorangegangenen Leben einen Mord begangen hat, kann zum Beispiel in diesem Leben – direkt oder mittelbar – Opfer eines Mordes werden. Mit dem Begriff des Karmas fälschlicherweise in Zusammenhang gebracht wird allerdings oft die Einstellung, mit der Menschen dieser Erscheinung begegnen. Es ist die Haltung von „Da kann man nichts machen. Das ist halt Karma!“ Diese Haltung ist ein Irrtum! Jedes Karma lässt sich auflösen. Voraussetzung ist lediglich, dass man es erkennt, die Verantwortung dafür übernimmt und geeignete Maßnahmen ergreift, um es aufzulösen. Im Beispielsfall des Mordes kann man zum Beispiel gezielt kompensatorische „Wiedergutmachung“ leisten, die dem spezifischen Unrechtsgehalt des Mordes gerecht wird – zum Beispiel durch ehrenamtliche Mitarbeit in einem Verein für Opfer vergleichbarer Straftaten –, und so verhindern, Opfer eines Mordes zu werden.

Falls Sie sich jetzt fragen: „Wie soll ich denn wissen, was ich in einem früheren Leben angestellt habe?“: Die Erfahrungen all Ihrer Leben sind in Ihren Unterbewusstsein abgespeichert. Ihre Seele hat es dort eingeprägt, als sie sich mit dem ersten Atemzug nach der Geburt in Ihren Körper niedergelassen hat. Deshalb haben Sie Zugriff auf dieses Wissen, wenn Sie sich darum bemühen. Auch werden Sie in Ihrem Leben auf Menschen und Ereignisse treffen, die der Auslöser dafür sein können, dass Ihnen dieses Wissen verfügbar wird. Sie werden dann zwar nicht alle Umstände des Einzelfalles erfahren, aber genug, um die entsprechenden Ursachen für mögliche Wirkungen aufzulösen.

Um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu erkennen, muss man mit sehr offenen und aufmerksamen Augen und Ohren durch die Welt gehen und konsequent alles, was man im Außen erlebt, mit dem eigenen Innenleben abgleichen und mit anderen Erfahrungen in Verbindung bringen. Nur dann kann man erkennen, was man in diesem Leben auflösen soll. Ich persönlich halte übrigens in diesem Zusammenhang nichts von sogenannten Rückführungen in frühere Leben, wie sie insbesondere im Zusammenhang mit Hypnosebehandlungen angeboten werden. Zum einen ist Hypnose – was oft unterschätzt wird – eine extrem tiefgreifende und dementsprechend potentiell gefährliche Maßnahme, der ich mich nicht ohne Not aussetzen möchte. Kein Mensch ist vollständig geläutert, sodass immer die Gefahr besteht, dass einem in der Hypnose Destruktivität eingepflanzt wird, mag der Hypnotiseur auf der bewussten Ebene auch noch so gutwillig sein. Zum anderen ist nicht sichergestellt, dass in der Hypnose wirklich das zum Vorschein kommt, was zur Auflösung in diesem Leben ansteht. Es kann also sein, dass jede Menge Material zum Vorschein kommt, das einen aber im besten Falle nicht weiterbringt und im schlimmsten Falle in die Irre führt. Außerdem gibt es – wie überall – schwarze Schafe, die eine Kompetenz vorgeben, über die sie nicht verfügen; deshalb wird manchmal auch einfach nur Unsinn produziert, was einen garantiert auf die falsche Fährte setzt.

Meine eigene Erfahrung ist, dass Gebete um Erkenntnis, ein aufmerksamer und reflektierter Umgang mit dem eigenen Leben und sich selbst völlig ausreichen, um das eigene Karma zu erkennen. Auch die eigenen Träume liefern insofern wichtige Erkenntnisse. Wer allerdings nicht darin nicht geübt ist, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu erkennen, wird zumindest Anfang kaum umhinkommen, sich hierfür Hilfe zu holen.

Passen Sie damit auf, was Sie in die Welt setzen!

Das Gesetz von Ursache und Wirkung ist nicht nur wichtig, um das eigene Leben zu verstehen, sondern insbesondere auch dafür, wie Sie Ihr Leben verändern und neu gestalten können. Denn das, was Sie heute säen, werden Sie morgen ernten! Wenn Sie also beharrlich an Ihrer Negativität festhalten, indem Sie sie verleugnen, wird sich Ihr Leben nicht zum Besseren ändern. Ebenso können Sie sicher sein, dass alle Negativität, die Sie in die Welt setzen, früher oder später auf die eine oder andere Art zu Ihnen zurückkehren wird. Bewusste Lebensführung bis ins kleinste Detail ist wichtig, wenn Sie Ihr Leben verändern wollen!

 

KatrinNr. 18: Kennen Sie das Gesetz von Ursache und Wirkung?