Nr. 22: Haben Sie verinnerlicht, dass Sie ein göttliches Wesen sind?

In meinen vergangenen Artikeln habe ich viel über Fehler, Schatten und Negativität geschrieben und wie man sie transformieren kann. Mir ist bewusst, dass das alles andere als sexy ist. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es keinen anderen zuverlässigen Weg zu mehr Glück, Liebe und Freiheit gibt, als sich genau diesen Aspekten in sich selbst zu stellen. Sie können morgen Ihrer Traumfrau oder Ihrem Traummann begegnen oder im Lotto 1.000.000 EUR gewinnen und werden dadurch über kurz oder lang keinen Deut glücklicher, reicher oder zufriedener werden, solange Sie nicht die Schatten in Ihrem Innenleben lichten. Im Gegenteil: Dieses unverhoffte Glück wird binnen kürzester Zeit wie von selbst verpuffen, wenn Sie nicht innerlich in sich die Voraussetzungen dafür geschaffen haben, es auch wirklich verdient zu haben. Sie haben in Ihrer Seele quasi eine Art inneren „Glücksregulator“, der dafür sorgt, dass sich die äußeren Umstände Ihres Lebens immer Ihrem inneren Zustand anpassen. Dieser Glücksregulator ist nichts anderes als Ihre göttliche Schöpferkraft, mit der Sie sich Ihr Leben erschaffen. Wenn Sie im Außen etwas „geschenkt“ bekommen, dessen Sie sich innerlich auf einer bewussten oder unbewussten Ebene nicht würdig fühlen, entsteht Schuld, die unweigerlich dazu führt, dass Ihnen das Geschenkte zwischen den Fingern zerrinnt. Eine nachhaltige Veränderung Ihres Lebens zum Positiven wird also nie allein von außen auf Sie zukommen können. Jede Veränderung hat ihre Wurzeln in Ihrem Inneren. Und wenn es dennoch einmal so aussieht, als ob jemand „unverdient“ durch Chancen oder Geschenke von außen zu dauerhaftem Glück findet, können Sie sicher sein, dass sich derjenige das vorher durch innere Arbeit verdient hat, unter Umständen auch in einem früheren Leben.

Eine oft vorhandene Blockade für die Transformationsarbeit

Zur Motivation für die Transformationsarbeit habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass all diese schwierigen Aspekte in ihrem Kern dasjenige Potential enthalten, das in Ihnen schlummert und nur darauf wartet, von Ihnen im Wege der Transformation gehoben zu werden und dadurch Ihr Leben zu bereichern. Aber solange Sie nicht selbst die Erfahrung gemacht haben, dass das tatsächlich stimmt, können Sie an einer Blockade scheitern, die es in sich hat: Von unseren Eltern haben wir alle mehr oder weniger gelernt, dass wir „gut“ sein müssen, um Liebe zu bekommen. „Schlecht“ zu sein, ist gleichbedeutend mit Liebesverlust, was in der Kindheit tatsächlich eine Gefahr für Leib und Leben, zumindest aber für das Wohlbefinden bedeutet. Das sitzt ganz tief in unseren Zellen und ist deshalb vielen nicht einmal bewusst. Und wie reagiert man vor diesem Hintergrund darauf, wenn man liest oder hört, man soll sich mit seinen Fehlern beschäftigen? Natürlich mit: „Ich? Ich doch nicht! Ich habe doch keine Fehler! Naja, und wenn schon, dann wenigstens keine schlimmen.“ Denn alles andere wird – zumindest unterbewusst – mit Tod, Vernichtung und Wertlosigkeit assoziiert. Diese Hürde können Sie nehmen, indem Sie klar vor Augen führen: Sie sind nicht Ihre Fehler. Sie sind Gott! Sie sind göttliches Bewusstsein, das als Mensch gar nicht auf dieser Erde inkarniert wäre, wenn es nicht menschliche Fehler hätte. Denn die Läuterung von diesen Fehlern ist ja gerade Sinn und Zweck der irdischen Existenz. Es kann also logischerweise keinen Menschen ohne menschliche Fehler geben, solange er nicht schon durch sehr viele Jahre der Läuterung gegangen ist oder spontan erleuchtet wurde! Sie kämen Ihrer vornehmsten göttlichen Bestimmung nicht nach, wenn Sie sich nur deshalb weigerten, Ihre Fehler anzusehen, nur weil Ihnen von Ihren sicherlich wohlmeinenden, aber eben auch mit Fehlern behafteten Eltern in der Kindheit destruktiver Unsinn eingebläut wurde. Seien Sie sich sicher: Gott liebt Sie mit allen Ihren Fehlern, Schatten und Negativitäten! Und es gibt auch genügend Menschen, die Sie trotz Ihrer Fehler lieben können. Nur einen Menschen zu lieben, der seine eigenen Fehler verleugnet und weiterhin blindlings ausagiert, das schaffen in der Tat nur sehr wenige Menschen.

Die Identifikation mit Ihrem göttlichen Bewusstsein

Der Weg in die Bewusstheit ist ein Weg tief in das eigene Innere. Denn genau dort finden Sie Ihre Göttlichkeit. Diese Göttlichkeit kann Sie mit allem versorgen, was Sie sich für Ihr Leben wünschen: Liebe, Freude, Gesundheit, Wahrheit, irdischen Wohlstand, alles, was Ihr Herz aufrichtig begehrt. Denn Ihre persönliche Göttlichkeit ist verbunden mit dem Gott, der die Quelle allen Lebens ist und über alle Informationen und Qualitäten verfügt, die es braucht, um sich ein gutes Leben zu erschaffen. Gott hat Ihrer persönlichen Göttlichkeit all diejenigen Informationen und Qualitäten zur Verfügung gestellt, die Sie brauchen, um das Leben zu führen, das Ihnen bestimmt ist. Damit erfüllt Gott tatsächlich eine Art Vaterfunktion. Denn aus der Familienpsychologie ist heute bekannt, dass Väter die Verantwortung dafür tragen, dass die Kinder sich in der Gesellschaft bewähren können, also gesellschaftliche Kontakte knüpfen, eine Ausbildung bekommen, Geld verdienen, gesellschaftliche Funktionen übernehmen können und so weiter. Hingegen ist die Aufgabe der Mütter, Kinder zu gebären, den Kindern Selbstmanagement und familiäres/intimes Zusammensein beizubringen. Trotzdem ist Gott meines Erachtens nicht männlich. Denn Gott bringt ja auch das Bewusstsein hervor und gebiert damit Leben, was eine Art Mutterfunktion und als solche unverzichtbar ist. Aber vielleicht kann man sich vor diesem Hintergrund mit dem „Vater unser“ anfreunden, weil der Aspekt, dass Gott uns wie ein Vater mit allem ausrüstet, was wir für unser irdisches Leben brauchen, für unser alltägliches Leben mehr und unmittelbarere Bedeutung hat als die Tatsache, dass Gott stetig neues Bewusstsein schafft.

Wenn Sie sich bewusst werden, dass Ihr Bewusstsein irgendwann einmal vor vielen Inkarnationen von Gott geboren worden ist, Ihr Bewusstsein eigens von Gott dafür ausgerüstet worden ist, Ihr jetziges Leben zu führen, und allein Ihre menschlichen Fehler Sie davon abhalten, Ihre göttliche Ausrüstung auch tatsächlich anzuwenden, dann erscheinen Ihre Fehler doch in einem ganz anderen Licht, oder? Und dann relativiert sich auch schnell, wie unbedeutend es eigentlich ist, was Ihre leiblichen Eltern in der Kindheit von Ihren Fehlern gehalten haben, oder? Und Gott kennt Ihre Fehler sowieso. Vor dem brauchen Sie keine Geheimnisse zu haben. Je mehr Sie sich selbst mit dem göttlichen Bewusstsein in sich identifizieren, anstatt sich selbst lediglich als Mensch aus Fleisch und Blut zu begreifen, desto mehr Abstand gewinnen Sie zu Ihren eigenen menschlichen Schwächen! Und desto einfacher wird, diese anzuerkennen, was immer der erste Schritt für Transformation ist.

Weil ich hier im Zusammenhang mit Gott von Vater- und Mutterfunktion gesprochen habe: Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, irgendwelche Parallelen zwischen Gott und Ihren Eltern oder Eltern generell zu ziehen. Denn anders als auf der irdischen Ebene gibt es auf der Ebene des Bewusstseins keinen „elterlichen Erziehungsauftrag“ oder keine „elterliche Fürsorgepflicht“. Auch wenn Gott im „Vater unser“ als Vater angesprochen wird, ist er kein Vater in dem Sinne, wie wir das hier auf der Erde verstehen. Gott hat seinen geistigen Geschöpfen von Anfang an einen freien Willen eingeräumt, und zwar ohne Einschränkungen. Auf der Bewusstseinsebene gibt es keine „Kinder“, die noch keinen freien Willen ausüben können und deshalb bei ihren Entscheidungen von ihren Eltern vertreten werden müssen. Die irdische Entwicklung vom Baby, zum Kind, über den Jugendlichen bis hin zum Erwachsenen ist ein Konstrukt, das für die Läuterung benötigt wird: In der ersten Lebenshälfte wird ein menschliches Ego mit Fehlern „aufgebaut“, damit das, was zu läutern ist, überhaupt erst einmal in den Menschen eingeprägt werden kann. Und in der zweiten Lebenshälfte geht es dann um die Läuterung. Jeder Mensch kann sich selbst entscheiden, ob der den Weg der Läuterung dann tatsächlich auch geht. Dafür bietet Gott Hilfe an – meist mithilfe von Menschen wie Heilern, Lehrern, Medien und ähnlichem –, aber nur demjenigen, der danach fragt und der danach sucht. Abnehmen wird Gott einem aber in jedem Fall nichts, erst recht keine Entscheidungen. Die eigentliche Arbeit muss der Mensch selbst tun. Denn diese Arbeit ist ja der Kern der Läuterung. Und tatsächlich läuft diese Arbeit darauf hinaus, dass Sie sich selbst Vater und Mutter werden, bevor Sie dann auf allen Ebenen keine Eltern mehr brauchen, sondern vollautonom und selbstbestimmt sind.

Wie sich Ihre göttliche Schöpferkraft entwickelt

Eine Klarstellung, damit hier keine Missverständnisse entstehen: Allein die Erkenntnis, dass Sie innerlich Gott sind, führt nicht dazu, dass Sie von einem Tag auf den anderen Ihre göttlichen Schöpferkraft bewusst lenken können. Denn tatsächlich ist es so, dass Sie Ihre göttliche Schöpferkraft schon vor dieser Erkenntnis fleißig ausgeübt haben. Wie erfolgreich Sie dabei Ihre Interessen verfolgt haben, können Sie daran sehen, wie zufrieden Sie mit Ihrem Leben sind. Denn Ihr Leben spiegelt Ihnen das Ergebnis dessen, was Sie in der Vergangenheit erschaffen haben, wieder. Wenn Sie mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sind, ist es an der Zeit, dass Sie sich angucken, wo Sie Ihre Schöpferkraft falsch eingesetzt oder selbst außer Kraft gesetzt haben. Und dieser Prozess setzt genau bei Ihren Fehlern, Ihrem Schatten und Ihrer Negativität an. Je weiter Sie in der Arbeit vorankommen, desto mehr sind Sie in der Lage, sich das Leben zu erschaffen, das Ihnen entspricht. Machen Sie sich darauf gefasst, dass Ihr Leben dann irgendwann um Einiges anders aussehen kann. Aber keine Bange: So krass wie bei mir – dass aus einer gescheiterten Karriere-Juristin eine spirituelle Lehrerin wird – muss es nicht in jedem Fall sein…

Achtung: Verwechslungsgefahr!

In der ersten Phase der Bewusstwerdung neigen einige Menschen dazu, ihre eigene Göttlichkeit dahingehend zu missverstehen, dass sie jetzt auf einmal alles wissen, alles überschauen und beurteilen können, und zwar auch Sachverhalte, die ihre Mitmenschen angehen. Da führt dann dazu, dass diese Menschen sich Urteile über andere anmaßen oder sich über andere erheben. Das ist natürlich ein fataler Irrtum! Jemand, der in seiner Läuterungsarbeit sehr weit fortgeschritten ist, kann über solches Wissen verfügen. Allerdings wird auch dieser Jemand nie unfehlbar sein, weil jeder Sachverhalt, der andere Menschen berührt, viel zu komplex ist. Das ist die Konsequenz aus der Tatsache, dass die menschliche Seele hochkomplex ist. Und wer in seiner Läuterung fortgeschritten ist, weiß das aus eigener Erfahrung auch, und wird deshalb nie für sich in Anspruch nehmen, allwissend zu sein. Umso weniger wird ein Anfänger dazu in der Lage sein. Die eigene Göttlichkeit zu erkennen und anzunehmen, bedeutet gleichzeitig auch immer, die Tatsache anzuerkennen, dass auch jeder Mitmensch göttlich ist und dafür Respekt verdient, gleich welche Fehler er hat. Tatsächlich ist es so: Je eher Sie anderen Fehler verzeihen können, desto eher können Sie auch mit den eigenen Fehlern zurande kommen. Und wenn das eigene Innenleben dann tatsächlich weitestgehend aufgeräumt ist und dadurch andere Menschen in ihrem Handeln, Denken und Fühlen tatsächlich zunehmend transparent werden, ist gleichzeitig bereits so viel Liebe freigelegt worden, dass dieses Wissen niemals missbraucht wird zu dem Zweck, andere zu maßregeln oder sich über andere zu erheben.

 

Bildquelle: www.piqs.de

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