Nr. 3: Wissen Sie, wer und was Ihr Leben bereichert?

Ich hoffe sehr, dass Ihnen zu dieser Frage spontan ganz viele Menschen, Aktivitäten und Dinge einfallen, die Sie sich reich fühlen lassen. Machen Sie doch einmal eine Liste! Und spüren Sie dann in sich hinein: Fühle ich mich reich?

Was den meisten Menschen nicht klar ist: Reichtum – sei es Reichtum an Liebe, Erfahrung, Besitz oder sonst etwas – lässt sich nicht daran festmachen, was man „von außen“ sehen kann. Reichtum ist in erster Linie eine innere Erfahrung. Wer innerlich arm ist, kann noch so viele liebe Menschen um sich herum, noch so viele Abenteuer erlebt und noch so viel materiellen Reichtum angehäuft haben, noch so erfolgreich dastehen, er wird sich trotzdem – vielleicht auch nur auf einer verborgenen Ebene – einsam, leer und mittellos fühlen. Andersherum kann ein Mensch, der ein von außen gesehen sehr bescheidenes Leben führt, sich sehr wohl steinreich und erfüllt fühlen. Mit anderen Worten: Die innere Erfahrung entscheidet, ob man reich oder arm ist. Alles andere ist erst einmal Nebensache und reguliert sich von allein so, dass Ihre äußeren Umstände Ihren inneren Zustand wiedergeben. Das weiß aber nur, wer schon einmal bewusst die Erfahrung sowohl innerer Armut als auch inneren Reichtums gemacht hat, weil nur der den Unterschied kennt.

Ich will Ihnen ein Beispiel aus meinem eigenen Leben geben, damit Sie diese Gesetzmäßigkeit hoffentlich auch in Ihrem eigenen Leben aufspüren können. Zu meinen Studienzeiten hatte ich einen großen Bekanntenkreis, der sich – darauf war ich besonders stolz – über ein ganz breites Spektrum unterschiedlichster Menschen erstreckte, so unterschiedlich, dass diese untereinander meist keinen Kontakt hatten und wahrscheinlich noch nicht einmal miteinander Kaffeetrinken gegangen wären. Aber innerlich war ich – wie ich heute fühlen kann – einsam und ängstlich. Das verbarg ich – vor anderen, aber auch vor mir selbst – hinter einer dominanten, coolen Fassade. Mein Motto war: Ich bin stark! In den schlimmsten Zeiten meiner Krise hingegen hatte ich zeitweilig nur einen einzigen regelmäßigen Sozialkontakt, eine liebe Freundin. Und trotzdem habe ich mich innerlich reich gefühlt, weil ich im Kontakt mit dieser Freundin wirklich ganz ich selbst sein konnte und durfte, ohne jede Maske und Fassade. Fast zeitgleich fiel mir auf, dass bestimmte Menschen, die mich früher angebrummelt und auf mich abweisend reagiert haben wie zum Beispiel mein Schuster, der Gemüsemann bei mir um die Ecke, die Frau im Blumenladen, der Postangestellte, auf einmal extrem freundlich, offen und ungewöhnlich hilfsbereit auf mich reagierten. Die exakt gleiche Erfahrung habe ich auch mit Blick auf materielle Dinge, Geld und äußere Erfahrungen wie etwa Reisen gemacht.

Was kann man tun, um sich innerlich reich zu fühlen? In der Bibel heißt es dazu:

„Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Lukas 17, 20)

Mit anderen Worten: Lernen Sie sich und Ihr eigenes Innenleben kennen! Erforschen Sie Ihre Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken und Gefühle. Was löst in Ihnen warum Freude aus? Wann fühlen Sie sich weshalb verletzt? Wann werden Sie wütend und warum? Überprüfen Sie, ob Ihre Weltanschauung und Ihre Glaubenssätze vereinbar sind mit dem, was Sie bewusst erreichen wollen. Gucken Sie sich Ihre Verhaltensmuster an. Warum reagieren Sie auf bestimmte Menschen oder Ereignisse gereizt?

Winken Sie gelangweilt ab und denken: „Brauch ich nicht. Ich kenn mich selbst schon in- und auswendig. Schließlich lebe ich schon seit mehreren Jahrzehnte mit mir selbst.“? Ich gebe Ihnen Brief und Siegel, dass Sie sich irren. Denn die Macht der Gewohnheit macht uns für uns selbst blind. Außerdem ändern wir uns tagtäglich durch das, was wir erleben. Wenn Sie einmal damit angefangen haben, sich selber genau zu beobachten, werden Sie feststellen, dass es in Ihrer eigenen Seele viel mehr zu entdecken gibt, als Sie in einem Leben erkunden können. Jede Seele hat unendliche Tiefe, und je tiefer man guckt, umso mehr Licht strahlt daraus hervor, umso fühlbarer wird der Reichtum.

Ich verhehle nicht, dass man dabei auch auf Dinge stößt, die sich zunächst nicht gut anfühlen oder unangenehm anzugucken sind. So etwas verdrängen wir dann gerne schnell und tun so, als ob es diesen Aspekt in uns nicht gibt. Das ist aber genau die falsche Reaktion! Denn das ist der Garant dafür, dass sich bei Ihnen nichts ändert; das betoniert den Ist-Zustand. Veränderung kann nur geschehen, wenn Sie genau darauf Ihre Aufmerksamkeit richten. So funktioniert Transformation: Schenken Sie dem, was Ihnen an sich selber nicht gefällt, immer wieder Ihre ungeteilte liebevolle Aufmerksamkeit, und der Charakterzug verblasst nach und nach, bis Sie auf einmal überrascht feststellen, dass sich Ihre Reaktion verändert hat.

Transformation ist ja als Schlagwort in aller Munde. Für mich hatte dieses Wort lange etwa Magisches, Ominöses, Unfassbares. Dabei ist Transformation tatsächlich ganz simpel: Transformation geschieht in dem Augenblick, in dem Sie Ihre Aufmerksamkeit – wie den Strahl einer Taschenlampe in der Dunkelheit – auf die Schwäche von sich richten, die Sie transformieren wollen. Diese Schwachstelle verschwindet zwar nicht gleich beim ersten Mal, sondern will mehrfach beleuchtet werden. Je tiefer sie sitzt, desto öfter muss man sie sich angucken. Aber irgendwann verschwindet sie, wenn man beharrlich dran bleibt.

Ich verspreche Ihnen: Je mehr Licht Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit in das Dunkel Ihres Innenlebens bringen, desto reicher werden Sie sich fühlen. Und nicht nur das, sondern auch sicherer, gelassener, fröhlicher, zuversichtlicher, unabhängiger, freier, liebevoller, weil alle diese Eigenschaften letztlich nur verschiedene Facetten eines erleuchtenden Bewusstseins sind. Warum das so ist, kann Ich Ihnen leider nicht erklären. Ich weiß nur, dass es stimmt, weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe.

Werden Sie sich selbst Ihr bester Gefährte, und Sie werden den sprichwörtlichen „Himmel auf Erden“ erleben!

KatrinNr. 3: Wissen Sie, wer und was Ihr Leben bereichert?