Nr. 39: Haben Sie Ihren Hass schon in Liebe transformiert?

Gerade in spirituellen Kreisen wird nichts so sehr gemieden wie die „teuflischen“ Gefühle von Hass, Feindseligkeit und Grausamkeit. Alle geben sich aus als die reinsten Engel, die ausschließlich Liebe versprühen. Ich war in mehreren Situationen peinlich berührt, weil diese angeblichen Engel dafür ihr eigenes destruktives Verhalten verleugneten und an den Tatsachen herumdrehten. Gleichzeitig habe ich dafür aber natürlich auch Mitgefühl: Die allermeisten von uns haben als Kinder gelernt, dass wir Liebe nur dann bekommen, wenn wir „gute Kinder“ sind, und „gute Kinder“ sind eben nicht hasserfüllt, feindselig und grausam. Und deswegen wollen alle Menschen „gute Kinder“ sein. Das Problem ist, dass sich durch diese Show an dem Hass nichts ändert und daran, dass er vorhanden ist. Diese vermeintlich „guten Kinder“ perpetuieren und vervielfachen den Hass nur.

Ich werde in diesem Artikel die Psychodynamik von Hass und ähnlichen Gefühlen erklären in der Hoffnung, Ihnen die Berührungsängste vor diesen ohne Frage schwierigen Gefühlen zu nehmen. Denn nur wenn Sie damit umzugehen bereit sind, können Sie diese Gefühle in Liebe transformieren. Gerade bei spirituellen Menschen wundere ich mich deshalb umso mehr, wenn sie diese Gefühle verleugnen wollen: Wie wollen sie etwas transformieren, wenn sie es wegreden?

Wie Hass „funktioniert“

Ich hatte einen großartigen Lehrer, der mir – wenn auch unfreiwillig – beigebracht hat, wie Hass funktioniert. Diese Geschichte will ich kurz aufschreiben, damit mein Artikel nicht trocken und abstrakt bleibt. Alles, was man „live und in Farbe“ lernt, bleibt besser haften, als reine Theorie.

Ich war auf einem spirituellen Kongress und hörte mir dort einen Vortrag an. Den Vortragsredner kannte ich aus anderen Veranstaltungen, es war ein spiritueller Lehrer, den ich sehr schätzte und mochte. Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass er an einem Punkt auf einmal anfing, mir mehr und mehr seiner Aufmerksamkeit zu schenken. Er wandte sich immer mehr mir zu und sprach schließlich dann fast ausschließlich in meine Richtung, als wenn das übrige Publikum gar nicht existierte. Ich war erstaunt und neugierig und machte mich innerlich auf, um seine Aufmerksamkeit aufzunehmen. Da fing er auf einmal an, eine Hassattacke über mir ergehen zu lassen, wie ich es nie zuvor in meinem Leben erlebt habe: Er brüllte mir hasserfüllt Abwertungen ins Gesicht, sein Gesicht glühte rot, und mit seinen Händen machte er eindeutig sexuelle Gesten – so, als wolle er mich am liebsten vergewaltigen. Das alles war erstaunlich geschickt so in seinen Vortrag eingebettet, dass es bei oberflächlicher Betrachtung trotzdem ein Vortrag blieb, wenn auch ein hasserfüllter. Das Ganze dauerte bis zum Ende des Vortrags an, insgesamt noch etwa 20 Minuten. Ich war geschockt und gelähmt. Erst als der Vortrag vorbei war, konnte ich fluchtartig den Raum verlassen. Mein Gehirn fing erst am nächsten Morgen wieder an, einigermaßen normal zu arbeiten. So geschockt war ich. Und dann habe ich mich gefragt: Was ist da passiert? Ich hatte diesem Mann doch gar nichts getan?

Mühselig begann ich zu rekonstruieren, was am Vortag geschehen war, an dem er auch schon einen Vortrag gehalten hatte, den ich mir ebenfalls angehört hatte. Nein, ich hatte diesem Mann wirklich nichts getan. Aber ich erkannte, dass und wie ein Missverständnis entstanden war. Die Frau, die neben mir gesessen hatte, hatte ihn öffentlich bloß gestellt und gedemütigt. Das war ihre „Rache“ dafür gewesen, dass er in dem Vortrag gesagt hatte, dass Männer intelligenter seien als Frauen. Und das hört eine intelligente Frau halt nicht gern. Ich hatte darüber nur gelacht, weil ich solche Sprüche von Männern schon kannte. Außerdem ist dieser Satz auch in gewisser Weise richtig: Männer haben grundsätzlich ein höheres rationales Denkvermögen als Frauen, nur ob das wirklich Intelligenz ist, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls hatte er wohl angenommen, dass ich mit dieser Frau, die ihn öffentlich wirklich aggressiv und massiv angegriffen hatte, „gemeinsame Sache gemacht“ hatte und deshalb für seine öffentliche Demütigung mitverantwortlich sei. Mitgefühl machte sich in mir breit. Zwar finde ich, dass es nichts gibt, was das Ausagieren von Hass rechtfertigt. Aber es ist eben menschlich, dass es trotzdem passiert.

Mit diesem Wissen ließ ich die inneren Bilder der Hassattacke noch einmal vor mir ablaufen und war fasziniert: Theoretisch wusste ich, dass die Wurzel von Hass immer ein unerfülltes Bedürfnis ist und die Angst, dieses Bedürfnis nie erfüllt zu bekommen. Mit anderen Worten: Wer hasst, tut dies deshalb, weil er etwas nicht bekommen hat, was er unbedingt haben wollte oder will. Diese Theorie war für mich bis zu diesem Zeitpunkt trockenes Bücherwissen gewesen. Auf einmal konnte ich dieses Wissen anhand der Bilder der Hassattacke dieses spirituellen Lehrers fühlen und sehen. Dazu muss ich zur Erläuterung anmerken: Dieser spirituelle Lehrer ist wirklich ein hochspiritueller Mann. Er hat eine Ausstrahlung, die ich am ehesten als „transparent“ bezeichnen würde. In ihm habe ich zum ersten Mal in meinem Leben unmittelbar die Seele eines Menschen wahrnehmen können. Bei den meisten Menschen ist die Seele durch ein knackehartes Ego abgekapselt. Aber bei ihm strahlt die Seele durch. Nicht immer natürlich, aber ab und zu. Und in den Bildern von der Hassattacke konnte ich auf einmal seine glühende Leidenschaft und sein riesiges Verlangen nach Liebe sehen, von der er glaubte, dass sie ihm verweigert und er im Gegenteil sogar auch noch angegriffen worden war.

Nachdem ich das verstanden hatte, war mir auch klar, wie ich mir diese Erfahrung selbst erschaffen hatte: Ich habe ein ähnlich riesiges Verlangen nach Liebe und hatte zu dem Zeitpunkt auch innerliche Hassattacken laufen wegen eines anderen Menschen, der mir diese Liebe nicht geben konnte oder wollte. Die ganze Szene war also nur eine Verbildlichung dessen gewesen, was in mir selbst zu diesem Zeitpunkt passierte. So kann man sich auch mit unbewussten Gefühlen die eigene Realität erschaffen.

Nachdem ich all das verstanden hatte, hätte ich zu gern mit diesem Mann Frieden geschlossen. So quasi als Symbol dafür, dass die Liebe den Hass überwinden kann. Denn ich glaube, dass solche symbolischen Handlungen das Bewusstsein der Menschheit verändern und heilen können. Wenn genügend Menschen oft genug diesen Schritt gehen, wird das Gesamtbewusstsein aller Menschen von Hass auf Liebe „umprogrammiert“. Ich bemühte mich deshalb um Kontakt zu ihm, wurde von ihm aber ziemlich ruppig abgewiesen. Ich vermute, dass er seinen Stolz und seine Scham nicht überwinden konnte. Und vermutlich hasst er mich noch heute, um nicht den Schmerz über sein eigenes Verhalten spüren zu müssen. Denn Hass ist der Schutzmechanismus der Seele gegen Schmerz. Wer hasst, kann oder muss keinen Schmerz fühlen. Hass tötet auch den Schmerz über das nicht erfüllte Bedürfnis.

Und was lernen wir noch daraus? Dass auch spirituelle Lehrer eben nur Menschen sind und Fehler haben und machen. Vollkommen war nur Jesus Christus.

Wie Sie Ihren Hass transformieren können

Durch diese Erfahrung habe ich auch gelernt, wie man Hass transformiert. Denn mein eigener Hass lag ja auf einmal wie auf einem Silberteller vor mir. Hätte ich ohne diese Erfahrung gewusst, dass ich Hass in mir habe? In jedem Fall nicht in dieser Klarheit. Ich konnte mich zwar auf einmal erinnern, dass gelegentlich innere Zornanfälle in mir getobt hatten. Aber mir war nicht klar gewesen, dass das nicht nur Zorn, sondern regelrechter Hass war. Jedenfalls kann ich Ihnen versichern, dass das, was ich nachfolgend beschreibe, tatsächlich funktioniert, weil ich es mir selbst ausprobiert habe. (Damit will ich aber nicht sagen, dass ich mit diesem Thema schon komplett durch bin!)

Der erste Schritt: Anerkennen, was ist!

Im ersten Schritt geht es darum, den Hass in sich anzuerkennen. Ein simpler Satz klärt die Atmosphäre: „Ja, ich habe Hass in mir.“ Dann spüren Sie in sich hinein: Wie fühlt sich dieser Hass an? Sie werden feststellen: Das fühlt sich gar nicht gut an. Dieser Hass kann sich auch in heftigem Zorn, in nagender Feindseligkeit oder gar Grausamkeit äußern, was sich genauso unangenehm anfühlt. Ich denke, das ist ein weiterer Grund dafür, warum diese Gefühle verleugnet werden: Weil sich die Menschen dafür taub gemacht haben, diese Gefühle spüren zu müssen, eben weil sich diese ungenüsslich anfühlen. Aber denken Sie dran: Sie können nichts transformieren, was Sie verleugnen.

Zwischenzeitig habe ich übrigens mehrfach die erstaunliche Erfahrung machen müssen, dass viele Menschen tatsächlich selbst gar nicht mitbekommen, dass sie diese destruktiven Gefühle ausagieren. Wenn Sie also von anderen Menschen auf solches Verhalten bei sich aufmerksam gemacht werden, wimmeln Sie das nicht gleich ab. Nehmen Sie das einfach auf und beobachten Sie sich in Zukunft etwas aufmerksamer, ob da nicht vielleicht was dran ist. Wie gesagt: Sie können Ihren Hass nur transformieren, wenn Sie ihn im ersten Schritt bei sich ausgemacht haben und wie er sich in Ihnen zeigt. Und halten Sie sich deshalb um Himmels willen bitte nicht für einen „schlechten Menschen“!!! Ich kann Ihnen versichern: Ausnahmslos jeder Mensch hat Hass in sich. Dass viele Menschen darüber eine dicke Schicht rosa Zuckerguss um sich herum gewickelt haben, um den Hass zu verschleiern, ändert an dieser Tatsache nichts. Im Gegenteil, das macht es nur noch schlimmer: Diese „Rosa-Zuckerguss-Menschen“ agieren ihren Hass in einer Art und Weise aus, die ich als geradezu heimtückisch empfinde, weil man sie so schwer zu fassen kriegt. Das ist die Sorte Mensch, um die ich einen riesigen Bogen mache!

Der zweite Schritt: Das Ausagieren unterbinden!

Wenn Sie den Hass in sich ausgemacht haben und erkennen können, wie er sich in Ihrem Verhalten ausdrückt, geht es als nächstes darum, dieses Ausagieren des Hasses zu unterbinden. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie sorgfältig auf Ihre Gefühle achten. Wann kippt die Stimmung innerlich in Hass um? Je bewusster Sie sind, desto feinfühliger werden Sie und nehmen auch winzige Stimmungsschwankungen in sich wahr. Und dann können Sie zu sich selbst sagen: „Stop! Ich werde diese hasserfüllte Stimmung nicht in Verhalten umsetzen!“

An dieser Stelle gibt es allerdings ein wirklich schwieriges Problem, das ich nicht unterschlagen will: Wenn Sie sich selbst zu handeln verbieten, können Sie sich gegen etwaige Angriffe anderer Menschen nicht zur Wehr setzen. Deshalb stehen Sie vor der schwierigen Entscheidung: Hass ausagieren, um sich zu verteidigen, oder stillhalten und einstecken, um keinen Hass auszuagieren? Ich selbst bin durch eine lange Phase gegangen, in der ich überwiegend still gehalten habe, um dann in eine Phase überzugehen, in der ich mit der Selbstbehauptung experimentiert habe. Dabei sind mir manchmal auch noch kleine Hassfitzel durchgeflutscht. Ich bin eben auch nur ein Mensch. Aber mittlerweile habe ich ein ganz gutes Gespür dafür, wie es sich anfühlt, jemanden objektiv und nüchtern und ohne hasserfüllte Anklage auf Fehlverhalten hinzuweisen. Und mittlerweile kann ich dabei sogar auch meine berechtigte Wut zeigen, ohne dabei in den Hass abzugleiten.

Aber das alles ist schon nicht so ganz einfach. Deshalb verzeihen Sie sich selbst, wenn Ihnen doch noch mal Hassfitzel entweichen. Sie sind auch nur ein Mensch. Und wenn Sie auf diesen Entwicklungspfaden wandern, bringen Sie weit mehr Liebe in die Welt als alle diese „Rosa-Zuckerguss-Menschen“, die so tun, als ob sie hassfrei seien. Und machen Sie sich darauf gefasst: Es sind just diese „Rosa-Zuckerguss-Menschen“, die sich selbstgerecht über andere erheben, die mit ihrem Hass in die Entwicklung gehen. Ich finde solche Menschen ausgesprochen unangenehm. Jesus Christus hat übrigens immer wieder darauf hingewiesen, dass ihm die Sünder lieber sind als die „Gutmenschen“, die vorgeben, ohne Fehl und Tadel zu sein, was menschlich unmöglich ist. Ich wiederhole noch einmal: Kein Mensch, der nicht vollständig durch diesen Transformationsprozess gegangen ist, ist frei von Hass. Denn wäre das Bewusstsein schon von Hass befreit, hätte es nicht als Mensch auf der Erde zum Zweck der Läuterung inkarnieren müssen.

Der dritte Schritt: Hass ablassen!

Ja, Sie haben richtig gelesen: Hass muss abgelassen werden, und zwar in einem geschützten Umfeld und ohne andere damit zu belasten. Denn Hass ist im Körper abgespeichert, und um ihn aus dem physischen System zu entfernen, muss er körperlich abreagiert werden. Kaufen Sie sich dafür eine Boxbirne, hacken Sie Holz oder hauen Sie auf ein Kissen ein und visualisieren Sie dabei, wie der Hass Ihren Körper verlässt. Was dabei wichtig ist: Ihr Hass hat nie etwas mit jemandem anderen zu tun. Es ist Ihr ureigener Hass. Sie sind nie gegenüber einer bestimmten Person hasserfüllt, sondern Ihr Hass ist per se in Ihnen. Denken Sie bei Visualisieren also bitte nicht: „Ich hasse ihn! Ich hasse ihn! Ich hasse ihn.“ Denn das ist genauso schädlich wie physisches Ausagieren. Auch mit Gedanken können Sie andere verletzen. Denken Sie stattdessen etwas in die Richtung von „Ich will meinen Hass loswerden! Ich will, dass er mein System verlässt.“ Und dabei ordentlich auf die Boxbirne, den Holzklotz oder das Kissen eindreschen. Sie werden sich wundern, welche Erleichterung Ihnen das verschafft! Nicht selten kommen darunter andere Gefühle wie etwa insbesondere Schmerz aus Ihnen hervor, die Sie auch gleich transformieren können, indem Sie sie voll fühlen. Lassen Sie den aufgestauten Schmerz aus sich heraus, der vom Hass nur zurückgehalten worden ist, indem Sie zum Beispiel hemmungslos weinen. Danach kehrt ein Frieden bei Ihnen ein, den Sie sich nicht vorstellen können!

Der vierte Schritt: Bedürfnis benennen und für Befriedigung sorgen!

Da die Wurzel von Hass immer ein unbefriedigtes Bedürfnis ist, ist es wichtig, dass Sie konkret benennen, welches Bedürfnis der Auslöser Ihres konkreten Hassanfalls war. Ich gebe Ihnen ein paar Beispiele aus meiner eigenen inneren Arbeit:

„Ich wünsche mir Liebe!“

„Ich will respektvoll behandelt werden!“

„Ich will ernst genommen und nicht wie ein lästiges Kind abgeschüttelt werden!“

„Ich will mir nicht mehr den Mund verbieten lassen!“

„Ich will nicht mehr von anderen Menschen dazu missbraucht werden, um deren Ego aufzuwerten!“

„Ich will nicht mehr dulden, dass andere blind ihren Hass an mir ablassen!“

Ich denke, diese Auflistung macht deutlich, dass Hass in gewisser Weise berechtigt erscheint, weil das eigentlich alles Selbstverständlichkeiten sind. Die traurige Tatsache ist allerdings, dass die Lebenswirklichkeit eine komplett andere ist. Je mehr ich mein eigenes Bewusstsein durchdringe, desto klarer sehe ich, wie sehr liebloses, respektloses, abwertendes und/oder missbräuchliches Verhalten wortwörtlich auf der Tagesordnung steht, und zwar bei vielen Menschen mehrfach am Tag. Ich habe begonnen, mich dagegen zu wehren, indem ich Fehlverhalten angesprochen habe. Nicht nur einmal hat mein Gegenüber versucht, mich mit schierer Macht oder bornierter Arroganz mundtot zu machen. Aber da wusste ich, mit wem ich es zu tun hatte, und habe diesen Menschen aus meinem Leben gestrichen. Da waren einige schmerzliche Entscheidungen dabei. Aber da ich für mich selbst entschieden habe, dass ich Liebe leben will, möchte ich dem Hass anderer Menschen keinen Vorschub mehr leisten, indem ich ihn widerstandslos hinnehme. Dass einem Hass herausrutschen kann, weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber einem Menschen zu verbieten, sich gegen hasserfüllte Angriffe zur Wehr zur setzen, weil die eigene Eitelkeit wichtiger ist, ist für mich nicht mehr akzeptabel. Hass auszuagieren ist nie berechtigt. Never ever. Wer dieses Recht für sich in Anspruch nimmt, lässt andere Menschen darunter leiden, dass er seine eigenen Bedürfnisse nicht formulieren und für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse Sorge tragen kann. Das ist einfach nur unfair.

Was damit auch deutlich wird: Sie bringen Liebe in die Welt, wenn Sie sich darum kümmern, dass Ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Denn je zufriedener Sie sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in die Verlegenheit kommen, Hass auszuagieren. Selbstliebe ist wirklich immer auch ein Akt der Liebe gegenüber anderen! Und klar muss auch sein: Sie sind dafür verantwortlich, Ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Niemand sonst.

Der fünfte Schritt: Transformation geschehen lassen!

Wenn Sie die vorangegangen Schritte immer wieder vornehmen, wenn es die Situation erfordert, werden Sie feststellen, dass Sie sie nach und nach besser beherrschen: Der Hass, den Sie ausagieren, wird weniger. Die Anlässe, die Sie zu Hass reizen, werden seltener. Und Ihr Herz kann sich gegenüber Menschen öffnen, die Ihnen gegenüber Hass ausagieren, einfach weil Sie aus eigener Erfahrung wissen, warum Menschen hassen. Sie werden spüren, dass Sie immer mehr Liebe in sich haben, und diese Liebe bringt mehr Freude und Selbstbewusstsein in Ihr Leben!

Ein letztes Wort zum schwierigen Thema „Schuld“

Wo immer in einer Seele Hass ist, ist in gleichem Maße immer auch auch Schuld. Meist ist diese Schuld genauso unbewusst wie der Hass. Diese Schuld ist es nur, die zu den unerfreulichen Nebenwirkungen im Leben eines Menschen führt: Unbewusste Selbstbestrafung, die ganz unterschiedlich aussehen kann, wie etwa Zerstörung des eigenen Körpers, andauernde Schwierigkeiten im Beruf, „Verpassen“ oder Vermasseln wichtiger Chancen oder die unbewusste Zerstörung wertvoller Beziehungen. Schuld entlädt sich nicht selten auch in physischer Krankheit und führt zu Minderwertigkeitsgefühlen oder dem Gefühl, „das Gute“ nicht verdient zu haben. Wer viel Schuld in sich hat, kann kein erfüllendes Leben führen. Und das gilt unabhängig davon, ob diese Schuld bewusst ist oder nicht! Auch deshalb ist es wichtig, den eigenen Hass zu transformieren, damit sich die Schuld gleich mitverwandeln kann.

Ich hoffe, ich habe verständlich machen können, dass Ihr Hass Sie, wenn Sie richtig damit umgehen können, direkt zur Liebe und direkt zum Glück führt. Tatsächlich ist es so: Der Weg zu Liebe und Glück geht direkt durch den Hass, den Schmerz und die Schuld hindurch. Wer versucht, eine Abkürzung zu nehmen, wird unweigerlich scheitern und allenfalls ein „Rosa-Zuckerguss“-Leben führen können.

Na, sind Sie bereit, sich dem Hass in sich zu stellen?

 

 

Widmung:

Dieser Artikel ist mit liebevollen Gedanken dem spirituellen Lehrer gewidmet, der mir das „Geschenk“ einer Hassattacke gemacht hat! Auch wenn er nicht mit mir spricht, gehe ich felsenfest davon aus, dass auch er eine Lehre aus dem Vorfall gezogen hat und jetzt mehr Liebe als zuvor in die Welt bringt!

 

 

Bildrechte: Kevin Kurz „Wendeltreppe; Bildquelle: piqs.de

KatrinNr. 39: Haben Sie Ihren Hass schon in Liebe transformiert?