Nr. 44: Kannst Du Dir selbst Freude erschaffen?

Einer der größten Irrtümer in unserer Gesellschaft ist es, dass Freude „von außen“ zu uns kommen muss, dass also im Außen etwas passieren muss, das einen erfreut, damit man dann Freude haben kann. Deshalb sind viele Menschen auf der ewigen Jagd nach der Freude von außen, die ganz unterschiedlich aussehen kann: Die Jagd nach Erfolg, die Jagd nach Frauen/Männern, die Jagd nach Abenteuer, die Jagd nach aufregenden Erfahrungen, die Jagd nach Status-Symbolen und vieles mehr. Menschen sind da sehr erfinderisch. Was die meisten nicht wissen: Es ist genau andersherum! Freude kann nur in einem selbst entstehen. Man kann dem eigenen Leben nichts von außen hinzufügen, wenn nicht zuvor innerlich dafür der Platz freigemacht wird. Und wer diese Freude innerlich in sich „wachgeküsst“ hat, wird dann irgendwann automatisch Erfahrungen in sein Leben ziehen, die es einem ermöglichen, diese Freude auch tatsächlich zu (er-)leben.

Wie der Irrtum entstanden ist, dass Freude von „von Außen“ kommen muss

Nun rate mal, woher dieser Irrtum stammt. Das sind – halt Dich fest! – Überreste aus der Zeit, als Du ein Baby und Kleinkind warst. Denn als Baby und Kleinkind warst Du in der Tat in allem, was Freude macht – wie etwa Liebe, Nahrung, emotionale und physische Wärme – davon abhängig, dass Du von Deinen Eltern = „von außen“ damit versorgt worden bist. Für ein Baby oder Kleinkind ist diese Haltung angemessen und situationsgerecht, für einen Erwachsenen nicht. Wer erwachsen ist, kann für sich selber sorgen bzw. Beziehungen zu anderen Menschen herstellen, mit denen man sich gegenseitig durch Geben und Nehmen bereichern kann.

Wenn Du liebevolle Eltern hattest, die Dir erlaubt haben, Deine eigenen Freude-Ressourcen in Dir freizulegen, haben sie Dir nach und nach den Freiraum dafür gegeben, dass Du aus Dir selbst heraus Freude produzieren konntest. Was auch immer es war, was Dir Freude gemacht hat – auf Bäume klettern, im Sandkasten experimentieren, die Barby-Puppe einkleiden, musizieren, Kaufmannsladen spielen, sportliche Betätigung: Wenn Du erleben durftest, dass Du Dir damit selbst Freude verschaffen konntest, waren das die ersten Schritte in die „Freude-Freiheit“ von Deinen Eltern.

Weniger liebevolle Eltern unterbinden das, indem sie diese Möglichkeit dafür einschränken oder gänzlich unterbinden. Manche Eltern sind so ängstlich, dass sie jeden spontanen Impuls ihrer Sprösslinge unterbinden. „Nein!“ das nicht, „Nein!“ dies nicht und „Nein!“ jenes auch nicht. Damit machen sie die Fähigkeit des Kindes, sich selbst Freude zu generieren, mehr oder weniger kaputt. Manche Eltern sind auch zu ehrgeizig wie zum Beispiel meine Mutter, die meinte, dass Pfadfinder, Klavierunterricht und Geräteturnen zu einer „perfekten“ Erziehung einer Tochter aus dem Bildungsbürgertum dazugehört, obwohl ich alles drei gehasst habe. Meine heimliche Begeisterung galt dem Ballett, das ich damals durch eine Freundin kennen gelernt hatte. Aus mir wäre zwar nie eine große Ballerina geworden, aber tatsächlich glaube ich heute, dass etwas wie Ballett mich als Kind in der gesunden Entwicklung meiner Persönlichkeit unterstützt hätte: Keine Konkurrenz, verspielt, körperzentriert und so richtig was „für kleine Mädchen“. Aber weil meine Mutter mich mit diesen „Klein-Mädchen-Bedürfnissen“ nicht wahrnehmen konnte, weil ihr selbst das in ihrer Kindheit verwehrt worden war, gab es kein Ballett für mich.

So widersinnig es auf den ersten Blick klingen mag: Ich denke, dass eher nachlässige Eltern für ein Kind sogar von Vorteil sein können, weil es dadurch mehr Freiheit gehabt haben kann, sich selbst und die eigenen Quellen der Freude zu erkunden und zum Beispiel stundenlang durch den Wald zu streifen oder mit anderen Kindern zu spielen. Wer in seiner Kindheit keinen oder nicht genug Freiraum hatte, die eigenen Freude-Ressourcen zu entdecken und zu erforschen, wird erst einmal daran arbeiten müssen, im ersten Schritt herauszufinden, was überhaupt in einem Freude aktiviert, und im zweiten Schritt sich selbst die Freude zu erlauben, die die Eltern damals verboten haben.

Die „Crux“, warum es so schwer ist, die Freude in sich zu finden

In Deinem göttlichen Kern bist Du Freude und Liebe pur! Alles, was Dich davon abhält, sind die Seelenschichten darum herum, in denen diese göttliche Qualität ins Gegenteil verzerrt worden sind. Wodurch diese Verzerrung entstanden ist? In diesem Leben war es die Erziehung Deiner Eltern. Aber Deine Eltern hast Du Dir vor dieser Inkarnation exakt deshalb ausgesucht, damit sie Dir mit ihrer Erziehung bestimmte Verzerrungen in Deine Seelensubstanz einprägen konnten. Mit anderen Worten: Deine Eltern aktivieren in Dir nur das, was Du Dir zu Läuterung in diesem Leben vorgenommen hast.

In meinem eigenen Leben kann ich tatsächlich sehen, wie Gott dafür gesorgt hat, dass meine Eltern mir nicht „mehr Last“ aufbürden konnten, als ich hätte verkraften können oder müssen. Gott hat dafür gesorgt, dass ich in meiner phasenweise alles andere als einfachen Kindheit eine Kinderfrau hatte, die das Wertvollste in mir „gerettet“ hat. Ich bin mir sehr sicher: Ohne diese Kinderfrau würde ich heute nicht diesen Artikel schreiben können, weil ich mich vor lauter Verzweiflung schon längst von einer Brücke gestürzt hätte. Was ich damit sagen will: Du kriegst in Deiner Kindheit wirklich nur das an „Last“ ab, was Du erst tragen und dann auflösen kannst.

Was Dich von Deiner eigenen inneren Freude fern hält

Im Wesentlichen gibt es drei Themenbereiche, die Dich von Deiner inneren Freude fernhalten. Jeder dieser drei Themenbereiche hat es – wie ich aus eigener Erfahrung weiß – in sich, und dabei muss jeder seinen eigenen Weg finden. Deshalb kann ich hier nur Lösungen andeuten. Mir geht es in erster Linie darum, Dich mit einer „Landkarte“ zu versorgen, damit Du weißt, was Du im Blick haben musst, wenn Du Dich für Deine innere Freude öffnen möchtest.

EIN MANGEL AN EIGENVERANTWORTUNG

Das erste Stichwort ist „Eigenverantwortung“: Wenn Du Freude leben willst, ist es unerlässlich, dass Du auf allen Ebenen die Eigenverantwortung für Dich und Dein Leben übernimmst. Das umfasst viel mehr, als den meisten bewusst ist. Ich will hier nur die allerwichtigsten Aspekte auflisten, um Dir eine Orientierung dafür zu geben, wo Du an diesem Punkt Defizite haben könntest:

  • Ich allein – und niemand sonst – bin dafür verantwortlich, mir Freude in meinem Leben zu erschaffen.
  • Ich allein– und niemand sonst – bin dafür verantwortlich, die vielleicht schwierigen Erfahrungen in meiner Kindheit aufzuarbeiten, zu verstehen und aufzulösen. Insbesondere meine Eltern entlasse ich aus jeglicher Verantwortung, weil ich weiß, dass sie ihr Bestes gegeben haben.
  • Ich allein – und niemand sonst – bin dafür verantwortlich, mein Leben auf allen Ebenen organisatorisch in den Griff zu kriegen. Dabei geht es um die „großen Themen“ wie wirtschaftliche Unabhängigkeit, Gesundheit und Ernährung, aber auch um die „kleinen Themen“ wie Ordnung, Sauberkeit und „anständige Verwaltung“ wie etwa die Abgabe der Steuererklärung.
  • Ich allein – und niemand sonst – bin für alle meine Gefühle verantwortlich.
  • Ich allein bestimme, wie und was ich in diesem Leben leben und erleben will. Wie andere Menschen das finden und beurteilen, spielt für mich keine Rolle. Mich interessieren auch keine „gesellschaftlichen Gepflogenheiten“ oder andere „Standards“, weil ich meine Regeln für mein Leben selbst definiere. Bei diesen Regeln nehme ich selbstverständlich Rücksicht auf die Interessen und Bedürfnisse anderer Menschen, weil ich mir wünsche, dass auch andere Menschen meine Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen.
  • Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass es vieles an Glaubenssätzen und Einstellungen in mir gibt, die eigentlich nicht „zu mir gehören“. Ich will meinen eigenen Weg finden.
  • Ich weiß, dass allein ich für mein Glück verantwortlich bin. Wenn ich unglücklich bin, bin ich schlau und demütig genug, um mir Hilfe von außen zu holen. Ich bin mir bewusst, dass diese Hilfe nie meine Probleme lösen kann, aber sie kann mir helfen, meine Lösung für meine Probleme zu finden.
  • Ich weiß, dass ich für meinen Weg vielleicht das eine oder andere opfern muss, das andere Menschen vielleicht für erstrebenswert halten. Dabei geht es nie um Opfer um der Opfer willen. Opfern allein macht aus keinem Menschen einen glücklichen Menschen. Sondern es geht darum herauszufinden: Wer oder was hilft mir in meiner Entwicklung? Wie kann ich diese Menschen, Bücher oder Erfahrungen finden? Wer oder was hindert  mich daran, um das Leben zu führen, das ich führen will? Das lasse ich los.

Es gibt eine direkte Korrelation zwischen dem Maß, in dem Du Eigenverantwortung für Dich und Dein Leben übernommen hast, und Deiner Fähigkeit, Freude zu erleben. Warum das so ist, ist ein bisschen komplizierter. Deshalb werde ich es in einem meiner nächsten Artikel erläutern, um diesen Artikel nicht zu überfrachten. Wichtig ist mir an dieser Stelle nur, dass Du Dir einprägst:

Ich kann nur in dem Ausmaß Freude erleben, wie ich für mich und mein Leben die volle Verantwortung übernommen habe.

Wer die volle Verantwortung für sich und sein Leben übernommen hat, kann erst dann auch präzise erkennen, dass nur sehr wenige Menschen diesen Schritt für sich getan haben. Die allermeisten Menschen können zwar wirtschaftlich für sich selbst sorgen, aber insbesondere was das emotionale Wohlbefinden anbelangt, laufen da draußen viele Menschen herum, die hemmungslos versuchen, sich ihre „Erlösungswünsche“ von anderen erfüllen zu lassen. Wenn Du diese unerfüllbaren Erfüllungswünsche erkennen kannst, weil Du für Dich die volle Eigenverantwortung übernommen hast, wird es Dir möglich sein, diese destruktiven Erfüllungswünsche anderer Menschen freundlich, aber bestimmt zurückzuweisen oder ins Leere laufen zu lassen. Du wirst Dich nicht mehr verheddern in ein unübersichtliches Netz von Schuld, Empörung und Verunsicherung, weil Du diffus spüren kannst, dass da jemand von Dir etwas verlangt, das Du zu leisten außerstande bist, weil es Ding der Unmöglichkeit ist.

Insofern machen übrigens insbesondere auch Eltern vor ihren Kindern und Vorgesetzte vor ihren Mitarbeitern nicht halt: Da wird die angeblich „überlegene Autoritätsrolle“ dafür missbraucht, um einen Ausgleich emotionaler Defizite wie Unglücklichsein, Unsicherheit oder mangelndem Selbstwert zu erzwingen. Rechtfertigt das die angeblich überlegene Autoritätsrolle? Ganz sicher nicht, weil das nicht funktionieren kann. Es ist Missbrauch der Autoritätsrolle!

„ALTLASTEN-GEFÜHLE“

Bei genauerer Betrachtung ist die Notwendigkeit, „Altlasten-Gefühle“ zu fühlen und aufzulösen, lediglich ein Aspekt des Themas „Eigenverantwortung“. Denn allein Du trägst die Verantwortung für alle Deine Altlasten-Gefühle. Warum ich diesen Aspekt trotzdem gesondert herausgreife: Der Block der Altlasten-Gefühle kann wirklich ziemlich schwierig sein, weil da alles drin ist, was sich alles andere als „gut“ und nach Freude anfühlt: Schmerz, Wut, Hass, Frustration, Verzweiflung, Schuld, Traurigkeit, das Gefühl der ungerechten Behandlung und vieles mehr. In jedem Fall ist er eine Riesenblockade dazu, Freude und Erfüllung zu spüren und damit auch zu erfahren.

In meiner eigenen inneren Arbeit bin ich dabei nicht nur einmal an meine Grenzen gestoßen. Als das größte Problem habe ich es empfunden, dass viele alte Gefühle in mir wie eingefroren und damit betäubt waren. Immer, wenn diese alten Gefühle in mir angetitscht worden sind, habe ich mich ohnmächtig, hilflos und ausgeliefert gefühlt. Wie gelähmt. Und das war für mich persönlich das schlimmste Gefühl überhaupt.

Ich bin bei diesem Gefühl oft „ausgebüchst“, weil ich meinte, es nicht ertragen zu können. Mein Leben hat mich trotzdem immer wieder und immer wieder gezwungen, immer wieder genau da rein zu gehen. Und irgendwann war ich an dem Punkt: Oh ja, jetzt ertrage ich sie, und ich kann sehen, wie sie nachlassen einfach nur deshalb, weil ich ihnen meine volle Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Ich kann Dir eines versichern: Wenn Du Dein „Los“ annimmst und Dich diesen alten Gefühlen stellst, wirst Du mehr Freude erleben als die meisten Menschen. Es ist wirklich so: Jedes „schwierige Gefühl“ trägt in sich das Potential für Freude und Liebe, wenn man es transformiert. Wenn man das vermeidet, schneidet man sich in exakt gleichem Maße Freude und Liebe ab.

REBELLION

Rebellion ist eigentlich auch nur ein weiterer Aspekt der Eigenverantwortung. Um sie bei sich selbst erkennen zu können, muss man jedoch wissen, dass es sie gibt und wie sie aussieht. Deshalb will ich auch sie gesondert ansprechen.

Wird einem Kind zu viel Pflichterfüllung abverlangt und zu wenig Freude gegeben oder gestattet, fängt es an zu rebellieren. Diese Rebellion kann offen zutage treten, indem das Kind laut protestiert und sich widersetzt. Wird es dafür von den Eltern (zum Beispiel mit Liebesentzug) bestraft, wird es die Rebellion jedoch unterdrücken und mit innerem Rückzug reagieren. Beobachte Dich selbst einmal, wie Du darauf reagierst, wenn Du etwas nicht machen willst, was Du eigentlich tun müsstest: Schreit es innerlich in Dir laut „Nein, ich will nicht!“? Oder tauchst Du dann in Deine Gedankenwelt ab? Beides sind Reaktionen gegenüber den verinnerlichten Eltern, denen Du Dich widersetzen willst. Bei mir selbst kann ich sehen, wie ich früher mich in meine Bücherwelt zurückgezogen habe. Erst als meine Gefühle einigermaßen aufgetaut waren, schrie ich dann auf einmal innerlich laut „Nein, nein, nein und nochmals nein!“. Heute bin ich bei einem gelegentlichen „ne, ich will nicht“ in Zimmerlautstärke angelangt.

Dass Rebellion kein erwachsenes, eigenverantwortliches Verhalten ist, liegt auf der Hand, oder? Aber tröste Dich: Fast alle Menschen haben damit Probleme. Es geht nur darum, damit konstruktiv umzugehen.

Was in jedem Fall nicht konstruktiv ist: Sich entweder zu zwingen, entgegen dem eigenen Widerwillen zu handeln. Denn dann baut man innerlich Feindseligkeit auf, die der Freude nicht förderlich ist und zu allem Übel dann auch noch oft an anderen Menschen ausgelassen wird. Oder aber sich der Rebellion hinzugeben und die Pflichterfüllung zu verweigern. Das führt nämlich unweigerlich zu unerfreulichen Konsequenzen wie etwa einer verschlampten Wohnung, behördlichen Bescheiden (zum Beispiel wenn man seine Steuererklärung einfach nicht macht) oder Gesundheitsschäden.

Die Lösung liegt darin, dass Du im ersten Schritt Dich selbst mit Deiner kindischen Rebellion annimmst und sie in jeder Facette verstehst: Wieso und warum hast Du als Kind rebelliert? Und wogegen genau? Wie hast Du Dich damals gefühlt? Was hättest Du Dir damals gewünscht? Vielleicht hilft es Dir, mit diesem inneren Kind in Dir zu sprechen. Gib ihm die Aufmerksamkeit, die es braucht, damit es sich gesehen und gehört fühlt. Und dann fang an, dem Kind klar zu machen, dass das, was zu tun ansteht, in seinem ureigensten Interesse ist. Bei ganz besonders unangenehmen Sachen kann es auch mal helfen, dem Kind eine „Belohnung“ zu versprechen. Tatsächlich mache ich das manchmal mit mir selbst, wenn gar nichts mehr hilft. Dann sage ich zu mir: „Komm, wir machen jetzt unsere Steuererklärung, und danach gehen wir Eisessen. Ist das ein Deal? Au ja!!!“ Aber das darf man natürlich nicht zu oft machen, weil dann das innere Kind nie erwachsen wird. Denn Ziel muss es ja sein, dass das innere Kind „nachreift“ zu einem verständigen Erwachsenen, der freiwillig seine Angelegenheiten erledigt in der Erkenntnis, dass das nun mal zu einem Leben in unserer Sphäre der Materie dazugehört.

Sei bitte geduldig, nachsichtig und liebevoll mit Dir selbst!

Den Prozess, den ich hier beschrieben habe, kann man natürlich nicht von heute auf morgen abhaken. Er dauert einfach seine Zeit. Wie lang genau, lässt sich nicht verallgemeinern, weil jeder Mensch anders gestrickt und unterschiedlich konsequent ist.

Mit dem bewussten Willen kannst Du eine Menge erreichen, wenn Du gezielt und mit Entschlossenheit an Dir selbst arbeitest. Dir muss aber bewusst sein, dass die Veränderungen, von denen ich oben geschrieben habe, sich zu einem guten Anteil der Steuerung des bewussten Willens entziehen. Das gilt insbesondere für Gefühle. Die verändern sich in ihrer eigenen Geschwindigkeit, auf die Du nicht nur keinen Einfluss nehmen kannst, sondern auf die Du vor allen Dingen keinen Einfluss nehmen darfst!!! Wenn Du Deine Gefühle „zwingen“ willst, legst Du jede Entwicklung in Dir lahm. Deine Gefühle brauchen Deine Aufmerksamkeit, Dein Mitgefühl, Deine Geduld und insbesondere Deinen Respekt. Nur dann werden sie sich nach und nach transformieren.

Die Ergebnisse dieser Arbeit wirst Du nicht von einen Tag auf den anderen sehen oder erleben können. Wenn Du aber in größeren Abständen auf Dein gesamtes Wohlbefinden guckst, wirst Du Unterschiede feststellen, wenn Du gut gearbeitet hast. Und das solltest Du auch unbedingt tun: Es ist wichtig, den eigenen Fortschritt ab und an bewusst zu sehen und festzustellen. Denn nur dann weißt Du, dass Du alles richtig machst. Außerdem motiviert es ungemein, wenn man positive Veränderungen in sich feststellt.

Diese positiven Veränderungen in der eigenen Innenwelt werden sich irgendwann auch in positiven Veränderungen in Deinem Leben im Außen auswirken. Aber dafür braucht es noch mehr Geduld. Und vielleicht auch noch weitere Arbeit auf anderen Baustellen in Deinem Innenleben. Wer sich zum Beispiel Liebe zu einem Partner wünscht, muss verstehen, wie Liebe funktioniert. Wer sich wirtschaftlichen Erfolg wünscht, muss sich vielleicht zusätzlich noch seine ganz spezifischen Glaubenssätze zu Geld und Erfolg angucken und diese auflösen. Was ich hier beschrieben habe, ist gewissermaßen die Basis-Arbeit für alles, was im Leben Freude machen kann. Für spezifische Erfüllung braucht es zusätzlich noch den spezifischen Fokus.

Das alles klingt langwierig, kompliziert und schwierig, nicht wahr? Tja, so ist das im Leben: Es gibt nichts umsonst im Leben, alles hat seinen Preis. Aber macht es nicht Hoffnung, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, sein Leben von Grund auf neu zu erschaffen? Ich habe mir im Bereich der geistigen Heilung fast alles angesehen, was der Markt zu bieten hat, und zwar auch viele Schnellkoch-Rezepte, die schnelle Lösungen versprechen. Ich will gar nicht abstreiten, dass diese Anleitungen für überschaubare Einzelprobleme funktionieren und wende selbst einige davon an. Aber ich persönlich halte für ausgeschlossen, dass man allein damit sein Leben grundlegend verändern kann. Probiere es einfach aus und bilde Dir Deine eigene Meinung! Das Wichtigste ist, dass Du Dir selbst Klarheit darüber verschaffen musst:

Willst Du alles dafür tun, um Dir selbst in Deinem Leben mehr Freude zu erschaffen?

Wenn Du diese Entscheidung für Dich getroffen hast, wird alles Weitere sich finden. Wer einen Schritt auf Gott zugeht, dem kommt Gott zehn Schritte entgegen!

 

 

Bildrechte: D. Sharon Pruitt „Unedited Pretty Birthday Party Balloons on Blue“; Bildquelle: www.piqs.de.

KatrinNr. 44: Kannst Du Dir selbst Freude erschaffen?