Nr. 52: Weißt Du, was Männer bei Frauen und Frauen bei Männern suchen?

Hui, das ist ein heißes Eisen, das ich hier jetzt angeschnitten habe, nicht wahr? Denn nach meinen Beobachtungen bereitet heute nichts so viele Schwierigkeiten wie das Verhältnis der beiden Geschlechter zueinander. Das liegt daran, dass der Anspruch an eine Partnerschaft heute so hoch ist: Die Familie als wirtschaftliche, soziale und fortpflanzungstechnische Zweckgemeinschaft hat mehr oder weniger ausgedient. Der Anspruch heute ist: Es soll Liebe sein!!! Dabei gibt es über nichts so viele Irrtümer wie über die Liebe! Erschwerend hinzukommt: Die meisten Menschen wissen noch nicht einmal, was typisch weiblich und was typisch männlich ist, geschweige denn, dass sie ihre eigene Geschlechtlichkeit verwirklicht haben und leben. Fast alle – Männer wie Frauen – sind meiner Einschätzung nach innerlich verunsichert und verwirrt. Mit diesem Artikel möchte ich Dir ein paar meiner Gedanken zu diesem Thema anbieten, damit Du darüber mal für Dich selbst reflektieren kannst.

Die Bedeutung der Liebe zwischen Mann und Frau aus spiritueller Sicht

Wie die meisten, die sich schon ein bisschen mit Spiritualität befasst haben, wissen, ist das Bewusstsein eines jeden Menschen an sich nur ein halbes geistiges Wesen. Weil wir in einer Sphäre der Dualität leben, sind die geistigen Wesen noch zweigeteilt, nämlich in eine mehr weibliche Hälfte und in eine mehr männliche Hälfte. Diese Zweiteilung des Bewusstseins ist irgendwann einmal dadurch entstanden, dass sich das ursprünglich vollständige Wesen aufgrund einer freien Willensentscheidung von Gott entfernt hat. Denn jede Entfernung von Gott führt zu Zersplitterung. Weil diese Entfernung von Gott ein chaotischer Prozess war, ist die Teilung zwischen männlichem und weiblichem Anteil niemals exakt auf der Trennlinie zwischen männlich und weiblich verlaufen, sondern erratisch. Deshalb gibt es in jeder männlichen Hälfte auch mehr oder weniger weibliche Anteile und – andersherum – in jeder weiblichen Hälfte auch mehr oder weniger männliche Anteile. Die eher männlichen Hälften inkarnieren in der Regel – aber nicht immer – als Männer, die eher weiblichen Hälften inkarnieren meistens als Frauen.

Männliche wie weibliche Hälften wissen innerlich, dass sie zu ihrer eigenen Vervollständigung ihre andere Hälfte brauchen. Das erklärt die Anziehung zwischen Mann und Frau und den Wunsch, sich miteinander zu vereinigen. Allerdings kann die Vereinigung der Bewusstseinshälften auf spiritueller Ebene erst stattfinden, wenn beide Hälften den Zyklus der Inkarnationen vollständig durchlaufen haben und jede Hälfte für sich vollständig geheilt ist. Die Liebe zwischen Mann und Frau auf der Erde kann also bestenfalls einen Vorgeschmack darauf geben. Aber sie ist aus spiritueller Sicht trotzdem von großer Bedeutung: Denn in der Beziehung zwischen Mann und Frau können beide Hälften lernen zu lieben. Und ist das Bewusstsein eines Menschen vollständig auf Liebe ausgerichtet, tritt Heilung ein, was wiederum Voraussetzung dafür ist, dass die Vereinigung des Bewusstseins zu einem vollständigen spirituellen Wesen in der geistigen Welt stattfinden kann.

So gesehen ist die Liebe zwischen Mann und Frau nicht nur ein „nice to have“ im irdischen Leben, sondern aus spiritueller Sicht tatsächlich eine Entwicklungsaufgabe, die zum Pflichtprogramm eines jeden Bewusstseins gehört und der sich jedes Bewusstsein früher oder später irgendwann einmal stellen muss. Ob diese Entwicklungsaufgabe für Dich in diesem Leben ansteht, weißt Du innerlich entweder schon oder wirst es im Verlaufe Deines Lebens noch herausfinden. Wichtig ist, dass Du diese Information im Hinterkopf behältst und Dein Leben daraufhin aufmerksam beobachtest. Denn wer sein spirituelles Pflichtprogramm – bewusst oder unbewusst – vernachlässigt, muss mit Krisen sowohl im irdischen Leben als auch in der spirituellen Entwicklung rechnen.

Autonomie auf allen Ebenen ist Voraussetzung für jede Partnerschaft!

Auch wenn – wie wir oben gesehen haben – in jedem Menschen nur eine „Bewusstseinshälfte“ eines spirituellen Wesens repräsentiert ist, ist das Bewusstsein eines jeden Menschen ausreichend mit männlichen wie weiblichen Anteilen ausgerüstet, um auf der Erde allein überleben zu können. Komm also gar nicht erst auf die Idee, dass Du ohne Deine oder wenigstens irgendeine „andere Hälfte“ nicht mit Deinem Leben zurechtkommen kannst. Das glatte Gegenteil ist der Fall: Eine erfüllende Partnerschaft kannst Du nur erleben, wenn Du allein voll überlebensfähig und deshalb innerlich wie äußerlich unabhängig bist. Die klassische Versorger-Ehe, bei der Papa fürs Geldverdienen zuständig ist und Mama sich um die Kinder kümmert, ist aus spiritueller Sicht also absoluter Murks! Dass sich dieses Modell trotzdem über Jahrhunderte hinweg gehalten hat und auch immer noch verbreitet ist, zeigt nur, dass unsere Gesellschaft auf allen Ebenen – nicht nur in den Familien, sondern auch in der Arbeitswelt – deutliche Entwicklungsdefizite aufweist. Aber wenn Du persönlich Dich um Deine spirituelle Entwicklung kümmerst, werden diese gesellschaftlichen Defizite keine Auswirkungen auf Dein Leben haben. Denn Du erschaffst Dein Leben mit Deinem Bewusstsein ungeachtet dessen, was das draußen los ist. Es ist genau andersherum: Wenn Du mit gutem Beispiel vorangehst, wirst Du positiven Einfluss auf das kollektive Bewusstsein nehmen. Wenn Du also noch in einer Versorgerehe fest hängst – gleich ob in der „Versorger-Papa“- oder in der „Kümmer-Mama-Rolle“ -, kann ich Dir nur dringend ans Herz legen, darauf hinzuarbeiten, dass „Mama“ wirtschaftlich unabhängig wird. Das gilt natürlich auch dann, wenn die „Mama-Rolle“ in Deiner Familie entgegen der Gewohnheit vom männlichen Part besetzt ist. Denn wenn in einer Beziehung ein wirtschaftlicher Zwang herrscht, kann die Liebe auf Dauer unmöglich gedeihen. Das mag vorübergehend funktionieren. Aber wenn langfristig bei einem Streit die Möglichkeit, die Beziehung notfalls auch zu verlassen, aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten ausgeschlossen oder schwierig ist, entsteht bei demjenigen, der einlenkt, unweigerlich – wenn auch vielleicht nur unterbewusst – Feindseligkeit, weil er oder sie sein Zugeständnis nicht vollständig freiwillig gemacht hat. Und Freiwilligkeit ist kennzeichnend für die Liebe: Liebe lässt sich nicht zwingen. Liebe lässt frei.

Neben der wirtschaftlichen Unabhängigkeit will ich auch noch kurz die emotionale Unabhängigkeit ansprechen, deren Bedeutung und Wichtigkeit meiner Einschätzung von den allermeisten Menschen unterschätzt wird. Das ist ein recht umfangreiches Thema, über das ich irgendwann auch noch mal einen eigenen Artikel schreiben werde. Im Kern geht es darum, dass man in seinem Selbstwertgefühl nicht mehr grundlegend erschüttert werden kann, wenn die Beziehung zerbricht, der Partner einem nicht mehr die gewünschte Aufmerksamkeit widmet oder gar fremdgeht. Denn wer emotional abhängig ist und deshalb Zugeständnisse macht, baut innerlich ebenfalls – vielleicht wieder auch nur unterbewusst – Feindseligkeit auf, weil das keine wirklich freiwilligen Zugeständnisse sind.

Die unbewusst sich aufhäufende Feindseligkeit kann sich zu einem geradezu tödlichen Teufelskreis entwickeln: Denn wer immer mehr unfreiwillige Zugeständnisse macht und deshalb innerlich immer feindseliger wird, demontiert damit langsam, aber stetig den Respekt vor sich selbst. Denn wer kann schon Respekt vor sich selbst haben, wenn er oder sie sich in einer Weise verhält, dass sich innerlich negative Gefühle breit machen? Zumal wenn diese negativen Gefühle unweigerlich auch noch Schuld entstehen lassen? Dann wird das ohnehin eher schwache Selbstwertgefühl zusätzlich noch von dem schwindenden Selbstrespekt untergraben. Dieser Prozess kann schlimmstenfalls letztlich im Totalzusammenbruch der Persönlichkeit enden.

Wie sich Männlichkeit einerseits und Weiblichkeit andererseits zueinander verhalten

Ich habe hier – anders als in der Überschrift – bewusst die Männlichkeit der Weiblichkeit gegenübergestellt und nicht die Männer den Frauen. Denn – wie oben schon geschrieben – jeder Mensch trägt männliche wie weibliche Züge in sich. Ein Aspekt der Heilung ist, die inneren männlichen wie weiblichen Anteile in der eigenen Persönlichkeit so zu organisieren, dass die eigene Geschlechtlichkeit gelebt werden kann. Ich selbst habe zum Beispiel einige männliche Anteile wie etwa Führungsstärke, Initiative und Durchsetzungskraft. Ich schätze diese Eigenschaften an mir sehr, sage aber selbstkritisch über mich selbst, dass ich sie zwischen meinem 32. Und 36. Lebensjahr deutlich überbetont gelebt habe. Ich war ein besserer Mann als die meisten Männer: Sehr schnell, sehr durchsetzungskräftig und sehr hart, leider auch gegenüber Menschen. Wenn ich zurückdenke, schäme ich mich immer ein bisschen für mich selbst. Aber ich denke, diese Eigenschaften sollten bei mir ans Tageslicht kommen, weil ich sie für die enorme berufliche Aufgabe, die ich damals gestemmt habe, brauchte. Über diese Aufgabe sage ich nämlich auch, dass die wenigsten Männer sie so schnell bewältigt hätten wie ich. Heute bin ich immer noch führungsstark, initiativ und durchsetzungskräftig, nehme mich aber sehr viel mehr zurück und lebe diese Eigenschaften manchmal auch nur eher zwischen den Zeilen. Außerdem habe ich meine weiblichen Eigenschaften wie Nachsicht und Geduld gestärkt. Interessanterweise hat mich auch dazu wiederum das Leben angeleitet. Oder gezwungen ;-))))

Jedenfalls habe ich festgestellt, dass ich schon immer insbesondere auch Männer angezogen habe, die über weniger Führungsstärke, Initiative und Durchsetzungskraft verfügen als ich. Mit anderen Worten: Männer können in Frauen also durchaus auch männliche Eigenschaften suchen. Dahinter steckt unterbewusst der „psycho-logisch“ verständliche Wunsch, die eigenen Defizite durch den Partner zu kompensieren. Funktionieren tut das natürlich nicht! Konstruktiv kann diese Situation nur dadurch gelöst werden, dass jeder die für ihn oder sie persönlich stimmige Balance zwischen männlichen und weiblichen Aspekten herstellt, wobei letztlich bei Männern natürlich die männlichen Aspekte und bei Frauen die weiblichen Aspekte überwiegen sollten. Ob sich Männer und Frauen dabei gegenseitig unterstützen können? Ich denke schon. Das Problem ist nur, dass viele Menschen gar kein konzeptionelles Verständnis dafür haben, was Männlichkeit einerseits und Weiblichkeit andererseits überhaupt ausmacht! Darüber müsste ich eigentlich auch noch mal einen Artikel schreiben. In diesem Artikel will ich aber auf etwas ganz anderes, mehr Grundsätzliches hinaus, nämlich auf die unterschiedliche Wesensqualität von Männern und Frauen und wieso es deshalb heute zwischen Mann und Frau so oft zu Friktionen kommt.

Was Männer heute bei Frauen und Frauen bei Männern suchen

Wenn man die vielen kleinen Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf einen Nenner bringen will, dann liegt der darin, dass Männer grundsätzlich mehr im rationalen Denken Zuhause sind, während die Gefühlswelt grundsätzlich eher die Domäne der Frauen ist. Das kann man übrigens tatsächlich sogar physisch in den Gehirnen von Männern und Frauen nachvollziehen. Sowohl Männer wie Frauen besitzen zwei Gehirnhälften, und bei beiden ist die linke Gehirnhälfte mit dem rationalen, logischen Denken beschäftigt, während die Gefühle in der rechten Gehirnhälfte verarbeitet werden. Der Unterschied zwischen einem Männerhirn und einem Frauenhirn ist, dass diese Gehirnhälften unterschiedlich stark verdrahtet sind: Bei Frauen ist die Verbindung deutlich dicker als bei Männern. Dadurch funken die Gefühle bei Frauen leichter und schneller ins rationale Denken hinein. Ob das „gut“ oder „schlecht“ ist? Das ist die falsche Frage, weil sie aus der dualistischen Perspektive gestellt ist. Das ist zunächst einfach mal nur eine Tatsache.

Theoretisch sind männliches Denken und weibliches Gefühl gleichwertig. Sie bilden eine Polarität, die ein erleuchteter Menschen in sich vereinigt und damit transzendiert hat in göttliche Intuition. Göttliche Intuition ist die qualitativ beste Informationsverarbeitung, die ein Mensch erreichen kann. Will heißen: Göttliche Intuition ist der optimale Funktionsmodus, den ein menschliches Gehirn erreichen kann.

Von diesem Idealzustand ist der Durchschnitt der Menschheit – oh Wunder! – noch meilenweit entfernt! Seit der Zeit der Aufklärung, also seit rund 400 Jahren hat die westliche Welt insbesondere die rationale Denkfähigkeit kultiviert und entwickelt. Die emotionale Kompetenz hat sich in dieser Zeit kaum entwickelt; sie ist lediglich durch das rationale Denken im Zaum gehalten worden. (In meinem letzten Artikel habe ich darüber etwas ausführlicher geschrieben, falls Du darüber mehr wissen willst.) Ich habe in den letzten Jahren ganz oft die erstaunliche Beobachtung gemacht, dass entwickelte Männer bei Frauen trotzdem in erster Linie nach Gefühl, insbesondere nach Wärme und Mitgefühl suchen! Diese Feststellung hat mich total gefreut! Denn natürlich gibt es auch noch genügend Männer, die Frauen – ganz rational – lediglich als Arbeitsmaschine oder Sexobjekt wahrnehmen. Zum Beispiel soll der angehende Präsident der USA Donald Trump angeblich dazugehören…

Und was suchen Frauen heute bei Männern? Insbesondere entwickelte Frauen haben ihre eigene Denkfähigkeit heute soweit geschult, dass sie mit den meisten Männern locker mithalten können. Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren mal bei mir festgestellt, dass ich insofern ein Konkurrenzdenken gegenüber Männern hatte, und ich kann das auch bei anderen Frauen beobachten. Manchmal kann ich sogar sehen, wie Frauen sich gegenüber eine Mann als intellektuell überlegen beweisen wollen. Ich selbst habe dieses Konkurrenzdenken bewusst abgelegt, weil ich es als destruktiv empfinde. Ich kann mich heute an intelligentem männlichen Denken einfach nur herzlich erfreuen! Mir macht das richtig Spaß!!! Ich finde es nur traurig, wenn dann meinem eigenen Denken im Gegenzug kein Interesse entgegengebracht wird. Aber da das nur eine Facette weit verbreiteter Egozentrik ist, kann ich damit mittlerweile gut umgehen.

Was ich aber noch festgestellt habe: Obwohl Männer bei Frauen Gefühl suchen, werten sie es gleichzeitig auch ab und bekämpfen es. Das passiert manchmal nur ganz subtil, indem sie zum Beispiel emotionale Äußerungen der Frau überhören, uminterpretieren oder emotionales Verhalten geringschätzig abtun. Manchmal passiert das aber auch ganz offenkundig durch dominates Verhalten, das die Emotionalität einer Frau unter Kontrolle halten will. Den Männern ist dieser Widerspruch natürlich nicht bewusst, dass sie von Frauen einerseits Gefühl haben wollen, es andererseits aber auch abwehren. Aber ich als Frau merke sehr genau, wenn ein Mann wohlig und wonnig meine Begeisterung, mein Mitgefühl und meine Wärme in sich hineinschlabbert, sich dann aber abwendet, wenn ich in eigener Sache emotionale Kommunikation suche. Das löst bei mir nicht nur Frust aus, sondern auch das Gefühl, dass meine Gefühle wertlos sind oder dass ich als fühlendes Wesen nichtig und unwichtig bin. Heute kann ich zum Glück sehen, dass nicht ich oder meine Gefühle das Problem sind, sondern dass das emotionale Defizit des Mannes das Problem ist. Deshalb kann ich mein Selbstwertgefühl bewusst ausklinken. Ich weiß aber, dass ich das früher nicht so auseinanderhalten konnte und sofort Minderwertigkeitskomplexe bekommen habe. Ich denke, genau so ergeht es einigen gefühlvollen Frauen in der Kommunikation mit emotional unempfänglichen Männern. Der Frust darüber, selbst Gefühl gegeben zu haben und nichts dafür zurückzubekommen, bleibt jedoch. Wenn das ab und zu mal passiert, kann ich damit gut umgehen. Als Dauerzustand fühlt sich das für mich jedoch nicht gut an, weshalb ich mich irgendwann zurückziehe.

Jedenfalls habe ich dann weiter darüber nachgedacht, warum sich die Männer wohl so widersprüchlich verhalten. Mir erscheint Folgendes plausibel: Weil Männer selbst keine Begeisterung, Wärme und kein Mitgefühl geben können, fühlen sie sich unterbewusst schuldig, wenn sie diese Gefühle einseitig von einer Frau empfangen. Denn dankbar empfangen kann nur, wer auch geben kann. Deshalb müssen sie Mitgefühl und Wärme abwerten, um die eigenen Schuldgefühle zu bekämpfen. Was sie natürlich nicht unbeding daran hindert, diese Gefühle trotzdem gierig in sich reinzustopfen…

Außerdem gehe ich davon aus, dass Männer versuchen die Emotionalität von Frauen unter Kontrolle zu halten, so lange sie selbst nicht die ausschließlichen „Nutznießer“ der weiblichen Emotionalität sind, einfach weil sie mit ihren eigenen Gefühlen ganz genauso umgehen: Die meisten Männer verdrängen und verleugnen ihre Gefühle, selbst wenn sie an sich sensible Menschen sind. Das ist so ein Jammer! Ich kenne einen Mann, den ich von Natur aus für viel gefühlsbegabter als mich selbst halte. In meinen Augen hält er das Beste, das er von sich selbst der Welt geben kann, damit zurück, dass er die eigenen Gefühle verleugnet!

Nachdem ich all das verstanden habe, ist mir sehr klar, was ich bei einem Mann suche: Ich habe keine Probleme damit, ihm ein überlegenes Denkvermögen zu attestieren. Aber was ich mir von Männern wirklich wünsche, ist, dass sie den Wert von Gefühl und Emotionalität anerkennen! Wenn sie noch nicht mit gleicher Münze zurückgeben können, einfach weil ihre eigene Emotionalität noch nicht so entwickelt ist, können sie in anderer Form zurückgeben, indem sie Dankbarkeit und Wertschätzung äußern. Denn dankbare Annahme ist auch eine Form des Gebens!

Und was ich mir natürlich noch viel mehr von Männern wünsche: Dass sie ihre emotionale Entwicklung in Angriff nehmen! Denn nur dann kann authentische emotionale Kommunikation zwischen Mann und Frau stattfinden. Jede Kommunikation hat immer eine sachliche und eine emotionale Komponente, und zwar auch bei Männern, die ihre Gefühle verleugnen. Männer, die ihre Gefühle verleugnen, haben nicht nur einen Hang dazu, Aggressivität in destruktiver Weise auszuagieren und dann hinterher das eigene Verhalten zu leugnen. Auch in der gesitteten Form der Kommunikation kommt oft ein negativer, abwertender Unterton durch. Ich habe in der letzten Zeit sehr oft erst viel später begriffen, was da zuvor in der Kommunikation passiert war. Das ist für mich ein Indiz dafür, dass das für mich vorher so normale Kost war, dass mir das gar nicht aufgefallen ist.

Also, liebe Männer! Wenn Ihr unsere Gefühle haben wollt, tut Euch selbst den Gefallen und seht sie als das, was sie sind: Wertvolle Schätze! Ich weiß, dass ich damit viel von Euch verlange! Aber ich bin mir sicher, dass es Euch letztlich damit auch besser ergehen wird! Die gefühlvollen Frauen, die Euch in die schönsten Gefühle einhüllen können, werden Euch sternförmig zu Füßen fallen! Und von mir kriegt jeder Einzelne von Euch eine Medaille, weil Ihr dadurch daran mitwirkt, dass dieser Planet ein liebevollerer Ort wird! Ich liebe Euch!

 

 

 

Bildrechte: Mitta Hand „Swans of Love“; Bildquelle: www.piqs.de

 

KatrinNr. 52: Weißt Du, was Männer bei Frauen und Frauen bei Männern suchen?