Nr. 54: Wenn Du in einer schwierigen Situation oder Krise steckst: Steckst Du den Kopf in den Sand oder packst Du die Probleme an, die zur Lösung anstehen?

Als ich mitten in einem der tiefsten Tiefpunkte meiner Krise angelangt war, habe ich glücklicherweise die Vorlesungen von Pathwork entdeckt, die in Englischer Sprache im Internet frei erhältlich sind und bei Amazon für kleines Geld in Englischer und Deutscher Sprache als Kindle-Bücher angeboten werden. Es ist das beste spirituelle Material, das ich je gefunden habe! Es ist qualitativ und quantitativ mit dem allseits bekannten „Kurs in Wundern“ vergleichbar, mit dem natürlich auch ich mich mal auseinandergesetzt habe; einen richtigen Zugang habe ich dazu allerdings nicht gefunden. Der Kurs ist mir irgendwie zu unpersönlich. Bei Pathwork hingegen habe ich sofort Feuer gefangen! Pathwork hat mir auch die Struktur vermittelt, wie ich mich aus meiner Krise befreien konnte. Was ich mir damals so Schritt für Schritt erarbeitet habe, will ich hier in einem komprimierten Überblick zusammenfassen, weil ich weiß, dass sich zurzeit viele Menschen mit schwierigen Situationen und Krisen herumquälen. Warum das so ist, habe ich in meinem Artikel Nr. 37 „Können Sie spüren, dass Ihre innere Welt im Aufbruch ist?“ zusammengefasst. Falls auch Du davon betroffen bist, gräm Dich also nicht. Du stehst nicht allein da! Die ganze Welt ist im Umbruch!

Kopf aus dem Sand! Danach erst verstehen, dann handeln!

Es gibt zwei typische menschliche Reaktionen auf schwierige Situationen: Entweder den Kopf in die Kissen zu vergraben und darauf zu hoffen, dass sich eine Lösung schon irgendwie von allein auftun wird. Oder blinder Aktionismus auf der Basis der vertrauten Denkmuster nach dem Motto: „Hauptsache was tun!“. Wenn Du das jetzt so liest, wirst Du sicherlich sofort denken: „Das ist doch klar, dass das nicht funktionieren kann!“ Die Schwierigkeit ist aber eine ganz andere: Wenn man selbst in der Situation unmittelbar drinsteckt, dann hat man diese Klarheit unter Umständen nicht! Und manchmal weiß man auch schlicht nicht um die Alternativen, vielleicht auch nur weil man „betriebsblind“ ist!

Nachdem ich meinen Job verloren hatte, habe ich fast drei Jahre lang mit Hochdruck nach einem neuen juristischen Job gesucht, obwohl ich irgendwie schon ahnte, dass das nicht die endgültige Lösung für mich und mein Leben sein würde. Tatsächlich habe ich damals bewusst gedacht: „Erst mal eine vernünftige Zwischenlösung für ein „geordnetes Berufsleben“ finden und dann weitersehen, was ich mit meinem Leben noch anstelle.“ Für mich klang das damals „vernünftig“, es war aber aus der Retrospektive und mit dem Wissen, das ich heute habe, das Falscheste, was ich tun konnte. Ich habe nur damals schlicht keine Alternative gesehen. Heute weiß ich, was ich stattdessen hätte machen müssen: Ich hätte mich auf die Suche machen müssen, wie ich mir die Situation, dass ich trotz herausragender Leistungen von meinem Arbeitgeber gefeuert worden war, selbst erschaffen hatte. Als ich das später nachgeholt habe, war das Bild kristallglasklar: Ich hätte nie Jura studieren dürfen, ich hätte nie eine juristische Karrieren einschlagen und dann auch noch penetrant weiterfolgen dürfen. Der Rauswurf war eine Kurskorrektur, die das Leben mir verordnet hatte. Als ich dann ein bisschen tiefer grub, war es für mich auch ganz leicht nachzuvollziehen, warum ich vor dem Hintergrund meiner persönlichen Entwicklung diesen Weg eingeschlagen und dazu auch noch so lange weiterverfolgt hatte. Und was ich auch sehen konnte: Alle meine Entscheidungen hatte ich immer getroffen, weil sie mir so „vernünftig“ erschienen waren; ein leises Stimmchen, das mich innerlich warnte, war aber – wenn ich ehrlich mit mir bin – immer dabei aufgetaucht. Warum ich nicht darauf gehört habe? Weil ich schlicht keine Alternative gesehen habe. Was hätte ich stattdessen tun müssen? Ich hätte in mich gehen müssen um zu verstehen, wie ich mich selbst in die Situation, die anstehende Entscheidung fällen zu müssen, gebracht habe, und warum es eine Stimme in mir gibt, die mir sagt, dass die Entscheidung, die ich fällen will, falsch ist. Denn es wäre ganz genauso falsch gewesen, einfach nur blind der inneren Stimme zu folgen und nach einer anderen Lösung auf der Basis der alten Denkmuster zu suchen.

Immer dann, wenn Du vor einer Entscheidung stehst und merkst, dass zwei Herzen in Deiner Brust schlagen oder dass der Kopf einen anderen Weg als das Herz einschlagen will, ist es von elementarer Wichtigkeit, dass Du die ganze Situation in jeder Facette analysierst: Wie ist die Situation entstanden? Was ist Dein Anteil an der Entstehung? Warum gibt es zwei verschiedene Strömungen in Dir? Welche Interessen und Bedürfnisse verfolgen diese zwei Strömungen? Wenn Du diese beiden Interessen/Bedürfnisse nebeneinander siehst: Was ist Dir, wenn Du ehrlich mit Dir bist, wichtiger?

Weil es so wichtig noch einmal: Erst verstehen, dann handeln!!!

Du wirst Dich nie aus einer schwierigen Situation befreien können, von der Du nicht in jeder Facette verstanden hast, wie Du Dir diese Situation selbst erschaffen hast. Denn sonst bleibt Dir Dein inneres Problem erhalten mit der Folge, dass Du auf exakt das gleiche Problem wieder stoßen wirst, nur dieses Mal dann mit anderen Menschen und/oder in einer anderen Umgebung. Dass das eine Tatsache ist, erkennt übrigens mittlerweile auch die weltliche Tiefenpsychologie an.

Das gilt insbesondere auch für Beziehungen, mit denen Du unglücklich bist. Denn als wenn mein berufliches Problem nicht schon schwierig genug gewesen wäre, hatte ich außerdem ein sehr belastendes Problem mit einer zwischenmenschlichen Beziehung. Damit hatte ich mich damals schon einige Jahre herumgeschlagen. Was ich insofern konstruktiv gelöst habe, war, dass ich nicht einfach aus der Beziehung ausgestiegen bin, was ich anfangs durchaus erwogen hatte. Weglaufen ist nie eine Lösung! Denn dann wäre ich ganz sicherlich als nächstes wieder in einer vergleichbaren Beziehung gelandet. Stattdessen hatte mich bemüht, die Situation zu verstehen und Workshops und Coachings gemacht, um die wirklich schwierige Situation zu lösen. Nachträglich gesehen hätte ich mich darum jedoch noch viel, viel intensiver kümmern müssen. Denn als mein berufliches Problem auf den Plan trat, hatte ich mein zwischenmenschliches Problem noch nicht gelöst. Und was war meine „vernünftige“ Zwischenlösung? Die schwierige Beziehung erst einmal auf Sparflamme weiterköcheln lassen, das berufliche Problem erst einmal einer Zwischenlösung zuführen, um mich dann wieder mit dieser schwierigen Beziehung zu befassen. Was hätte ich stattdessen tun müssen? Ich hätte schon lange vorher präzise analysieren müssen, wieso ich in dieser schwierigen Beziehung gelandet war und was mein Anteil daran gewesen ist, dass diese Beziehung immer schwieriger geworden ist, und zwar solange, bis ich die sicher gefühlte innere Klarheit habe, dass und warum ich die Beziehung beenden will. Wenn ich das getan hätte, wäre das Ergebnis vielleicht auch ein anderes gewesen…

Weil ich das nicht getan habe, sind mir beide Problemblöcke – sowohl mein berufliches als auch mein zwischenmenschliches Problem – gleichzeitig um die Ohren geflogen. Das war nicht schön und hat mich zeitweise an den Rand meiner Belastbarkeit gebracht. Jedenfalls habe ich dann nachträglich nachgeholt, auch die Beziehung genauestens zu analysieren. Dabei stellte sich interessanterweise heraus: Zwischen meinem privaten und meinem beruflichen Problem gab es ohne Ende Wechselwirkungen und kausale Verbindungen. Wenn ich mein zwischenmenschliches Problem vornherein mit der gebotenen Intensität untersucht hätte, wäre ich vermutlich nicht auch noch zusätzlich in eine berufliche Krise gerutscht. Nun ja, hinterher ist man immer schlauer! Aber was ich inständig hoffe, ist, dass möglichst viele Menschen von meinen Erkenntnissen profitieren, damit sie nicht das Totaldesaster erleben müssen, das ich durchgemacht habe. Ich hatte eingangs von einer der tiefsten Tiefpunkte meiner Krise gesprochen. Was ich damals noch nicht wusste: Mir standen noch ein paar Etagen in Richtung abwärts bevor. Ohne Pathwork und ein paar wichtigen Begegnungen, die das Leben für mich arrangiert hat, weiß ich nicht, was ich gemacht hätte…

Was ich Dir vor diesem Hintergrund nur dringendst empfehlen kann, wenn Du in einer schwierigen Situation oder Krise steckst: Guck Dir ganz genau an, wie und warum Du Dich selbst in diese Situation gebracht hast und was Dein Anteil daran ist. Jede Aktion im Außen bringt Dich nicht weiter, solange Du Dein inneres Problem, das dahinter steckt, nicht in allen denkbaren Aspekten verstanden und gelöst hast. Das gilt übrigens auch schon für „nur“ unerfreuliche Situationen, weil sich die nämlich, wenn Du Dich nicht mit der gebotenen Sorgfalt darum kümmerst, erst zu schwierigen Situationen und dann später zu Krisen auswachsen können. Setz Dich exakt mit dem Thema so intensiv wie möglich auseinander, das Du am liebsten meiden oder aussitzen möchtest. Das gilt für alle Probleme in allen Bereichen.

Sonderfall: Physische Krankheit

Was ich eben geschrieben habe, gilt natürlich auch für physische Krankheiten. Denn physische Krankheiten haben ihre Ursache immer in Deinem Bewusstsein. Wenn das Energie-Management in Deinem Bewusstsein an irgendeiner Stelle gestört ist, entstehen Kettenreaktionen, die zu weiteren Störungen führen, und irgendwann manifestieren sich diese Störungen als physische Krankheit in Deinem System. Auch hier gilt es zu verstehen, warum und weshalb die Krankheit in Deinem System entstanden ist. Früher habe ich dafür übrigens immer in entsprechenden Nachschlagewerken wie denen von Louise Hay oder Jacques Martel nachgelesen. Das tue ich heute auch noch, nehme das aber lediglich als Anregung. Weil kein Mensch wie der andere ist, kann man für die menschliche Seele nichts verallgemeinern. Suche deshalb immer nach Deiner persönlichen Antwort, die für Dich persönlich stimmig ist. Wenn Du auch nur ein bisschen mit Dir selbst verbunden bist und Dich um Verständnis bemühst, wirst Du Deine Wahrheit herausfinden! Such Dir ansonsten Hilfe!

Aber Achtung: Genauso wichtig wie die Analyse, warum und wieso Dein Bewusstsein eine physische Krankheit hervorgebracht hat, ist es natürlich, dass Du Dich darum kümmerst, dass Du die für Dich passende schulmedizinische und/oder alternativmedizinische Versorgung erhältst! Auch die Schul- und Alternativmedizin ist ein Werk Gottes, weil Gott sich durch alle Menschen manifestiert, also auch durch Ärzte! Wenn Du jetzt denkst: „Das ist doch eine Selbstverständlichkeit!“, dann ist das umso besser. Mir war nur wichtig, das hier noch einmal ausdrücklich anzusprechen, weil in der spirituellen Szene tatsächlich immer noch Menschen unterwegs sind, die Ärzte ablehnen. Und natürlich gibt es auch mehr als genug Ärzte, die spirituelle Heilung ablehnen. Vielleicht ist es die größte Herausforderung überhaupt, wenn man schwer erkrankt ist, den eigenen Weg durch das breite Angebot an Unterstützung zu finden. Aber wenn Du Dir bewusst zum Ziel machst, genau diese Herausforderung gut zu bewältigem, wirst Du den richtigen Weg finden! Vor diesem Hintergrund empfehle ich Dir: Hör Dir alles an, verfolge aber nur weiter, was sich für Dich stimmig anfühlt. Und denk dabei bitte ausschließlich an Dich und nimm keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten irgendwelcher anderen Menschen oder irgendwelche Höflichkeits-Erwägungen. Denn es geht um Dein Leben! Da kann alles andere getrost zurückstehen.

Kopf aus dem Sand auch, wenn Du Dir „Expansion“ in Deinem Leben wünschst!

Dass man aktiv werden muss, wenn man seinen Job verloren hat oder schwer krank ist, versteht sich von selbst. Aber vergiss bitte nicht: Auch diese Situationen können nur entstehen, wenn man vorher lange genug den Kopf in den Sand gesteckt hat. Ich wusste – wie gesagt – innerlich schon ganz lange, dass in meinem Leben etwas nicht stimmt, bevor es komplett auseinanderbrach.

Die Variante „Kopf in den Sand stecken“ wird außerdem meistens gewählt bei Problemen, bei denen es um die Expansion des eigenen Lebens über das Überlebensnotwendige hinaus geht. Klassische Beispiele: Du wünschst Dir einen Liebespartner/eine Liebespartnerin und findest ihn/sie nicht. Oder Du wünschst mehr finanziellen Spielraum, um das Leben besser auskosten zu können. Oder Du möchtest weniger arbeiten, um mehr Freizeit zu haben, kriegst das aber trotz aller bewussten Bemühungen irgendwie nicht hin.

Auch insofern gilt: Blinder Aktionismus im Außen wie die Tingelei durch Single-Börsen wird in der Sache nichts ändern! Vielleicht lenkt Dich das ein bisschen ab, verschafft Dir kurzzeitige Vergnügungen und auch nur das gute Gefühl, etwas zu tun. Als meine beruflichen Probleme begannen, hat mir ein Coach allen Ernstes vorgeschlagen, ich solle doch einfach meinen Job kündigen. Ausgekochter Blödsinn!!! Ich gebe Dir Brief und Siegel: Mit Hau-Ruck-Aktionen im Außen kommst Du in der Sache nicht weiter! Du musst die Thematik in Dir und Deinem Bewusstsein lösen, bevor im Außen nachhaltige Veränderung eintreten kann. Trotzdem schrecken viele davor zurück. Ich hatte zum Beispiel einen Mann Anfang 50 im Coaching, der mir erklärte, er wolle unbedingt eine erfüllende Beziehung mit einer Frau erleben. Es hat mich sehr viel Mühe gekostet, durch seine knackedicke Maske hindurch zu dringen um offenzulegen, wo er in seiner Beziehungsfähigkeit Defizite hat. Schließlich ist mir das gelungen. Er bestätigte auch, dass das, was ich gefunden hatte, zutreffend war. Und ich dachte: „Yes! Jetzt kann die eigentliche Arbeit losgehen!“ Ich hatte mich geirrt: Der Mann kam nie wieder zu mir. Wie er es geschafft hat, vor sich selbst seine Defizite zu verleugnen oder sich einzureden, dass das ja alles nicht so schlimm sei, ist mir schleierhaft. Aber vielleicht muss er es jetzt erstmal ein paar Jahre auf eigene Faust probieren um herauszufinden, dass ich Recht habe. Kann er gern. Es ist sein Leben! Altersliebe soll ja auch etwas sehr Schönes sein. Mir tut es nur Leid um die unerfüllt gelebte Lebenszeit, die da verloren geht. Außerdem kenne ich den Ärger über sich selbst und die Schuldgefühle, die das in einem selbst auslöst: Wenn ich in meinem Leben zurückblicke, habe ich mindestens zehn Jahre sinnlos vertändelt. In mir kommen immer noch mal ab und zu Selbstvorwürfe hoch, obwohl ich kognitiv weiß, dass ich es nicht hätte besser machen können. Und genau deshalb schreibe ich diesen Artikel: Damit Du es besser machen kannst als ich!

Und? Bist Du nun bereit, genau die Schwierigkeiten in Deinem Leben anzupacken, die Du am liebsten ignorieren würdest??? Oder willst Du noch mehr Lebenszeit verschwenden???

 

 

 

 

Bildrechte: Tom Art „die kugel“; Bildquelle: www.piqs.de

KatrinNr. 54: Wenn Du in einer schwierigen Situation oder Krise steckst: Steckst Du den Kopf in den Sand oder packst Du die Probleme an, die zur Lösung anstehen?