Nr. 55: Bist Du als Frau bereit, das Primat der Männlichkeit bzw. des Mannes anzuerkennen?

Wer mich kennt, würde vermutlich für undenkbar gehalten, dass diese Überschrift von mir stammt. Tut sie aber. Tatsächlich fühle ich schon seit vielen Jahren ein inneres Bedürfnis danach, in dieser Welt hinter einem starken Mann in der zweiten Reihe zu stehen. Warum? Weil ich diese Welt als so hart und so kalt empfinde, dass ich mir für meine sensible Gefühlswelt Schutz und einen sicheren Ort wünsche. Das heißt aber natürlich nicht, dass ich mich einem Mann bedingungslos und in jeder Hinsicht unterordnen möchte. Denn natürlich möchte ich ich selbst bleiben. Klingt wie die Quadratur des Kreisels? Ist es nicht. Man muss nur bereit sein, genau hinzugucken, und das werde ich in diesem Artikel tun, um Dir Gedankenfutter für die eigenen Reflexionen zu geben.

Dieser Artikel hat übrigens auch etwas mit Weihnachten zu tun: Oder hast Du Dich noch nie gefragt, warum Jesus Christus als Mann inkarniert ist? Das hatte meines Erachtens gute Gründe, wie wir gleich sehen werden. Aber bevor jetzt Ihr Männer alle auf die Idee kommt, Euch mit Jesus Christus vergleichen zu wollen: So einfach geht es nicht. Dafür müsst Ihr Euch noch ein bisschen bewegen. In welche Richtung das meines Erachtens passieren sollte, werdet Ihr gleich lesen.

Warum ich biblische Texte in diesem Artikel explizit ausklammern möchte

Bei der Überschrift ist Dir bestimmt ein Bibelzitat in Richtung von „Der Mann mache sich das Weib untertan!“ in den Sinn gekommen. Dieses Zitat gibt es in der Bibel tatsächlich. Im Brief von Paulus an die Kolosser heißt es in 3, 18: „Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem HERRN, wie sich’s gebührt.“ Allerdings heißt es gleich im nächsten Satz auch: „Ihr Männer, liebet eure Weiber und seid nicht bitter gegen sie.“ Außerdem ist das – wohlgemerkt! – die Übersetzung von Luther aus dem Jahre 1912. In den moderneren Übersetzungen klingen diese Sätze nicht ganz so drastisch. Jedenfalls möchte ich mich auf diese Bibelzitate ausdrücklich nicht beziehen. Denn dann müsste ich in einer Tiefe in die Bibelinterpretation einsteigen, die ich – offen gestanden – nicht leisten kann. Dafür fehlt mir die Detailkenntnis. Was ich aber verstanden habe, ist, dass alle Bibelzitate vor dem Hintergrund der Gesamtlehre Jesu Christi verstanden und in die heutige Zeit „übersetzt“ werden müssen. Insofern wäre es zwar total spannend zu erfahren, was uns solche Sätze heute sagen sollen. Aber genau das kann ich – wie gesagt – nicht leisten. Alles, was ich hier zur Verfügung stellen kann, ist ein Schmelztiegel meiner Erkenntnisse aus meinem eigenen Bewusstsein, meines Studiums spiritueller Lektüre und was ich hier und da mal aufgeschnappt habe. Sieh diesen Text als Angebot, darüber zu reflektieren, wie Du selbst darüber denkst!

Was in der Geschlechter-Debatte so gut wie immer unter den Tisch fällt

In dem Spannungsfeld zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit wird das Sichtfeld in aller Regel eingeschränkt auf das Verhältnis zwischen Männern einerseits und Frauen andererseits. Dabei fällt aber unter den Tisch: Jeder Mann und jede Frau haben sowohl männliche als auch weibliche Anteile in sich. Will heißen: Den „Kampf“ zwischen Mann und Frau trägt in allererster Linie jeder Mensch in sich selbst aus!!! Und wenn ich als Frau in mich selbst hineinschaue, muss ich nicht lange nachdenken, ob für mich und mein Leben meine männlichen Anteile oder meine weiblichen Anteile wichtiger sind. Denn die nüchterne Tatsache ist: Ohne meine männlichen Anteile könnte ich in dieser Welt nicht überleben! Ohne meine männliche Aktivität, Initiative und Gestaltungskraft stünde ich ohne Wohnung, Nahrung und Kleidung da. Ohne meine männliche Fähigkeit zu denken, wäre ich in unserer modernen Welt aufgeschmissen und könnte nicht einmal eine Bahnkarte lösen. Gewiss wirken bei der Absicherung meines Lebensunterhaltes und meiner Lebensgestaltung auch meine weiblichen Qualitäten mit, aber eben nur sekundär. Die Tatsache, dass unsere Realität hier auf der Erde so gestrickt ist, dass alle Menschen fürs Überleben in erster Linie aktiv handeln = männlich agieren müssen und nicht einfach passiv und abwartend = weiblich die Hände in den Schoß legen können, zeigt doch, dass wir in einer Sphäre leben, in der die männlichen Aspekte im Vordergrund stehen. Und wenn in jedem einzelnen Menschen die männlichen Aspekte den Vorrang haben, warum sollte das auf der zwischenmenschlichen Ebene – also zwischen Männern und Frauen – anders sein? Denn spirituelle Wahrheit ist ja auf allen Ebenen immer identisch!

Wenn mir jemand mit dieser Argumentation noch vor nur fünf Jahren gekommen wäre, dem hätte ich den Hals umgedreht oder zumindest umgehend den Rücken zugewandt. Heute schaue ich eine Ebene tiefer und sehe, wo das eigentliche Problem liegt.

Was das Problem in der Alltagsrealität ist

Das Problem in der Alltagsrealität ist: Wie steht es um das Verhältnis zwischen Frauen mit der hochentwickelten männlichen Kernkompetenz der rationalen Denkfähigkeit im Verhältnis zu Männern, deren rationale Denkfähigkeit noch weniger weit entwickelt ist? Sind diese Frauen mit ihrem hochentwickelten männlichen Aspekt nicht eigentlich „mehr Mann“ als ein Mann, der diese Kernkompetenz noch nicht so weit entwickelt hat? Es ist ja gerade nicht so, dass alle Menschen auf der gleichen Entwicklungsstufe stehen. Es gibt eben nicht nur „den einen Mann per se“ und „die eine Frau per se“, sondern bei beiden Geschlechtern gibt es Menschen mit Seelen auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen.

Wie ich in meinen letzten Artikeln des Öfteren angesprochen habe, ist ein wichtiger Entwicklungsstrang der letzten Jahrhunderte die durch das Zeitalter der Aufklärung ausgelöste Kultivierung der mentalen Fähigkeiten, die eher die Domäne des Mannes sind, während Frauen von Natur aus einen besseren Zugang zu der Welt der Gefühle haben. Durch die Weiterentwicklung des rationalen Denkens wurde insbesondere auch die Vorherrschaft der rein physischen Überlegenheit überwunden, bei der die Männer ganz klar die Nase vorn hatten, einfach weil sie den Frauen von ihrer körperlichen Konstitution her überlegen sind. Insofern war die Betonung der rationalen Fähigkeiten schon ein Fortschritt für die Frauen, weil der Geschlechterunterschied wenigstens nicht mehr ausschließlich auf unveränderliche biologische Tatsachen reduziert wurde. Denn dem Körper sind unverrückbare Grenzen gesetzt, während man den Verstand mit dem entsprechenden Zeitaufwand unbegrenzt schulen kann. Deshalb gibt es heute viele Frauen, die über einen hochentwickelten Verstand verfügen und damit viele Männer in den Sack stecken. Vor diesem Hintergrund stelle ich noch einmal die eingangs gestellte Frage: Wie steht es um das Verhältnis zwischen Frauen mit der hochentwickelten männlichen Kernkompetenz der rationalen Denkfähigkeit im Verhältnis zu Männern, deren rationale Denkfähigkeit noch weniger weit entwickelt ist?

Ich denke, das ist genau die Ausgangssituation, warum im vorletzten Jahrhundert die Frauenrechtsbewegung in Gang gekommen ist: „Schlaue“ Frauen wollten sich nicht länger von „dümmeren“ Männern „regieren“ lassen und haben aufbegehrt. Nur was hat sich heute daraus entwickelt? Eine Heerschar von Frauen, denen die weibliche Kernkompetenz der Emotionalität abhanden gekommen ist, weil sie so sehr beschäftigt damit waren und es größtenteils auch noch sind, sich in ihrer männlichen Kernkompetenz der rationalen Denkfähigkeit zu behaupten und durchzusetzen. Dazu habe ich selbst auch lange genug gehört. Deshalb weiß ich, wovon ich schreibe. Vor rund zehn Jahren habe ich aber sehr deutlich gespürt, dass in meinem Leben etwas ganz Wichtiges fehlte. Damals habe ich mich auf die Suche danach gemacht, was dieses Etwas ist, und bin recht schnell bei meiner eigenen Weiblichkeit gelandet, die ich seitdem nach Kräften kultiviert habe. Je mehr ich in meiner Weiblichkeit ankomme, desto deutlicher merke ich jedoch, wie ausgeprägt männlich unsere Welt heute gestrickt ist, und zwar maßgeblich mitgestrickt auch durch (vermännlichte) Frauen. Und wie sehr Weiblichkeit, insbesondere weibliche Emotionalität abgewertet wird, und zwar wiederum auch durch (vermännlichte) Frauen.

Ich behaupte: Damit geht es weder den Frauen gut, die ihre Weiblichkeit nicht leben können, noch den Männern, die bei Frauen ja genau das suchen: Weiblichkeit! Allerdings behaupte ich auch: Das alles ist den allermeisten Menschen nicht bewusst!

Liebe ist Verstand und Gefühl!

Was die allermeisten Menschen in meinen Augen noch nicht verstanden haben, ist die Tatsache, dass Liebe sowohl männlichen Verstand als auch weibliches Gefühl braucht.

Die meisten Menschen haben eine Vorstellung von Liebe, die sich daran orientiert, wie ihre eigene Innenwelt beschaffen ist. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mir jetzt ganz viele Feinde mache: Nach meinen Beobachtungen verwechseln die allermeisten Menschen Liebe mit dem einseitigen kindischen Bedürfnis danach, geliebt werden zu wollen. Warum? Weil wir in unserer Kindheit „lernen“, was Liebe ist. Als Kinder lieben wir unsere Eltern und wollen von unseren Eltern geliebt werden. Wie diese Liebe ausgestaltet wird, hängt von dem Verhalten der Eltern ab. Denn sie haben die Macht, für das Überleben der Kinder zu sorgen oder auch nicht. Mit anderen Worten: Kinder sind von ihren Eltern abhängig, um Liebe zu bekommen. Und was lernen wir deshalb als Kinder? Dass Liebe von unseren Eltern = von anderen Menschen abhängig ist und deshalb immer nur ein Empfangen sein kann. Das ist ein Irrtum! Liebe geben und empfangen kann nur, wer weiß, dass die Quelle für Liebe in einem selbst schlummert. Und um diese bei den allermeisten Menschen – bei Männern wie Frauen!!! – verschüttete Quelle in sich freizulegen, braucht es sowohl Gefühl als auch Verstand.

Was ist Liebe? Mit dem Thema „Liebe“ kann man ganze Bibliotheken füllen. Sehr verkürzt gesagt, läuft Liebe darauf hinaus, einerseits Freude und andererseits Mitgefühl fühlen zu können. Mit anderen Worten: Liebe ist Gefühl pur! Der Verstand allein kann nicht lieben! Aber jeder kennt Menschen, die ihren Gefühlen freien Lauf lassen und damit alles andere als liebevoll sind. Das liegt daran, dass kein Mensch inkarniert, in dem neben der Liebe nicht auch Schmerz, Hass, Wut, Neid, Gier, Grausamkeit und alle anderen denkbaren destruktiven Gefühle rumoren. Denn eine Seele ohne destruktive Gefühle müsste gar nicht mehr hier inkarnieren, sondern wäre bereits in höheren Läuterungssphären unterwegs. Es gibt zwar ein paar wenige sogenannte „reine Seelen“, die freiwillig inkarnieren, um eine bestimmte Aufgabe im Heilsplan Gottes zu erfüllen. Aber die sind so rar gesät, dass wir die hier getrost vernachlässigen können. Jedenfalls kommt bei der Transformation der Gefühle der Verstand ins Spiel: Mit dem Verstand kann man nämlich seine Gefühle „umerziehen“ in die Richtung, dass Liebe = die Fähigkeit zur Freude einerseits und zu Mitgefühl andererseits gelebt werden kann.

Wenn man sich diese Funktion des Verstands für die Liebe ansieht, wird aber auch deutlich: Verstand allein reicht nicht aus, um die Gefühle umzuerziehen. Es braucht einen „qualifizierten“ Verstand, der mit konstruktiven und auf Liebe ausgerichteten Konzepten unterwegs ist. Insofern sehe ich leider durch die Bank bei Männern wie bei Frauen große Defizite.

Was bedeutet das alles für die Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau?

Oben hatte ich geschrieben, dass die im rationalen Denken hochentwickelten Frauen auf der gesellschaftlichen Ebene die Frauenrechtsbewegung angestoßen haben, weil sie keine Lust mehr dazu hatten, sich von intellektuell weniger entwickelten Männern „regieren“ zu lassen. Dass das ein berechtigtes Anliegen der entwickelten Frauen war, wird kein entwickelter Mann bestreiten. Deshalb tut eine Frau mit einem scharfen Intellekt gut daran, sich einen Mann zu aussuchen, der über einen mindestens ebenso scharfen oder – besser – noch schärferen Intellekt verfügt wie sie selbst. Tut sie das nicht, wird sie ihre Weiblichkeit nicht entdecken und leben können, weil sie die ganze Zeit damit beschäftigt ist, für das Paar zu denken, einfach weil sie das besser beherrscht als er. Damit kann man vielleicht ein zufriedenes, aber kein erfülltes Leben führen, weil wesentlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens ist, die eigene Geschlechtlichkeit zu leben. Und der Urgrund einer Frau ist das Gefühl.

Sind Mann und Frau in etwa auf dem gleichen intellektuellen Level, wird Liebe und echte Gleichberechtigung nur entstehen können, wenn emotionale Kompetenz als zwischenmenschliche Qualität diejenige Wertschätzung erführt, die sie verdient angesichts der Tatsache, dass sie für die Liebe unentbehrlich ist. Denn nur dann kann sich die Frau in ihrem Element entfalten und ihren Beitrag zur Beziehung beitragen. Solange die emotionale Kompetenz nicht insbesondere auch vom Mann anerkannt und wertgeschätzt wird, darf sich ein Mann nicht wundern, wenn die Frau mit ihm im Denken konkurriert oder sich ganz zurückzieht. Allerdings schreibe ich hier bewusst von emotionaler Kompetenz und nicht lediglich von Gefühlen. Denn es gibt genügend Frauen, die ihre Gefühle instrumentalisieren, um Macht auszuüben, sich in Szene zu setzen und zu manipulieren. So eine Inszenierung der Gefühle ist eine Verzerrung des weiblichen Aspekts. Allerdings wird ein Mann emotionale Kompetenz und Gefühlsinszenierung bei einer Frau nur unterscheiden lernen, wenn er wenigstens ein bisschen Ahnung von seinen eigenen Gefühlen hat.

Auf gesellschaftlicher Ebene sind wir von einer so verstandenen Gleichberechtigung noch Lichtjahre entfernt! Aber es ist möglich, das entsprechende Bewusstsein in der Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau zu kultivieren und dadurch Samen in das kollektive Bewusstsein zu setzen, das dann irgendwann einmal die Gesellschaft verändern kann. So gesehen ist die Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau heute das Labor, in dem die Gesellschaft weiterentwickelt und die spirituelle Evolution vorangetrieben werden kann.

Wie die Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau gelingen kann

Wie kann die Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau gelingen? Eigentlich ganz einfach zu beantworten nach dem, was ich oben über die Liebe geschrieben habe: Es braucht einen männlichen Verstand, der auf konstruktive und der Liebe förderliche Konzepte ausgerichtet ist, sowie weibliche Gefühle, die sich willig der Transformation durch den männlichen Verstand unterordnen. Nur braucht es das eben sowohl im Mann als auch in der Frau!!! Will heißen: Wer die Liebe zwischen Mann und Frau leben will, muss erst einmal für sich die eigene innere Gedanken- und Gefühlswelt auf Liebe ausrichten. Wer diese Arbeit scheut, wird keine Liebe leben können. Denn der Durchschnittsmensch ist heute davon noch weit entfernt, siehe oben.

Insofern gibt es heute ein kollektives Muster, das allen – Männern wie Frauen – Probleme bereitet: Gefühle werden abgewehrt, verdrängt, abgewertet und verleugnet. Das ist nichts anderes als die Abwertung der Weiblichkeit und der Frau an sich. Solange Männer mit diesem destruktiven Muster unterwegs sind, wäre jede Frau einfach nur dumm, sich der Führung eines Mannes anzuvertrauen. Denn dann würde sie der Unterdrückung ihrer eigenen Weiblichkeit Vorschub leisten. Allerdings sind die meisten Frauen heute Meisterinnen der Selbstverleugnung, indem sie selbst ihre eigenen Gefühle abwehren, verdrängen, abwerten und verleugnen. Also müssen als erstes wir Frauen umdenken und unsere Gefühle neu bewerten lernen. Das würde uns Frauen aber erheblich leichter fallen, wenn auch die Männer den Gefühlen einen neuen Stellenwert einräumen und insbesondere ihren Verstand mit konstruktiven, der Liebe förderlichen Konzepten füttern (wozu natürlich in erster Linie auch gehört, dass Gefühle nicht „gefährlich“ sind, sondern die Quelle, aus der die Liebe sprudeln kann).

Eigentlich könnte das ein wunderbares Gemeinschaftsprojekt für Männer und Frauen sein. Dabei sehe ich die Führungsrolle an sich bei den Männern, wie ich oben ausgeführt habe. Die traurige Tatsache ist nur: Es gibt kaum Männer, die diese Führungsrolle ausüben können oder wollen, weil es nach meinen Beobachtungen nur sehr wenige Männer gibt, die ihren Verstand auf konstruktive, der Liebe förderliche Konzepte ausgerichtet haben. Außerdem bleiben die meisten Männer lieber in ihrem gewohnten Denkmodus, als sich mit dem Thema „Gefühle“ auseinanderzusetzen. Und weil sie die eigenen Gefühle bekämpfen, bekämpfen sie auch immer die Gefühle der Frauen. Sie tragen damit gewissermaßen ihren inneren Kampf zwischen männlichen Verstand und weiblichen Gefühl im Außen aus. Aber welche gefühlvolle Frau, die um den Wert ihrer Gefühle weiß, hat Lust, ihre Gefühle bekämpfen zu lassen??? Keine!!! Was soll frau in dieser Situation heute tun???

Ich weiß es im Moment – offen gestanden – auch noch nicht… Und vielleicht ist diese ganze Gedankenakrobatik, die ich hier aufgeschrieben habe, ja auch falsch??? Schließlich bin ich eine Frau, die eher im Fühlen als im Denken Zuhause ist und auch sein will, weil es sich für mich zutiefst richtig anfühlt. Ich bin also nur allzu gern bereit dazuzulernen!!! Nur bei Männern, die auf mich zukommen in der Haltung, sie seien mir allein deshalb überlegen, weil sie eben Männer sind, winke ich heute müde ab. Denn das ist in meinen Augen eine dumme Einstellung, die ins Mittelalter gehört und nun wirklich nicht mehr zeitgemäß ist. Und die übrigens auch ausgesprochen unsexy ist! Und dummes oder liebloses Zeug unwidersprochen im Raum stehen zu lassen, nur damit „Mann“ sich wunderbar und großartig fühlen kann, ist sicherlich auch nicht meine Vorstellung davon, wie die Kommunikation zwischen Mann und Frau gelingen kann. Ich möchte mit meinem Denken und meinem Fühlen gehört, verstanden und berücksichtigt werden. Ein Mann, der das kann, dem räume ich gern und sehr bereitwillig die Führungsrolle ein!

Ina Deter hat schon im Jahr 1982 gesungen: „Neue Männer braucht das Land!“ Ich frage mich: Wo sind diese neuen Männer???

Wenn Du ein Mann bist: Wie ist es mit Dir? Bist Du ein neuer Mann??? Oder willst Du einer werden? Sei sicher, dass Du dann schon einen Fan hast: Nämlich mich!!!

 

 

 

 

Bildrechte: Giulio Menna „Il Mito die Roma – Fontana di Trevi; Bildquelle: www.piqs.de

KatrinNr. 55: Bist Du als Frau bereit, das Primat der Männlichkeit bzw. des Mannes anzuerkennen?