Nr. 67: Kannst Du mit Medialität umgehen, sei es aktiv als Medium oder passiv als „Nutzer“?

Wer sich mit Spiritualität befasst, kommt früher oder später in Kontakt mit dem Phänomen der Medialität, so auch ich. Ich war zugleich skeptisch und fasziniert! Nachdem ich mir Vieles angesehen und mich durch die einschlägige Lektüre gewühlt hatte, hat sich in mir folgendes Bild herauskristallisiert: Medialität wird von vielen Menschen überschätzt, von vielen anderen unterschätzt und von nicht wenigen Menschen sowohl überschätzt als auch unterschätzt. Meine Erkenntnisse habe ich hier zusammengefasst in der Hoffnung, Dich dabei zu unterstützen, den für Dich stimmigen Umgang mit der Medialität zu finden. Warum ich diesen Artikel schreibe: Medialität ist meines Erachtens kein ungefährliches „Spielzeug“, sondern mit großer Vorsicht zu genießen. Deshalb ist es meines Erachtens wichtig, dass Du damit reflektiert umgehst.

Was ist Medialität?

Medialität ist die Fähigkeit, mit Hilfe außersinnlicher Wahrnehmung – also nicht über die „normalen“ physischen Wahrnehmungsorgane – Informationen oder Energien aus der geistigen Welt zu empfangen und an andere Menschen weiterzugeben. Es gibt viele verschiedene Arten von Medialität wie zum Beispiel insbesondere das Hellsehen, Hellfühlen, Hellriechen und die Fähigkeit des „Channeling“, bei der das menschliche Medium ganze Texte von Wesen aus der geistigen Welt übermittelt; dazu gehört im weitesten Sinne auch die Fähigkeit, Energien aus der geistigen Welt verfügbar zu machen wie etwa durch die Induktion von Trancen oder Handauflegen. Ein solcher Kontakt zur geistigen Welt war übrigens vor dem Zeitalter der Aufklärung weit verbreitet, geradezu selbstverständlich und auch gesellschaftlich anerkannt. Mit der im Zuge der Aufklärung zunehmenden Betonung der rationalen Denkfähigkeit haben die allermeisten Menschen diesen Kontakt jedoch unterbunden, weil er als „irrational“ und deshalb als naiv oder sogar gefährlich galt. Medialität wurde schließlich zum Aberglauben erklärt und damit ins gesellschaftliche Abseits katapultiert.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Medialität wiederentdeckt und in kleineren Bevölkerungskreisen erneut kultiviert worden, allerdings primär im anglo-amerikanischen Raum. Warum sich die Deutschen damit sehr viel schwerer getan haben, weiß ich nicht. Vielleicht ist die in der Englischen Sprache sprichwörtlich gewordene „German Angst“ die Ursache für die deutschen Vorbehalte gegenüber Spiritualität im Allgemeinen und Medialität im Besonderen. Insbesondere die USA waren damals und sind auch heute noch Deutschland insofern meilenweit voraus. Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts wurden dort im Wege des Channeling zwei qualitativ herausragende Werke empfangen: Der allseits bekannte „Kurs in Wundern“ sowie die weniger bekannten „Pathwork Lectures“, die ich persönlich sehr schätze. Die inhaltliche Qualität dieser beiden Werke ist so herausragend, dass ihr Urheber unmöglich ein Mensch gewesen sein kann. Diese Tatsache hat selbst mich, die die Medialität anfangs wirklich mit sehr, sehr großer Skepsis beäugt hat, davon überzeugt, dass es Medialität tatsächlich gibt und nicht bloß „menschengemachtes Theater“ ist. Gleichwohl war meine anfängliche Skepsis mehr als angebracht, wie ich später festgestellt habe.

Achtung: Gefahr des Missbrauchs!

Wenn ich hier von Missbrauch schreibe, meine ich damit nicht die „schwarzen Schafe“, die nur vorgeben, medial zu sein, es tatsächlich aber gar nicht sind. Die gibt es zweifelsfrei. Da „Medium“ keine geschützte Berufsbezeichnung mit anerkannten Ausbildungszertifikaten ist, muss man dieses Risiko immer einkalkulieren, wenn man in Kontakt mit einem Medium tritt. Generell mit sehr großer Vorsicht zu genießen, sind Medien, die vorgeben, die „ganz großen Namen“ wie Erzengel Michael, Metatron oder andere Wesen aus der göttlichen Welt zu channeln. Wesen von diesem Kaliber würden gegenüber einem Medium nie ihrem Namen preisgeben. Denn dadurch entstünde die Gefahr, dass Menschen allein durch den großen Namen in ihrer Meinungsbildung beeinflusst werden könnten, was den freien Willen untergräbt und damit gegen göttliches Gesetz verstoßen würde. Hinter „großen Namen“ steckt also nie derjenige, der er oder sie zu sein vorgibt. Ansonsten schützt man sich vor schwarzen Schafen am besten dadurch, dass man sich an persönliche Empfehlungen hält, die natürlich auch nicht immer zuverlässig sein müssen. Mir geht es hier aber um ein ganz anderes Problem des Missbrauchs, das meiner Einschätzung nach die wenigsten Menschen auf dem Schirm haben.

Wenn man sich mit Medialität befasst, muss einem klar sein, dass die geistige Welt keine Welt aus „einem Guss“ ist, sondern eine Vielzahl von Sphären umfasst, an deren einem Ende die göttliche Welt und an deren anderem Ende die Sphäre der dunklen Mächte beziehungsweise des Teufels steht. Zwischen göttlicher und teuflischer Welt gibt es eine Vielzahl hellerer oder dunklerer „grauer“ Zwischensphären, die das gesamte Spektrum zwischen göttlich und teuflisch abdecken. Das heißt: Mitnichten ist alles, was durch Medialität überbracht wird, güldene Wahrheit oder reinste spirituelle Energie, sondern der Grad der Wahrheit und Reinheit macht sich daran fest, aus welcher Sphäre der geistigen Welt eine Übertragung stattfindet beziehungsweise welche Sphäre in eine Übertragung vielleicht auch nur punktuell „hineinfunkt“. Aus welcher Sphäre eine medial übermittelte Information oder Energie stammt, hängt wiederum davon ab, wo das Medium selbst in seiner spirituellen Entwicklung steht. Dafür sorgt das Resonanz-Gesetz, nach dem sich Gleich und Gleich anziehen. Will heißen: Es gibt durchaus (spirituell hochentwickelte) Medien, die Kontakt zur göttlichen Welt haben und damit tatsächlich göttliche Information und/oder Energie übermitteln. Es gibt aber auch eine (nach meiner Einschätzung weitaus größere) Anzahl von Medien, die aus anderen Sphären empfangen und/oder empfänglich sind für die Stimmen der grauen bis dunklen Mächte mit der Folge, dass deren Transmissionen bestenfalls nutzlos und schlimmstenfalls fehlerbehaftet, verzerrt oder gar direkt schädlich und destruktiv sind.

Ein prominentes Beispiel für einen Kanal aus den dunklen Sphären war übrigens Adolf Hitler, der über ausgeprägte mediale Fähigkeiten verfügte, was vielleicht nur wenige wissen.

Seitdem ich das verstanden habe, bin ich im Umgang mit Medien sehr, sehr vorsichtig geworden, weil ich bei keinem Medium von außen verlässlich einschätzen kann, wo es in seiner Entwicklung steht. Tatsächlich ist es so, dass ich auch bei Medien relativ schnell Entwicklungsdefizite erkenne, was mich dann erst recht Abstand halten lässt. Das tue ich weniger, weil ich Angst vor „bösen Einflüssen“ hätte. Denn ich weiß: Jeder Mensch kann nur insoweit von „bösen Einflüssen“ beeinträchtigt werden, als er oder sie selbst dafür empfänglich ist, und das gilt auch im Kontakt mit Medien. Das heißt, ein „unsauberes“ Medium könnte bei mir und bei jedem anderen nur insoweit Unheil anrichten, als man selbst beziehungsweise das eigene Bewusstsein dafür empfänglich ist. Es stellt sich nur die Frage, ob unsaubere Transmissionen dann überhaupt irgendeinen Vorteil mit sich bringen können oder ob nicht die Gefahr größer ist, dadurch in die Irre geleitet zu werden. In meiner persönlichen Risikoabwägung bin ich deshalb – wie geschrieben – sehr zurückhaltend gegenüber allem, was ich von Medien als angebliche Information aus der geistigen Welt zu hören kriege. Hinzukommt, dass ich in meiner eigenen Entwicklung festgestellt habe, dass ein hoher Grad an Bewusstheit einem mehr Information bescheren kann als jedes Medium, dazu gleich mehr.

Das einzige Material, für das ich persönlich übrigens die Hand ins Feuer legen würde, sind die Pathwork Lectures, die ich mittlerweile in- und auswendig kenne und von denen ich deshalb weiß, dass sie „sauber“ und von tatsächlich übermenschlich guter Qualität sind; ein solch komplexes, vielschichtiges und in sich schlüssiges Werk hätte meiner Einschätzung nach kein Mensch zustande bringen können. Bislang habe ich darin keine einzige Unstimmigkeit und auch keinen Fehler erkennen können.

Das bedeutet aber auch: Wer spirituell wachsen will, sollte sich meines Erachtens in erster Linie um seine spirituelle Entwicklung und Bewusstheit kümmern, anstatt sich medial ausbilden zu lassen. Denn jede mediale Fähigkeit hängt in ihrer Qualität letztlich davon ab, wie hoch ein Medium spirituell entwickelt oder wie bewusst es ist.

Medialität ist eine zweckgebundene Gabe!

Im Grunde genommen besitzen alle Menschen das Potential dafür, medial zu sein. Ich bin mir auch sicher, dass jeder Mensch schon einmal – wenn auch vielleicht nur im Kleinen – mediale Erfahrungen gemacht hat. Wenn zum Beispiel Dein Telefon klingelt und Du weißt, wer da anruft, ohne auf das Nummern-Display geschaut zu haben, dann ist das nichts anderes als eine mediale Wahrnehmung.

Manche Menschen bekommen die Gabe einer weiterreichenden Medialität „geschenkt“ – „geschenkt“ in Anführungszeichen, weil das nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung immer eine Belohnung ist für Meriten, die man sich in vorangegangenen Leben erworben haben muss. Im Leben gibt es nichts „umsonst“. Diese Gabe wird allerdings – was die wenigsten Menschen zu wissen scheinen – immer zweckgebunden verliehen: Sie soll dem Menschen primär die Rückkehr zu Gott erleichtern, sprich das Wissen um die Existenz einer geistigen Welt vermitteln in Verbindung mit der Möglichkeit, Wissen aus der geistigen Welt für die Kultivierung der eigenen Bewusstheit abrufen zu können. Denn Bewusstwerdung ist der Weg der Rückverbindung mit Gott. Das ist der primäre Zweck der Gabe der Medialität. Der sekundäre Zweck besteht darin, anderen Menschen dabei zu helfen, Bewusstheit zu entwickeln – aber wie gesagt: Immer nur unter der Prämisse, dass sich das Medium selbst um die eigene spirituelle Entwicklung kümmert. Wird die Gabe zu anderen Zwecken missbraucht, läuft das Medium Gefahr, zum Spielball der dunklen Mächte zu werden mit der Folge, dass die Informationen, die das Medium aus der geistigen Welt empfängt, bestenfalls wertlos, schlimmstenfalls verfälscht oder gar destruktiv sind. Denn die göttlichen Sphären „verfüttern“ Information nur an mediale Kanäle, die ihre Gabe bestimmungsgemäß einsetzen, sprich sie dazu nutzen, sich primär um die eigene Bewusstheit zu bemühen.

Nachdem ich diese Information bei Pathwork gefunden hatte, fiel mir sofort das Beispiel einer früheren Bekannten ein, die hellfühlig und nur oberflächlich um ihre Bewusstheit bemüht ist: Sie hatte mir irgendwann einmal erzählt, dass sie bei einem Freund die Hand zum Zweck der Heilung aufgelegt hatte. Obwohl sie um reinste spirituelle Energie gebeten hatte, spürte sie, dass „dunkle“ Energiequellen bei ihr angedockt hatten, weshalb sie natürlich sofort die Hand zurückzog. Das hat mich nachdenklich gemacht: Was bedeutet das für Informationen, die dieses Medium aus der geistigen Welt übermittelt? Dass da auch immer fleißig graue oder dunkle Quellen mitwirken?

Tatsächlich zum Spielball der dunklen Mächte ist übrigens Adolf Hitler geworden: Als Adolf Hitler auf die Welt kam, war keineswegs vorprogrammiert, dass er im Laufe seines Lebens so viel Grausamkeit über die Menschheit bringen würde. Bei seiner Geburt hatte er durchaus das Potential dafür, zwar kein Engel auf Erden, aber doch wenigstens ein einigermaßen anständiger Mensch und Staatenlenker zu werden. Weil er sich aber dann nach und nach in die dunklen Sphären verstrickte, ist er der geworden, der er war.

Mit Blick auf die möglichen Folgen ist es übrigens gleichgültig, ob es einem Medium bekannt oder bewusst ist, dass der Missbrauch der medialen Gabe einen anfällig für die dunklen Mächte macht. Das funktioniert stur nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung: Missbrauch führt zur Gefährdung oder gar Schädigung der eigenen Integrität. Absicht, Vorsatz, Fahrlässigkeit oder Rechtsirrtum, wie man sie als Parameter für die Strafbarkeit nach irdischem Strafrecht kennt, sind für diese Verkettung von Ursache und Wirkung irrelevant.

Bewusstheit ermöglicht zuverlässigere Informationsgewinnung als Medialität!

Bei den Arten von Medialität habe ich oben bewusst nicht das „Hellwissen“ genannt, das meistens der Medialität zugeschlagen wird. Denn ich glaube, dass Hellwissen weniger mit Medialität zu tun hat, sondern vielmehr die Folge eines hohen Grades an Bewusstheit ist, und zwar vor folgendem Hintergrund: Jedes individuelle Bewusstsein ist mit dem universellen Bewusstsein verbunden und hat deshalb potentiell Zugriff auf universelle Wahrheit und Weisheit. Dieser Zugriff wird lediglich abgeschnitten durch einen Mangel an Bewusstheit. Yolande Duran-Serrano, die spontane Erleuchtung erfahren hat, hat in ihrem Buch „Die Frau, die an einem ganz normalen Sommertag plötzlich keine Gedanken mehr im Kopf hatte“ anschaulich beschrieben, wie sich ein erleuchtetes individuelles Bewusstsein mit dem universellen Bewusstsein verbinden kann und dass insofern Einheit entsteht: Das individuelle Bewusstsein erlebt sich dann als Einheit mit dem universellen Bewusstsein beziehungsweise sogar als das universelle Bewusstsein selbst. Durch die kraft Erleuchtung wieder „frei geschaltete“ Bewusstheit der Verbindung zum universellen Bewusstsein verfügt Yolande Duran-Serrano über Wissen, auf das sie allein aufgrund von irdischen Gegebenheiten unmöglich hätte Zugriff haben können, was ebenfalls in dem Buch beschrieben wird. Die Worte „Medialität“ oder „medial“ werden in dem Buch nicht einmal erwähnt, was ich dahingehend interpretiere, dass der direkte Weg der Erkenntnis kraft Erleuchtung nichts mit Medialität zu tun hat. Medialität greift eben nicht unmittelbar auf die Wahrheit zu, wie das ein erleuchtetes Bewusstsein tut, sondern lediglich auf alle erdenklichen Informationsquellen im Jenseits, die über mehr oder aber eben weniger Wahrheit verfügen.

Ich selbst bin ganz gewiss nicht erleuchtet. Wenn ich gefragt werde, ob ich medial bin, antworte ich immer: „Ne, ich bin null medial.“ Trotzdem bin ich manchmal erstaunt darüber, was ich weiß, ohne es jemals irgendwo gelernt oder gelesen zu haben. Oder ich bekomme irgendwo eine Information und weiß sofort, dass sie zutreffend ist, ohne dass ich lange darüber nachdenken oder sie irgendwie innerlich verarbeiten müsste. Erst so richtig verstanden habe ich das übrigens durch Pathwork. Vorher hatte ich mich nicht selten gefragt, ob ich nicht völlig falsch gewickelt bin, weil ich mit einer Meinung oder Ansicht oft allein dagestanden habe.

Außerdem nehme ich für mich in Anspruch, die Bewusstseinstrukturen anderer Menschen schneller und präziser erkennen zu können als die meisten anderen Menschen. Das hat aber nichts mit Medialität zu tun, sondern allein damit, dass ich mein eigenes Bewusstsein weitgehend und tief erforscht habe. Da Bewusstheit – grob gesagt – funktioniert nach dem Motto „Kennst Du ein Bewusstsein, kennst Du alle“, eben weil alle Bewusstseine durch das universelle Bewusstsein miteinander verbunden sind, steht dieses Wissen allen Menschen zur Verfügung, die ihr eigenes Bewusstsein tief durchdringen. Will heißen: Ich bin überhaupt nichts Besonderes, sondern habe einfach nur hart an meiner Bewusstheit gearbeitet. Ich freu mich über jeden, der mir gleich tun will. Und jeder, der sein Bewusstsein besser beherrscht als ich selbst, ist mir übrigens ausdrücklich herzlich willkommen: Das wäre für mich nur eine willkommene Gelegenheit zu lernen und zu wachsen!

Zu den einzelnen Verwendungsformen medialer Fähigkeiten

Mir ist (leider nur vom Hörensagen) lediglich ein einziges Medium bekannt, das seine medialen Fähigkeiten tatsächlich dafür einsetzt, andere Menschen bei der Bewusstwerdung zu unterstützen. Allerdings sollen die Wahrnehmungen dieses Mediums sehr stark durch die eigene Persönlichkeit und die eigene Sicht auf die Welt gefärbt sein. Das würde bestätigen, was ich oben geschrieben habe, nämlich dass die Qualität medialer Wahrnehmungen durch den eigenen spirituellen Entwicklungszustand definiert und limitiert wird. Ich selbst habe nur einmal kurz mit diesem Medium telefoniert, weil ich erwogen hatte, dieses Medium persönlich anzutesten. Von dieser Überlegung habe ich nach dem Telefonat Abstand genommen, weil die ungeklärten Ego-Strukturen dieses Mediums für mich schnell erkennbar waren, weshalb mein Interesse auf Null sank.

Diejenigen Medien, die wohl am meisten frequentiert werden, sind solche, die ihren Kunden die Zukunft voraussagen. Ich selbst war von solchen Medien sehr lange fasziniert und habe sie nicht nur einmal befragt, auch wenn ich bei den ersten Malen nicht wirklich daran „geglaubt“ habe. Ich habe aber durch die Bank gute Erfahrungen gemacht, was den Wahrheitsgehalt der Aussagen anbelangt; er lag bei etwa 90%. Tatsächlich waren die Aussagen verschiedener Medien im Wesentlichen deckungsgleich. Mit dem Wissen, das ich heute habe, würde ich jedoch trotzdem jedem raten, die Finger davon zu lassen. Warum? Weil es mir in einigen Situationen in meinem Leben die Unbefangenheit genommen hat, so zu agieren und zu reagieren, wie es eigentlich meinem persönlichen Wesen entsprochen hätte. Ich denke auch, dass durch dieses Wissen manche Entwicklungsprozesse bei mir verzögert worden sind – nein, halt, falsch: Weil ich selbst mit dem Wissen nicht angemessen umgehen konnte, habe ich mich selbst ausgebremst. Denn ich habe mich aus Angst zu sehr an diesem Wissen festgeklammert, anstatt gezielt mein Vertrauen ins Leben zu stärken. Und je öfter sich Teile dieser Aussagen schon bewahrheitet hatten, desto mehr habe ich geklammert. Will heißen: Ich habe mich mit der Angst herumgeschlagen, dass entscheidende Aspekte dieser Aussagen eben doch nicht eintreffen werden. Diese Angst war auch berechtigt, weil jede Voraussage eines Mediums immer nur solche Ereignisse erfassen kann, die zum Zeitpunkt der Voraussage aller Wahrscheinlichkeit nach eintreten werden. Will heißen: Selbst die qualitativ „beste“ Voraussage muss nicht zwangsläufig eintreten, weil sich die Dinge immer noch anders entwickeln können, als das wahrscheinlich war. Das war mir zwar kognitiv bewusst, trotzdem habe ich auf emotionaler Ebene geklammert, was todsicher die Prozesse verzögert und vielleicht sogar komplett gestoppt oder in eine andere Richtung gelenkt hat, weil Festhalten jede Entfaltung ausbremst. In aller Klarheit habe ich das leider erst im Nachhinein gesehen. Zudem ist mir auch erst nachträglich vollends klar geworden, wie ich statt meiner Angst nachzuhängen, mein Vertrauen ins Leben hätte gezielt hätte stärken können; das habe ich leider erst nachträglich richtig verstanden. So ist das leider manchmal im Leben: Dass man erst im Nachhinein erkennen kann, wie man es hätte besser machen können. Aber genau deshalb schreibe ich das hier auf: Damit Du Dir diese Schleife ersparen kannst, wenn Du das willst.

Außerdem gibt es viele Medien, die für ihre Kunden Kontakt mit Verstorbenen im Jenseits aufnehmen. Einerseits helfen diese Medien gewiss vielen Menschen bei der Erkenntnis, dass es eine spirituelle Welt jenseits der irdischen Welt gibt. Andererseits wird die spirituelle Welt damit nur sehr eingeschränkt offenbart: Die Sphäre der Verstorbenen ist lediglich ein winziger Ausschnitt aus der spirituellen Welt und ganz gewiss nicht diejenige Sphäre, aus der der meiste Erkenntnisgewinn zu generieren ist. Verstorbene sind nicht allein deshalb, weil sie gestorben sind, „wissender“ als inkarnierte Menschen, sondern mit den gleichen Fehlern und Schwächen wie jeder lebende Mensch auch. Jeder Rat oder jede Hilfe von Verstorbenen ist deshalb mit genauso viel Vorsicht zu genießen, wie Rat und Hilfe von inkarnierten Menschen. Auch das Angebot dieser Medien, bei der Befriedung einer zu Lebzeiten schwierigen Beziehung zu Verstorbenen behilflich zu sein, sehe ich persönlich kritisch. Denn jede schwierige zwischenmenschliche Beziehung im Leben eines Menschen birgt eine Entwicklungsaufgabe in sich. Wen man wann in seinem Leben trifft, ist mitnichten „Zufall“, sondern sorgfältig arrangiert. Wenn es bei Begegnungen zu Friktionen kommt, sind diese also mehr oder weniger vorausgeplant, damit alle Beteiligten für sich ein bestimmtes Thema in ihrem Bewusstsein lösen können. Wenn ein Jenseits-Medium in diesen Prozess eingreift und vermittelt, wo die Beteiligten selbst zu Lebzeiten keinen Frieden herstellen konnten, wird diese Aufgabe für alle Beteiligten nicht wirklich gelöst. Das mag zwar im ersten Augenblick eine „angenehme“ Erleichterung bringen, behebt aber nicht das Problem im Bewusstsein eines Menschen mit der Folge, dass die exakt gleiche Aufgabe später dann mit anderen Menschen gelöst werden muss. Will heißen: Das Problem verlagert sich dann nur auf eine andere zwischenmenschliche Beziehung und muss später in anderem Kontext gelöst werden. Das liegt daran, dass das eigentliche Problem im Bewusstsein eben bestehen bleibt und damit unweigerlich vergleichbare Probleme im Außen anzieht.

Manche Medien bieten auch an, für ihre Kunden Wissen über vorangegangene Inkarnationen verfügbar zu machen. Laut der Informationen, die ich bei Pathwork dazu gefunden habe, sind solche Medien mit großer Vorsicht zu genießen. Denn das Wissen über vorangegangene Inkarnationen wird von der göttlichen Welt sehr sorgfältig unter Verschluss gehalten. Das hat damit zu tun, dass die in diesem Leben anstehende Läuterung ohne dieses Wissen bewältigt werden soll. Genau deshalb wird dieses Wissen auch vor einer Inkarnation im Bewusstsein eines Menschen gezielt „geschwärzt“, damit es eben nicht verfügbar ist. Will heißen: Die Missbrauchsgefahr ist bei medialen Aussagen über vorangegangene Leben generell groß. Wer gezielt an seiner Bewusstheit arbeitet, bekommt entsprechendes Wissen übrigens ohnehin „frei Haus“ geliefert, wenn und sobald es für die anstehende Läuterungsaufgabe notwenig oder hilfreich ist. Ich selbst habe durch bestimmte Erfahrungen, in Träumen, in Trancen oder durch plötzliche Eingaben so viel Information bekommen, dass ich in etwa weiß, was mich mit den Schlüsselfiguren in meinem jetzigen Leben verbindet oder eben auch gerade nicht verbindet und was ich in vorangegangen Leben ansonsten erlebt habe, soweit es für das Verständnis meiner derzeitigen Inkarnation notwendig war.

Tatsächlich glaube ich sogar, dass Dich ein Medium, das angeblich in Deine vorangegangenen Inkarnationen „gucken“ kann, in die Irre führen kann. Die hellfühlige Bekannte, von der ich oben berichtet habe, hat mir zum Beispiel mal mit ernstem Blick enthüllt, dass ihr ein Medium mitgeteilt habe, sie sei eine Wiedergeburt von Hildegard von Bingen. Mal abgesehen davon, dass ich in diesem Fall eher vermute, dass sich da jemand nur als Medium aufspielen und wichtig machen wollte, weil solcherlei Informationen generell nicht verfügbar sind, frage ich mich, selbst wenn ich unterstelle, dass diese Information zutreffend ist: Was nützt diese Information? Sie mag jemanden helfen, der auf der Suche nach seiner Berufung ist als Hinweis dafür, dass im eigenen Bewusstsein großes Kräuterwissen vorhanden ist, das vielleicht in der aktuellen Inkarnation genutzt werden soll. Nur hatte diese Bekannte rein gar nichts mit Kräutern zu tun und verspürte auch keine Affinität dazu. Den einzigen Effekt, den diese Information auf diese Bekannte hatte, war der, dass sie sich mit der Frage herumquälte, ob sie vielleicht ein ganz besonderer Mensch mit ganz besonderen Qualitäten sei. Dazu kann ich nur trocken anmerken: Jeder Mensch ist etwas Besonderes und mit besonderen Qualitäten ausgestattet, dafür muss man nicht eine Reinkarnation des Bewusstseins von Hildegard von Bingen sein. Anstatt sich mit den dubiosen Aussagen eines Mediums zu befassen, hätte diese Bekannte meiner Meinung nach ihr Gehirnschmalz viel effektiver darauf verwenden sollen herauszufinden, was in dieser Inkarnation ihre besonderen Qualitäten sind, die von ihr gelebt und in die Welt gebracht werden wollen. Das allerdings hätte auch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern und Schwächen erfordert. Denn alle Qualitäten, die in einem Leben kultiviert werden sollen, sind unweigerlich immer auch mit Schwächen und Fehlern behaftet, die aufgelöst werden müssen, bevor sich die besonderen Qualitäten manifestieren können. Denn alles – auch besondere Qualitäten – dient immer der Weiterentwicklung des Bewusstseins und der Überwindung von Fehlern und Schwächen. Aber es ist natürlich sehr viel einfacher, bequemer und schmeichelhafter zu glauben, dass man allein deshalb etwas Besonderes sei, weil man mal irgendwann vor vielen Jahrhunderten als Hildegard von Bingen inkarniert war. Dass einem das in der momentanen Inkarnation keinen Deut weiterhilft, steht auf einem anderen Blatt. Tatsächlich kann eine etwaige daraus resultierende Überheblichkeit eher hinderlich sein und einen in die Irre führen (was zum Glück bei der Bekannten nicht der Fall war).

Medialität ist nur eine „Durchgangsstufe“ in der Entwicklung eines Bewusstseins

Abschließend will ich noch ein paar Worte zur generellen Einordnung von Medialität in die Gesamtentwicklung eines Bewusstseins mit Blick auf die Gesamtheit aller irdischen Inkarnationen aufschreiben. Denn ich habe bei meinen Erkundungstouren durch die Medialität nicht wenige Menschen getroffen, die glauben, dass die Medialität das „Non-plus-Ultra“ der Spiritualität sei, und das ist sie definitv nicht. Namentlich spirituelle Lehrer wie Eckhart Tolle und Ken Wilber halten Medialität lediglich für eine Randnotiz der Spiritualität. In seinem Buch „Der Weg zum Christusbewusstsein“ erklärt Jim Marion, warum das so ist: Die mediale Entwicklungsstufe ist lediglich eine Durchgangsstation, die noch zwei Stufen vor dem Christusbewusstsein angesiedelt ist. Marion, der übrigens selbst medial ist und also keinen Grund hat, Medialität irgendwie „madig“ zu machen, greift zum Beleg dafür unter anderem auf das Wissen der ganz großen Meister wie etwa Theresa von Avila oder Johannes vom Kreuz zurück. Medialität ist danach eine Entwicklungsstufe, die die rein rationale Ausrichtung des Bewusstseins, wie sie die Aufklärung als Ziel postuliert hat, überwindet. Sie macht den Weg frei für die subtile Bewusstseinsstufe, die von einer sehr differenzierten Wahrnehmung der Realität und einem feinem guten Gespür für die dahinterliegenden spirituellen Strukturen gekennzeichnet ist. Erst darauf folgt die Stufe des Christusbewusstseins, die insbesondere durch die Überwindung der Dualität erreicht wird. Vor diesem Hintergrund empfiehlt Marion, Medialität nicht zu kultivieren und ab einem gewissen Entwicklungsstand sogar zu ignorieren. Auch Pathwork rät von einer gezielten Förderung nicht ohnehin vorhandener medialer Fähigkeiten ab, sondern empfiehlt den Weg der Bewusstheit zu gehen, weil dadurch ein direkter Informationskanal zum universellen Bewusstsein hergestellt werden kann, wie es  auch Yolande Duran-Serrano beschrieben hat.

Meine persönliche Meinung zum Phänomen der Medialität

Ich denke, es ist schon deutlich geworden, dass ich persönlich der Medialität, wie sie heutzutage praktiziert wird, insgesamt sehr, sehr kritisch gegenüber stehe. Ich sehe das größte Problem darin, dass die wenigsten Medien ihr eigenes Bewusstsein so gut durchdrungen haben, dass durch sie wirklich Wahrheit ans Tageslicht befördert werden könnte. Am gefährlichsten ist aus meiner Sicht insofern, dass die Medien sich nicht selten selbst überschätzen und ihre Transmissionen als „pures Gold“ hinstellen, was meiner Einschätzung nach in den seltensten Fällen zutreffen kann, einfach weil es den Medien an Bewusstheit fehlt. Tatsächlich ist den meisten Medien meiner Einschätzung nach noch nicht einmal bewusst, dass und warum ihre Wahrnehmung beeinträchtigt sein könnte. Und was da die Wahrnehmung eines Mediums verengen, verzerren oder durch Fehlinformation beeinträchtigen könnte, sind „Gegner“, mit denen nicht zu spaßen ist: Es sind die mehr oder minder finsteren Vasallen des Teufels. Ich will hier keine Angst verbreiten, sondern nur Deine Aufmerksamkeit für diese Problematik schärfen. Nur wenn man seinen potentiellen Gegner kennt, kann man mit ihm adäquat umgehen.

Ich persönlich glaube außerdem, dass der Zenith der medialen Stufe auch nach dem Heilsplan Gottes überschritten ist. Das mache ich daran fest, dass Gott in der Mitte des letzten Jahrhunderts mit dem Kurs in Wundern und den Pathwork Lectures zwei monumentale Werke in die Welt gebracht hat, die den Weg für die nächste Entwicklungsstufe, nämlich für die subtile Bewusstseinsstufe bereiten. Es gibt auch andere hochkarätige Projekte, die von medialen Menschen – meist Frauen – in der Mitte des letzten Jahrhunderts aufgrund medialer Führung begründet worden sind, die aber weniger Bekanntheit erlangt haben, wie etwa die Findhorn Community in Schottland oder das Werk von Jane Roberts. Vergleichbar bedeutende Medien gibt es meinen Recherchen zufolge heute nicht, und das hat meiner Einschätzung nach eben einen guten Grund: Die „Spitze“ der spirituellen Entwicklung für „Otto Normalverbraucher“ (= für Menschen, die keine Spontanerleuchtung erfahren) findet heute jenseits der Medialität statt.

Dass ich es kritisch sehe, wie Medialität heutzutage praktiziert wird, bedeutet aber natürlich nicht, dass ich eine mediale Gabe für wertlos halte, im Gegenteil: Ich halte sie für ein ausgesprochen wertvolles Geschenk, weil sie – richtig eingesetzt – die spirituelle Entwicklung eines Menschen vorzüglich fördern kann. Tatsächlich würde ich sehr gern mal einen Menschen kennenlernen, der seine mediale Gabe für die eigene spirituelle Entwicklung verwendet. Ich denke, dass ich von der Methodik, die dabei angewendet wird, lernen könnte. Wenn Du also medial bist und Deine Gabe für Deine spirituelle Entwicklung benutzt, würde ich mich sehr über ein Gespräch mit Dir freuen!

Zu guter Letzt

Ich betone: Alles, was ich hier aufgeschrieben habe, ist meine persönliche Meinung, die ich mir nach ausgiebiger Recherche gebildet habe. Für Argumente, Erfahrungen und Beobachtungen, die meine Meinung irgendwie in Frage stellen, bin ich – wie immer – offen! Denn ich will – wie immer – die Wahrheit herausfinden und nicht Recht haben.

 

 

 

Nachtrag am 16. Juli 2017:

Nachtragen möchte ich meine Erkenntnisse zu einem deutschen Channeling-Medium, das vielleicht dazu beigetragen haben mag, dass Spiritualität und Medialität in Deutschland so skeptisch beäugt werden: Gabriele Wittek, die von ihren Anhängern auch als „Prophetin“ oder „Posaune Gottes“ bezeichnet wird, hat beginnend ab Mitte der 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Material aus der geistigen Welt gechannelt, das viele Menschen erreicht und berührt hat. Ich selbst kenne das Material nicht und kann mir deshalb keine Meinung dazu erlauben; aufgrund der Meinungen anderer Menschen gehe ich aber davon aus, dass dieses Material zunächst zumindest überwiegend „sauber“ war. Um Wittek herum bildete sich dann eine Glaubensgemeinschaft, die damals – so die Berichte von Augenzeugen – von Wärme und Menschlichkeit geprägt war. Beginnend ab der späten Mitte der 80er Jahre scheint sich Wittek dann aber gewandelt zu haben: Ihre Glaubensgemeinschaft entwickelte sich laut meinen Recherchen im Internet unter dem Namen „Universelles Leben“ zu einem Wirtschaftskonzern mit der Führungs- und Organisationsstruktur einer Sekte. Dafür, dass „Universelles Leben“ heute eine Sekte ist, liegen meiner Einschätzung nach handfeste Hinweise und Indizien vor; das scheint nicht lediglich ein „Hirngespinst“ von „kirchengesteuerten Sektenbeauftragten“ zu sein, wie es die Anhänger von Wittek gern darstellen. Ich will aber bewusst hier keine abschließende Beurteilung abgeben, weil ich glaube, dass bei solchen Auseinandersetzungen der sprichwörtliche Teufel im Detail steckt, und ich kein Interesse daran habe, ins Detail zu gehen. Nur frage ich mich: Ist das vielleicht die beklemmende Geschichte eines Mediums, das von den dunklen Mächten vereinnahmt worden ist? Ich fühle mich in jedem Fall in meiner Einschätzung bestätigt, dass man mit Medialität wirklich sehr vorsichtig umgehen muss!!!

 

 

Bildrechte: www.piqs.de „Runde Sache“

 

KatrinNr. 67: Kannst Du mit Medialität umgehen, sei es aktiv als Medium oder passiv als „Nutzer“?