Nr. 69: Hast Du schon die richtige Perspektive für die Bewertung Deiner „seelischen Gesundheit“ gefunden?

Im Coaching höre ich oft Fragen wie „Muss ich dann nicht vielleicht doch mal eine Psychotherapie machen?“ oder Sätze wie „Ich bin doch nicht normal.“ Dahinter steckt die Angst, „psychisch krank“ zu sein, was in unserer Gesellschaft trotz aller Aufklärung, die mittlerweile stattgefunden hat, immer noch stigmatisiert ist. Dabei ist aber nie der „Gesundheitszustand“ des Einzelnen das Problem, sondern wie in unserer Gesellschaft seelische Gesundheit definiert wird. Denn aus der spirituellen Perspektive sieht alles komplett anders aus. Das alles ist aber „nicht mal eben schnell“ in drei Worten gesagt, weshalb ich dazu jetzt endlich einen Artikel schreiben will.

Was bedeutet seelische Gesundheit?

Aus spiritueller Sicht ist alles ganz einfach: Menschen inkarnieren auf dieser Erde, um ihr Bewusstsein zu läutern mit dem Ziel, die „Religio“ (lateinisch für „Rückverbindung“) mit Gott herzustellen oder ihr zumindest wieder näherzukommen. Mit anderen Worten: Sinn und Zweck der irdischen Existenz ist immer die Heilung des Bewusstseins. Daraus folgt: Aus spiritueller Perspektive sind durch die Bank alle Menschen „seelisch krank“, weil sie sonst nämlich gar nicht hier auf dieser Erde geboren worden wären. Die Erde ist also eine Art „Krankenhaus“ oder „Besserungsanstalt“ für alle Menschen. Manche Menschen – bedauerlicherweise eine kleine Minderheit – nutzen ihre Lebenszeit bewusst und gezielt dafür, ihr Bewusstsein zu heilen; diese Menschen erzielen natürlich aus spiritueller Sicht sowieso, aber auch für ihr irdisches Leben bessere Ergebnisse als diejenigen, die ihr Leben lang gar nichts in diese Richtung unternehmen. Aber selbst bei letzteren findet in jeder Inkarnation irgendeine Form von Fortschritt statt.

Von der Läuterung ausgenommen sind lediglich ein paar wenige „reine Seelen“, die eigentlich gar nicht mehr hier inkarnieren müssten und die das lediglich deshalb tun, um ihren noch nicht geläuterten Brüdern und Schwestern, die sich noch im Kreislauf der irdischen Inkarnationen befinden, zu helfen. Woran man „reine Seelen“ erkennen kann? Von außen gar nicht. Bei den großen Figuren der Heilsgeschichte wie etwa Mutter Theresa, Mandela oder Gandhi könnte man auf die Idee kommen, dass sie reine Seelen gewesen sind, das muss aber nicht zwangsläufig so sein. Denn man kann so etwas – wie eben geschrieben – nie „von außen“ beurteilen. Nur durch Pathwork weiß ich zum Beispiel von Gandhi, dass dessen Wirken die Einlösung einer karmischen Schuld war und er also keine reine Seele war. Aber eben weil man so etwas nie von außen beurteilen kann, mag ich irgendwelche Spekulationen darüber, wer eine reine Seele sein könnte, gar nicht. In meinen Augen bringen diese Spekulationen auch nichts, sondern sind im Gegenteil sogar schädlich: Sie fördern ein „Personenkult-Denken“, das einer reinen Seele zuwider wäre. Bleib einfach bei Dir selbst. Wenn Du selbst eine reine Seele bist, dann wirst Du das wissen oder zumindest ahnen, und dann wirst Du das – da bin ich mir sicher – tunlichst für Dich behalten und still und leise Deinen spirituellen Auftrag erfüllen.

Aus der spirituellen Perspektive ist der Ausgangspunkt für die Bewertung seelischer Krankheit also schlicht und ergreifend einfach: Alle Menschen durch die Bank sind „seelisch krank“, solange sie sich noch nicht wieder mit Gott verbunden haben. Wer diese Rückverbindung mit Gott erreicht hat, weiß das innerlich und wird – wie eine reine Seele – kein Wort darüber nach außen verlieren, sondern still und leise seinen spirituellen Auftrag erfüllen.

Die Schulmedizin hat die Tatsache, dass es so etwas wie seelische Krankheit gibt, erst beginnend mit Siegmund Freud, also beginnend um die vorletzte Jahrhundertwende herum, entdeckt. Mittlerweile gibt es in der modernen Medizin eine Standardisierung, wann eine psychische Krankheit vorliegt. Sie ist in im fünften Kapitel der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (abgekürzt ICD für die englischsprachige Bezeichnung „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“) enthalten. Diese Standardisierung orientiert sich an dem äußeren Erscheinungsbild einer seelischen Störung, was ich persönlich für nicht sachgerecht halte. Denn was „von außen“ identisch oder ähnlich aussieht, kann innerlich ganz unterschiedliche Ursachen haben. Ich persönlich glaube nämlich, dass ausnahmslos jede Seele individuell gestrickt ist und niemand von außen in eine fremde Seele „hineingucken“ kann, solange man nicht über ein wortwörtlich „überirdisches“ Wahrnehmungsvermögen verfügt. Ich persönlich glaube deshalb auch nicht, dass man seelische Zustände generalisieren und so erfassen kann, dass sie „standardisierbar“ sind. Trotzdem sehe ich natürlich die gesellschaftliche und vor allem auch wirtschaftliche Notwendigkeit, dass es ein Beurteilungssystem dafür geben muss, was offiziell als „Krankheit“ anerkannt wird. Denn davon hängt ab, welcher Personenkreis zur Behandlung welcher Krankheitsbilder staatlich ermächtigt ist und welche Leistungen von den Krankenkassen und –versicherungen erstattet werden. Würde insofern die spirituelle Perspektive, aus der heraus alle Seelen „krank“ sind, zugrunde gelegt werden, dann wäre das gesamte Gesundheitssystem lahmgelegt und aus den Angeln gehoben. Deshalb erfasst die Schulmedizin nur die krassen Formen seelischer Störungen.

Ob die Unterscheidung zwischen „seelisch krank“ und „seelisch gesund“, wie sie die Schulmedizin vornimmt, zutreffend und sachgerecht ist, wird vonseiten einiger Fachärzte und Psychotherapeuten rundheraus verneint. Auf den Punkt gebracht hat dies Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz, seines Zeichens Facharzt für Psychatrie und Psychatrie, in seinem Buch „Irre! – Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen“. In die gleiche Kerbe hauen unter anderem auch der promovierte Psychoanalytiker Arno Grün und der Psychiater und Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz, die beide einen pathologischen Zustand der Gesellschaft diagnostizieren. Will heißen: Auch sie attestieren denjenigen, die sich mit dem „Funktionieren“ in unserer Gesellschaft schwer tun, einen höheren Grad an seelischer Gesundheit als dem gesellschaftlichen Durchschnitt.

Ich teile natürlich die Sichtweise dieser Fachleute nur allzu gerne, nur frage ich mich – ganz pragmatisch, wie ich nun mal bin: Welchen Schluss soll der Einzelne für sich daraus ziehen? Wohl am ehesten den, dass es selbst aus Sicht medizinischer Fachleute in jedem Fall in Ordnung und sogar gesund ist, sich um die eigene seelische Entwicklung zu kümmern und sich hierfür gegebenenfalls Hilfe von außen zu holen. Das ist kein Indiz dafür, dass man „nicht normal“ oder „krank“ ist, sondern im Gegenteil ein Ausdruck geistiger Gesundheit, weil man sich auf diese Art und Weise aus einer kranken Gesellschaft herausentwickeln kann.

Aus spiritueller Perspektive kann ich dem nur hinzufügen, dass die seelische Entwicklung tatsächlich ja sogar Sinn und Zweck des Lebens hier auf der Erde ist. Mit anderen Worten: Wer sich um seine seelische Entwicklung kümmert, erfüllt seine vornehmste Aufgabe als Geschöpf Gottes.

Warum ich selbst kein „Rädchen im Räderwerk der Schulmedizin“ bin

Als mir so langsam klar wurde, was ich in die Welt bringen möchte, habe ich natürlich darüber nachgedacht, ob ich ein irgendwie geartetes Zertifikat im schulmedizinischen Bereich benötige. Mein Gefühl sagte mir „Nein, das brauche ich nicht!“, weil ich nicht „Patienten behandeln“ und nicht therapeutisch tätig werden will. Ich sehe den Schwerpunkt meiner Tätigkeit darin, anderen Menschen das spirituelle Weltbild mit seinen spirituellen Gesetzmäßigkeiten nahezubringen. Denn durch die veränderte Sicht auf die Welt und sich selbst sowie die darauf basierende Neuausrichtung von Handeln, Denken und Fühlen kann die spirituelle Heilung des Bewusstseins geschehen.

Mein Angebot richtet sich an Menschen, die nach schulmedizinischen Maßstäben gesund sind, sich auch gesund fühlen und in unserer Gesellschaft „funktionieren“, die aber innerlich spüren, dass das Leben mehr zu bieten hat als das, was sie bislang erlebt haben. Mit anderen Worten: Meine Dienstleistungen sind keine „medizinische Versorgung“, sondern dienen der spirituellen Selbstverwirklichung und sind damit aus irdischer Sicht purer Luxus. Deshalb habe ich im Räderwerk der Schulmedizin nichts zu suchen. Ich will auch gar nicht den Anschein erwecken, als hätte ich irgendeine schulmedizinische Kompetenz, weil ich dann Menschen anziehen würde, die die Verantwortung für das eigene Seelenwohl an einen „Therapeuten“ abgeben und „behandelt“ werden wollen. Mit solchen Menschen kann und will ich nicht zusammenarbeiten, weil Selbstverwirklichung das höchstmögliche Maß an Eigenverantwortung erfordert.

Ich persönlich glaube außerdem, dass Menschen, die Selbstverwirklichung anstreben, nicht glücklich werden mit dem therapeutischen Angebot der Schulmedizin. Auch deshalb will ich mich abgrenzen. Ich selbst habe viele Stunden Psychotherapie gemacht bei einer Frau, die ich nach wie vor für kompetent halte. Wenn ich aber heute darauf zurückblicke, dann stelle ich fest: Das zentrale Problem in meiner Persönlichkeitsstruktur hat sie übersehen, obwohl es während der Therapie erkennbar war. Das liegt meiner Einschätzung nach daran, dass dieses Problem eben nur aus spiritueller Sicht von zentraler Bedeutung ist, nicht aber so sehr aus medizinischer Sicht, weil man auch mit diesem Problem in unserer Gesellschaft sehr gut funktionieren kann (tatsächlich gehe ich aufgrund meiner Beobachtungen davon aus, dass 95 % aller Menschen in mehr oder weniger starker Ausprägung das gleiche Problem haben oder hatten wie ich). Außerdem stand für mich persönlich aus der retrospektiven Betrachtung heraus der Zeit- und Kostenaufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Diesen Umstand schreibe ich aber nicht der Kompetenz der Therapeutin zu, sondern der therapeutischen Methode, die darauf ausgerichtet ist, „kranken“ Menschen (= Menschen, die in unserer Gesellschaft nicht mehr funktionieren können) zu helfen, und dazu habe ich eben nicht gehört. Ich hätte mir mehr Tempo und insbesondere mehr Wissenstransfer gewünscht – Wissenstransfer, damit ich gezielt selbst an mir arbeiten kann. Aber bei der Schulmedizin ist es eben so, dass der Therapeut die „Wissenshoheit“ behält, damit er seinen Patienten „behandeln“ kann.

Damit ich hier nicht falsch verstanden werde: Ich lehne Psychotherapie ganz gewiss nicht ab und ermuntere jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, eine Psychotherapie zu machen, das zu tun. Was ich nur deutlich machen will: Ich arbeite aus Überzeugung nicht therapeutisch, weil ich glaube, dass es viele Menschen wie mich gibt, die etwas „Anderes“ brauchen. Wie ich dieses „Andere“ definiere? Als Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei ist mir extrem wichtig, die spezifischen Ressourcen meiner Coachees gezielt zu nutzen, und ich variiere das Tempo und die Vorgehensweise je nach dem, wer vor mir sitzt.

Abschließend noch kurz ein paar Worte zum Thema „Hochsensibilität“

Über Hochsensibilität habe ich bereits im meinem Artikel Nr. 31 geschrieben. Mir erscheint wichtig, an dieser Stelle eine Verbindung herzustellen zu der Frage, wie es um Deinen eigenen seelischen Gesundheitszustand bestellt ist. Allgemein wird nämlich geschätzt, dass nur etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel sind.

Wer zu diesen 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung gehört, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerer als Andere mit dem Leben hier auf der Erde tun, wenn er nicht eine schützende Nische für sich gefunden hat. Denn Hochsensibilität ist – wie ich auch schon in meinem Artikel Nr. 31 geschrieben habe – der Ausdruck für ein hochentwickeltes spirituelles Bewusstsein, also für ein Bewusstsein, das sich vom durchschnittlichen Entwicklungsstand des Bewusstseins in der Bevölkerung unterscheidet. Da die gesellschaftlichen Umstände jedoch hervorgebracht werden durch das in der Bevölkerung vorhandene durchschnittliche Bewusstsein, bedeutet das, dass die gesellschaftlichen Umstände für Hochsensible „unbequem“ und nicht wirklich passend sind. Das kann man vergleichen mit den Konfektionsgrößen von Bekleidung: Während der Durchschnittsmensch mit der Durchschnittsfigur wunderbar mit standardisierten Konfektionsgrößen klar kommt, gibt es einige Menschen, die die entsprechende extra-lange oder extra-kurze Konfektionsgröße benötigen. Und manche Menschen kommen eben auch nur mit Maßanfertigungen zurecht, weil selbst die extra-langen und extra-kurzen Konfektionsgrößen nicht zum eigenen Körperbau passen. Will heißen: Wer hochsensibel ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit einem Durchschnittsleben „von der Stange“ glücklich werden, sondern braucht vielleicht sogar eine „Maßanfertigung“, um sein Glück zu finden.

Das mag auf den ersten Blick „ungerecht“ wirken: Warum haben es manche Menschen „schwerer“ als andere? Dazu kann man nur sagen: Tja, so ist das Leben nun mal, dass man in Laufe seiner spirituellen Gesamtentwicklung verschiedene Phasen durchlaufen muss, quasi von der ersten Klasse bis hin zur Schulabschlussklasse, bevor man dem Rad der Reinkarnation entwachsen ist und in höheren Läuterungssphären weitermachen kann. Und wie in der Schule auch ist der Lernstoff in der ersten Klasse für einen Erstklässler genauso anspruchsvoll wie der Lernstoff in der Schulabschlussklasse aus der Sicht des Absolventen. So gesehen ist also gar nichts „ungerecht“. Außerdem kann man mit dieser Tatsache viel besser umgehen, wenn man zumindest weiß, was der Hintergrund dafür ist, dass man irgendwie das Gefühl hat, dass man selbst nicht so richtig in diese Welt passt. Außerdem ist Hochsensibilität dann keine „Erschwernis“ oder kein Nachteil, wenn man sich um seine spirituelle Entwicklung kümmert und sein eigenes spirituelles Potential voll ausschöpft. Denn dann können Hochsensible auch weit mehr Freude und Erfüllung als „Normalos“ erleben. Die augenscheinliche „Erschwernis“ ist also zugleich auch das Potential für mehr Freude und Erfüllung; man muss sich eben nur mehr als Andere um die eigene spirituelle Entwicklung kümmern.

Das Einzige, das nicht funktioniert, ist, wenn man als Hochsensibler versucht, sich den Normalos anzupassen. Das führt schnurstracks ins Unglück. Das ist wie ein Rennpferd, das sich als Pony auf einem Reiterhof für Kinder verdingen will: Als Pony für die Kinder taugt es nichts, weil es zu viel Power hat und schon auf kleinste Berührungen explosiv reagiert. Deshalb würde aus dem Rennpferd binnen kürzester Zeit ein abgestumpfter, unglücklicher Gaul werden, der zwar die Kinder nicht mehr gefährdet, der sich aber auch nicht in seinem Element entfalten kann und dementsprechend unglücklich ist. Ich kenne einen hochsensiblen Mann im fortgeschrittenen Alter, der diesen Weg gegangen ist. Meiner Einschätzung nach befindet er sich heute in einem Zustand, der nach den Maßstäben der Schulmedizin als „psychisch krank“ beurteilt werden würde; was ich aber viel trauriger finde: Dieser Mann ist sterbensunglücklich und sehr einsam. Die ersten Anzeichen von Altersdemenz lassen vermuten, dass er keinen schönen Lebensabend vor sich hat. Ich vermute übrigens, dass Altersdemenz immer das physische Ergebnis einer vernachlässigten spiritueller Entwicklung ist.

Damit hier an dieser Stelle kein Missverständnis entsteht: Ich halte Hochsensible keineswegs für „bessere“ Menschen als Menschen, die nicht hochsensibel sind. Tatsächlich empfinde ich den Umgang mit nicht-hochsensiblen Menschen häufig als viel entspannter, fröhlicher und unkomplizierter, eben weil sie nicht so kompliziert sind. Außerdem bereichern alle Menschen durch die Bank mein Leben mit ihren spezifischen Fähigkeiten und Kenntnissen, weil ich so sehr gern Neues kennenlerne. Im Grunde ist es mit den Hochsensiblen und nicht Nicht-Hochsensiblen wie mit Menschen in einer Organisation, die unterschiedliche Funktionen wahrnehmen, wobei beide Funktionen für die Organisation unverzichtbar sind. Prompt fällt mir das Beispiel von Ärzten und Krankenschwestern ein, die beide für den Betrieb eines Krankenhauses unverzichtbar sind. Ich vermute allerdings, dass es gerade unter den Krankenschwestern mehr Hochsensible gibt als unter den Ärzten, weshalb irdischer „Funktionsstatus“ und spiritueller Entwicklungstand also keineswegs kongruent sein müssen, was das Miteinander oft erst richtig schwierig macht.

Vielleicht bin ich übrigens auch deshalb mit der Psychotherapie nicht so recht glücklich gewesen, weil ich selbst hochsensibel bin. Mir erscheint plausibel, dass die Methoden der Psychotherapie am Durchschnittsbewusstsein orientiert sind, die vielleicht für mich als Hochsensible nicht exakt passend waren. Oder vielleicht sind die seelischen Entwicklungsaufgaben für Hochsensible andere als für Normalos und deshalb nicht im Fokus der Psychotherapie, was mir ebenfalls plausibel erscheint und meinen Erfahrungen zu entsprechen scheint, siehe oben. Zum Beispiel wage ich auch zu bezweifeln, dass das Gros der Psychotherapeuten jemals etwas von der Notwendigkeit gehört hat, dass die Dualität überwunden werden muss, woran ein hochentwickeltes Bewusstsein oft nicht vorbeikommt. Das sind aber nur so Gedanken, die mir eben spontan beim Schreiben gekommen sind und die nicht stimmen müssen. Da ich selbst ganz gewiss keine Psychotherapie mehr machen werde, werde ich insofern keine gesicherten Erkenntnisse mehr liefern können. Außerdem gibt es vielleicht auch ein spezielles Therapieangebot für Hochsensible, was mir wahrscheinlich erscheint angesichts der Tatsache, dass es zum Thema „Hochsensibilität“ mittlerweile jede Menge Speziallektüre gibt.

Fazit

Letztlich wird Dir nur eines helfen: Ausprobieren und reinspüren, ob und was für Dich passt! Was mir nur wichtig ist: Lass Dich nicht davon beeinflussen, wie Andere oder die Gesellschaft darüber denken, wenn Du Dir für Unterstützung für Deine seelische Entwicklung suchen willst. Entscheidend ist allein, ob Du Dich in Deiner Haut und in Deinem Leben wohl fühlst. Wenn dem nicht so ist, dann weißt Du jetzt, dass selbst schulmedizinische Fachleute diese Gesellschaft für krank halten. Es ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Zeichen seelischer Gesundheit, wenn Du andere Wege als die Gesellschaft gehen willst. Also trau Dich!!!

 

 

 

 

 

Bildrechte: www.piqs.de „Wanderwegweiser zum Turm“

KatrinNr. 69: Hast Du schon die richtige Perspektive für die Bewertung Deiner „seelischen Gesundheit“ gefunden?