Nr. 7: Der Weg in die Bewusstheit

Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen Überblick geben, wie der Weg in die Bewusstheit strukturiert ist und welche Parameter dafür wichtig sind.

Gegenstand, Ziel und Zweck des Weges in die Bewusstheit

In seinem Kern ist jeder Mensch Gott, also reines, unberührtes, funkelndes Bewusstsein. Dieser göttliche Funke wird auch als Höheres Selbst bezeichnet. Er ist die Quelle der Freude, Liebe, Wahrheit, Weisheit, Kreativität, Lebenskraft und aller anderen Qualitäten, die das Leben lebenswert machen.

Dieser göttliche Kern ist verbunden und ummantelt von einer mehr oder weniger transparenten Bewusstseinsschicht, der Seele. Die Seele ist das Individuum auf der geistigen Ebene mit spezifischen Fähigkeiten und Talenten. Darin abgespeichert sind außerdem alle positiven wie negativen Erfahrungen, die eine Seele bei ihrer Reise durch ihre diversen Inkarnationen erlebt hat. Und weil eine Seele zum Zweck der Läuterung auf der Welt inkarniert, ist in der Seele eines jeden Menschen auch Schatten enthalten, der durch die Abweichung der Seele von göttlichem Gesetz entstanden ist.

Die menschliche Persönlichkeit – auch Ego genannt – ist Teil der menschlichen Hülle, in die die individualisierten Bewusstseinspartikel hineingeboren werden. Sie umfasst alles, was uns als Menschen ausmacht und was uns als Mensch überlebens- und handlungsfähig macht. Gleichzeitig ist in die menschliche Persönlichkeit – insbesondere in das Unterbewusstsein – alles eingeprägt, was in der Seele enthalten ist, so dass bei entsprechender Bewusstheit auf das Wissen der Seele und damit auch auf das Wissen und Erfahrungen vorangegangener Inkarnationen zugegriffen werden kann.

Gegenstand der Bewusstwerdung sind lediglich die Seele und die menschliche Persönlichkeit. Denn der göttliche Funke ist ja – wie der Name schon sagt – göttlich und damit perfekt, so wie er ist. Aber es ist wichtig, sich in vollem Umfang bewusst zu werden, dass es diesen überhaupt in jedem Menschen gibt und wie er auch jetzt schon positiv in der oder durch die Persönlichkeit wirkt. Denn nur dann kann man sich selbst im rechten Licht sehen. Ich bin mir sicher, dass er auch bei Ihnen schon deutlich wahrnehmbar durch Ihre Persönlichkeit hindurch funkelt! Denn sonst würden Sie diesen Artikel sicherlich nicht lesen. Nur wer das Funkeln kennt, sehnt sich nach mehr Funkeln.

Wenn Sie Ihre Seele und Persönlichkeit gereinigt haben, sind Sie erleuchtet! Denn dann kann der göttliche Kern in Ihnen zu 100% durch Sie hindurch scheinen. Allerdings ist Erleuchtung nur in seltenen Fällen ein Selbstzweck. Zumindest am Anfang des Weges ist es auch nicht notwendig, diesen „für“ Gott oder den Heilsplan Gottes zu betreten. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie zunächst aus rein „egoistischen“ Gründen starten. Tatsache ist: Je mehr Sie sich Ihrer Seele und Persönlichkeit bewusst werden, umso eher sind Sie in der Lage, Ihr Leben so zu führen, dass Sie es als beglückend und erfüllend empfinden. Ein gutes Leben, in dem man all die wundervollen Vorzüge des irdischen Lebens in vollen Zügen genießen kann, ist praktisch die Belohnung dafür, dass man sich selbst einer Läuterung unterzieht. Außerdem bereichern Sie damit unweigerlich auch die Welt und Ihre Mitmenschen. Denn wenn Sie selbst wirklich glücklich und erfüllt sind, verströmen Sie positive Energie, die auf alle heilend wirkt! Nur sehr wenigen verlangt Gott mehr ab.

In spirituellen Kreisen ist gelegentlich die Rede davon, dass das Ego aufgegeben werden müsse. Das ist aus meiner Sicht nicht nur ein Ding der Unmöglichkeit, weil wir als Menschen ohne Ego in dieser Welt gar nicht handlungsfähig wären. Diese Sichtweise tut auch dem Ego unrecht: Das Ego sorgt dafür, dass Sie sich als individualisierter und damit einzigartiger Aspekt Gottes ausdrücken können! Es geht einzig darum, das Ego so transparent zu machen, dass der göttliche Kern in Ihnen durch Ihr Ego hindurch strahlen und die Führung in Ihrem Leben übernehmen kann. Für diesen Prozess brauchen Sie sogar das Ego, weil es zwei mächtige Instrumente an Bord hat: Den inneren Beobachter und den bewussten Willen.

Der Prozess der Bewusstwerdung

Im Prozess der Bewusstwerdung gibt es zwei Pole: Den leuchtenden göttlichen Funken und die Schattenanteile in Seele und Persönlichkeit, die das Licht des göttlichen Kerns verdunkeln. Kein Mensch – und erst recht nicht Sie! – ist vollständig verschattet. Licht und Schatten durchfluten einander, wobei an manchen Stellen mehr Licht und an anderen mehr Schatten vorherrscht. Nicht selten besteht die Herausforderung darin, Licht und Schatten voneinander zu trennen.

Das Licht entspricht und ist kompatibel mit den Qualitäten des göttlichen Funken, also Freude, Liebe, Wahrheit, Kreativität, Lebenskraft und allen anderen Qualitäten, die das Leben lebenswert machen. Die Schattenanteile wirken dem göttlichen Kern entgegen und umfassen abstrakt gesprochen alles, was die göttlichen Qualitäten ausbremst, wie etwa hinderliche Verhaltensmuster, Glaubenssätze und Gefühle wie Angst, Hass und Neid. Deshalb muss der Prozess der Bewusstwerdung von beiden Polen aus angegangen werden: Einerseits durch eine Verstärkung des Lichts, andererseits durch eine Transformation der Schattenanteile. Wer versucht, alles Schattige auszublenden und so zu tun, als ob es ihn nicht gibt, wird zwar mehr Licht in die Welt bringen, aber auf halber Strecke stecken bleiben. Und wenn man die richtige Einstellung zu seinen eigenen Schattenanteilen gewinnt und weiß, wie man sie transformiert, verlieren sie ohnehin ihren Schrecken.

Ziel des Prozesses ist, dass göttlicher Funke, Seele und Persönlichkeit einheitlich licht werden. Das ist die Überwindung der Dualität durch Einheit.

Wichtig zu verstehen ist auch, dass zu Beginn in aller Regel der bewusste Willen der Persönlichkeit in der „Führungsrolle“ ist und bestimmt, wie sich ein Mensch verhält und entwickelt. Ziel des Prozesses ist, diese Führungsrolle nach und nach auf das höhere Selbst und dessen Willen zu übertragen und den bewussten Willen diesem inneren Willen unterzuordnen.

Die Ebenen des Weges in die Bewusstheit

Der Weg in die Bewusstheit findet auf drei Ebenen statt: Auf der Ebene des Verhaltens, der des Denkens und der des Fühlens. Ich spreche bewusst von Ebenen und nicht von Stufen, weil die Entwicklung auf zwei oder allen Ebenen gleichzeitig stattfinden kann, auch wenn tatsächlich der Schwierigkeitsgrad der Bewusstwerdung und Veränderung gestuft ist: Das eigene Verhalten zu erkennen und zu verändern ist relativ einfach. Sich des eigenen Denkens bewusst zu werden und es zu steuern, ist schon schwieriger, aber wenigstens noch mit Willensanstrengung zu bewerkstelligen. Die Ebene der Gefühle jedoch ist die Königsdisziplin: Gefühle entziehen sich jeder direkten Steuerung und können nur mittelbar willensgesteuert verändert werden. Aber es ist möglich! Man muss nur wissen, wie es geht.

Dass Gefühle sich dem direkten Willen entziehen, ist aus meiner Sicht der wichtigste Grund dafür, warum die allermeisten Menschen Angst vor ihren Gefühlen haben. Sie erscheinen einem wie ein unwillkürlicher Diktator, dem man nichts entgegen zu setzen hat. Deshalb unterdrücken die allermeisten Menschen ihre Gefühle und tun so, als ob es sie gar nicht gäbe. Damit bewahren sie sich die Illusion, Herr ihrer selbst zu sein. Außerdem werden Gefühle in unserer rationalen Gesellschaft als „uncool“ abgewertet und weitestgehend ausgeblendet. Nur ist das bei genauerer Betrachtung ein irrationaler Umgang mit Gefühlen. Denn es ist eine Tatsache, dass es sie in uns gibt. Punkt. Das sieht man schon daran, dass gerade die vermeintlich rationalsten Menschen Gefühlsausbrüche in Form von cholerischen Wutanfällen und Hassattacken an den Tag legen. Das ist die Folge davon, dass diese Menschen ihre Gefühle verleugnet haben, um rational zu erscheinen. Mit den aggressiven Ausbrüchen meldet sich das innere Wesen dieser Menschen zu Worte und zeigt seine Wut darüber, dass es sich nicht in Gefühlen ausdrücken darf. Unterdrückte Gefühle zeigen sich immer auf eine wie auch immer geartete destruktive Weise, zum Beispiel auch in Übergewicht, Drogenmissbrauch, Phobien, Zwängen oder sogar physischer Krankheit.

Außerdem brauchen wir unsere Gefühle, wenn wir das erleben wollen, wonach sich alle Menschen am meisten sehnen: Freude, Liebe und erfüllender Sex. Zwar kann insofern auch der Verstand hilfreich sein, aber ohne Gefühle geht gar nichts. Auch Sex ist dann letztlich nichts anderes als rhythmische Sportgymnastik mit einem orgastischen Höhepunkt. Dagegen ist Sex mit Gefühlen und insbesondere Liebe ein unbeschreiblicher Höhenflug. Das haben mir Männer, die Zugang zu ihren Gefühlen haben, bestätigt!

Nebenwirkungen des Prozesses und Ausblick

Je mehr Sie sich Ihrer eigenen Persönlichkeit bewusst werden, desto besser können Sie andere Menschen und deren Verhalten einschätzen. Das hat zum einen damit zu tun, dass Ihre Wahrnehmung auf allen Ebenen schärfer wird, zum anderen damit, dass Sie den sprichwörtlichen siebten Sinn, die Fähigkeit der Intuition für andere Menschen entwickeln. Dadurch gewinnen Sie Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen auf einer tieferen Ebene.

Gleichzeitig gewinnen Sie ein umfassenderes Verständnis für gesellschaftliche Entwicklungen, weil das kollektive Bewusstsein der Gesellschaft aus dem Bewusstsein der Einzelnen gebildet ist und deshalb vergleichbare Prozesse durchläuft und vergleichbare Ergebnisse hervorbringt. Sie werden außerdem herausfinden, dass sogar die Entwicklung der gesamten Menschheit der Entwicklung eines Einzelnen ähnelt.

Außerdem werden spirituelle Weisheiten und Gesetzmäßigkeiten, die überall gelehrt werden, aber oft nur leeres kognitives Wissen bleiben, nach und nach für Sie tatsächlich erfahrbar und damit greifbar. Kurz: Aus den vielen losen Enden und offenen Fragen, die die Welt chaotisch und bedrohlich erscheinen lassen, formt sich in Ihnen langsam ein Bild aus einem Guss heraus. Irgendwann erreichen Sie den Zustand der Einheit mit der Welt, der Ihnen tiefen inneren Frieden, Glückseligkeit und Zugriff auf universelle Wahrheit gibt. Aber ich will nicht verhehlen, dass das nicht von heute auf morgen möglich ist, sondern viele Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte dauern kann. Wenn Sie mit diesem ehrgeizigen Ziel an den Start gehen, müssen Sie also etwas Geduld und Ausdauer mitbringen. Aber ist das nicht erst recht ein Grund, keine weitere Zeit zu verlieren und sofort anzufangen? Außerdem werden Sie schon bei der Erreichung von Etappenzielen eine wesentliche Verbesserung Ihrer Lebensqualität feststellen. Aber der Einzige, der Sie davon überzeugen kann, dass das tatsächlich so ist, wie ich das hier beschreibe, sind Sie selbst, indem Sie ausprobieren.

Wollen Sie den Versuch wagen umzudenken?

KatrinNr. 7: Der Weg in die Bewusstheit