Nr. 70: Kannst Du schon die berühmt-berüchtigte „Stille“ in Dir spüren?

Eckart Tolle, dem man nachsagt, erleuchtet zu sein, hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Stille spricht“, und das Buch der ebenfalls als erleuchtet geltenden Yolande Duran-Serrano trägt im Englischen den Titel „Silence heals“ = „Stille heilt“. Weil ich ja nun leider nicht erleuchtet bin, habe ich mich mal gefragt, wie sich diese Stille wohl anfühlen mag. Meine Gedanken dazu habe ich hier aufgeschrieben. Denn ich habe die Befürchtung, dass da draußen einige Menschen unterwegs sind, die das Wort „Stille“ missverstehen. Auch wenn ich selbst nicht erleuchtet bin, weiß ich in mancherlei Hinsicht definitiv, was keine Stille im Sinne der Erleuchtung ist.

Eingehen werde ich hier außerdem auf die Frage, wie man den Zustand der Stille erreichen kann. Denn dazu können natürlich weder Tolle noch Duran-Serrano etwas sagen, weil sie beide eine Spontanerleuchtung erfahren haben. Ne, halt, ich will vorsichtiger sein: Ich habe deren Ausführungen insofern keine Hilfe entnehmen können. Vielleicht bist Du ja insofern findiger als ich.

Stille ist innerer Frieden und alles, was zu innerem Frieden führt

Natürlich kenne ich Phasen des inneren Friedens, in denen ich einfach nur still vergnügt dasitzen oder vor mich hin spazieren kann und mit Dankbarkeit erfüllt bin. Ist das die Stille, von der die beiden sprechen? Ganz still ist es allerdings auch dann nicht in meinem Kopf. Denn dann springen mir ab und zu Gedanken in den Kopf wie: Ich muss mich noch um xyz kümmern oder xyz besorgen. Oder mir kommen Antworten zu Fragen, die ich mir irgendwann mal gestellt habe. Oder mir kommt die Idee einer Lösung für ein Problem. Oder eine ganz neue Idee. Aber das sind ja alles „angenehme“ Gedanken, die zumindest ich nie als störend, sondern im Gegenteil als Bereicherung empfinde.

Diesen Zustand erreicht man, indem man seine inneren Konflikte auflöst. Ich habe nämlich festgestellt, dass mein innerer Frieden immer dann gestört ist, wenn einer meiner inneren Konflikte mal wieder durch irgendetwas „angetitscht“ worden ist. Zum Glück taucht bei mir mittlerweile kein komplett neues Material mehr auf. Vielmehr ist das, wie wenn alte Bekannte mal wieder vorbeischneien so nach dem Motto: „Ach, Dich gibt es auch noch?“ Dann wollen meist noch einmal ein paar alte Gefühle gefühlt werden. Oder mentale Konzepte noch mal präzisiert werden. Wenn ich damit dann durch bin, kehrt relativ rasch wieder Frieden ein.

Diese Entwicklung hin zu immer mehr innerem Frieden entwickelt sich kontinuierlich und als spontan auftretendes, also nicht willentlich steuerbares Ergebnis innerer Arbeit. Den Fortschritt sehe ich daran, dass ich auf vergleichbare Situationen zunehmend anders, nämlich gelassener reagiere. Denn denke ich: „Hui, das letzte Mal, als es um das gleiche Thema ging, hast Du noch viel heftiger reagiert. Im Vergleich dazu war das dieses Mal doch nur noch ein kleines „Hoppla!“.“ Solche Feststellungen schaffen natürlich sehr viel innere Befriedigung.

Ich weiß allerdings aus Erzählungen, dass einige Menschen einen solchen inneren Frieden „künstlich“ herzustellen versuchen. Wer sehr stark im Kopf ist und wenig Zugang zu seinen Gefühlen hat, setzt dann einen „inneren Richter“ auf den inneren Konflikt an, der ein „Urteil fällt“, wie der Konflikt aufgelöst werden soll. Das löst nur leider gar nichts auf, weil dabei das emotionale Wirrwarr dahinter nicht entheddert wird. Das merken diese Menschen natürlich nicht, weil sie ihre Gefühle kaum wahrnehmen können. Ich aber merke das sehr wohl, nämlich daran, dass diese Menschen nicht spontan und adäquat reagieren können, sondern für mich fühlbar wie „nach Anleitung“ funktionieren. Diese Menschen bilden sich dann ein, sie würden „Stille“ erleben, was aber Selbstbetrug ist: Wer sich seine Gefühle mit dem Denken abschneidet, tötet sich selbst oder sein inneres Wesen. Das ist allenfalls so etwas wie „Grabesstille“, die dann entstehen kann und die sich für ein empfängliches Gegenüber genauso anfühlt: Kühl und tot, bestenfalls irgendwie kalt „klirrend“ freundlich.

Künstlicher innerer Frieden wird von einigen Menschen auch dadurch hergestellt, dass sie die Gefühle, die sie sehr wohl zur Kenntnis nehmen, versuchen „umzumodeln“: Sie fühlen zum Beispiel Ärger, wollen aber keinen Ärger spüren, weil das so „unspirituell“ ist, und reden sich deshalb dann in einen liebevollen Zustand hinein. Damit würgen sie ihre Gefühle genauso ab, wie sich Kopfmenschen ihre Gefühle abschneiden. Will heißen: Das ist genauso schädlich. Der richtige Umgang mit dem Ärger zum Beispiel ist es, den Ärger voll zu fühlen und in jeder Facette zu verstehen. Es gibt nämlich „falschen“ Ärger, der ein Relikt aus der Vergangenheit ist und deshalb eigentlich gar nichts mit dem aktuellen Auslöser zu tun hat, und „echten“ Ärger, den man um Himmels willen nicht ignorieren darf, weil er in aller Regel aktuellen Handlungsbedarf anzeigt. Deshalb sollte man „echten“ Ärger nie mit Liebe „zutünchen“, sondern ernst nehmen. Wir leben nun mal in einer Welt, in der es Konflikte mit anderen Menschen gibt. Dann kann echter innerer Frieden unter Umständen nur dann eintreten, wenn man entschlossen in den Konflikt im Außen hineingeht. Oder aber ganz bewusst genau darauf verzichtet, weil man anderen Erwägungen eine höhere Priorität einräumt. Aber diese Entscheidung kann niemand treffen, der den Ärger nicht analysiert, sondern künstlich mit Liebe „zukleistert“ hat. Und beim „falschen“ Ärger muss man noch tiefer gehen, weil dahinter meist auch noch alter Schmerz steckt.

Künstlich hergestellte „Stille“ ist in jedem Fall immer kontraproduktiv, weil sie einen konfliktbehafteten Zustand im Bewusstsein zementiert. Das mag sich zwar im ersten Moment „entspannend“ anfühlen, ist aber ein fetter Bremsklotz für die weitere Entwicklung mit der Folge, dass echte Stille nie und nimmer eintreten kann.

Und noch eine seltsame Art von innerem Frieden gibt es, die ich als geradezu tödlich empfinde, wenn sie mir bei anderen begegnet: Es gibt nicht wenige Menschen, die ausschließlich um sich selbst kreisen. Die meisten von ihnen sind nicht im Frieden mit sich selbst, aber darunter gibt es auch ein paar Paradiesvogel-Exemplare, die mit sich selbst komplett „selbstzufrieden“ sind, die zum Teil sogar über sich selbst behaupten, sie hätten die innere Stille gefunden = sie seien erleuchtet. Weil ich in diese Menschen nicht „hineingucken“ kann, werde ich denen ganz gewiss nicht widersprechen. Was ich nur festgestellt habe, ist, dass sich die Kommunikation mit diesen Menschen so anfühlt, als wenn ich gegen eine Wand rede, weil nichts zu diesen Menschen durchzudringen scheint. Es fühlt sich für mich so an, als ob es mich als Mensch in der Kommunikation mit diesen Menschen gar nicht gibt; als ob ich nicht-existent und tot bin. Ich erkläre mir dieses Phänomen so, dass es eben „Erleuchtung“ auf verschiedenen Entwicklungsstufen gibt: Auf der untersten Stufe stehen eben diejenigen, die ausschließlich mit sich selbst und ihrem eigenen inneren Gott beschäftigt sind, und auf der obersten Stufe stehen die, die Gott auch in anderen Menschen wahrnehmen können, ohne dadurch aus der eigenen inneren Stille herausgerissen zu werden, weil sie mit allem umgehen können, was von außen von anderen Menschen kommt. Ich selbst habe eine sehr feine Wahrnehmung für andere Menschen und kann mit fast allem umgehen, was mir von anderen Menschen von außen serviert wird. Die einzige Situation, die mich immer noch ins Schlingern bringen kann, ist, wenn ich feststelle, dass ich bei meinem Gegenüber gegen eine Wand rede und als Mensch – oder mit meiner eigenen inneren Göttlichkeit – einfach rein gar nicht wahrgenommen werde. Aber irgendwann werde ich mich auch daran gewöhnt haben und wissen, dass das ein realer Aspekt in unserer Welt ist… Es gilt die Devise: Annehmen, was ist!

Stille ist konzentrierte Selbstreflexion

Ich habe mal an einem Sesshin in einem Zen-Trainingszentrum teilgenommen und insgesamt acht Tage lang an jedem einzelnen Tag jeweils insgesamt zehn Stunden auf einem Meditationhöckerchen sitzend auf eine Wand vor mir gestarrt und konzentriert meine Atemzüge gezählt. Während danach alle anderen total begeistert und angeblich erfrischt waren, habe ich nur gedacht: „Nie wieder!“ Denn was damit erreicht werden soll, ist Stille im Kopf, und in meinem Kopf war es mitnichten still geworden. Ich habe damals nur gedacht: „Ich bin eben kein spiritueller High Flyer, andere sind dafür besser geeignet. Damit muss ich halt leben.“

Erst ein paar Jahre später habe ich durch Pathwork verstanden, dass solche exzessiven Konzentrationsübungen nichts bringen. Pathwork empfiehlt, sich zweimal fünf Minuten täglich (vergleichbar wie im Zen) im „Nichtdenken“ zu üben und ansonsten die Meditation in der Form zu praktizieren, dass man konzentriert sein eigenes Innenleben reflektiert. Statt der Fokussierung auf die leere Wand vor einem soll man quasi seine Persönlichkeitsstrukturen in den Fokus nehmen und diese gegebenenfalls ändern. Irgendwo anders hatte ich auch schon mal gelesen, warum das sinnvoller ist als exzessives Training im Nichtdenken: Wer Zen oder eine vergleichbare Meditationsform macht, erlebt zwar während der Meditation vielleicht Stille oder sogar außergewöhnliche Bewusstseinszustände. Sobald er aber die Meditation beendet, hat sich nichts an der Persönlichkeitsstruktur geändert, auch wenn die Prozesse durch die exzessive Meditation vielleicht verlangsamt ablaufen. Will heißen: Man schleppt immer noch die gleichen Probleme und inneren Konflikte mit sich herum, die im Alltag für Unruhe im Kopf sorgen. Wenn man aber – wie Pathwork es empfiehlt – seine Meditation auf die Transformation seiner Persönlichkeit verwendet, verändert sich das eigene Innenleben Schrittchen für Schrittchen, so dass es dauerhaft immer ruhiger im Kopf wird.

Ich erleben diese Art der Meditation in Form der Selbstreflexion als extrem spannend, spannender als jede Lektüre oder jedes Kino-, Theater- oder Fernsehprogramm. Und immer, wenn ich eine entscheidende Erkenntnis gemacht habe, macht mir das sogar richtig Spaß. Dann herrscht in meinem Kopf zwar keine „Stille“, aber ein so hoher Grad an Konzentration und Zufriedenheit, dass ich die Zeit vergesse, was ich als angenehmen Bewusstseinszustand empfinde. Dass die Zeit sinnvoll investiert ist, habe ich – wie bereits geschrieben – daran gemerkt, dass sich nach und nach meine Reaktionen verändert haben und ich ruhiger und gelassener reagiert habe auf Ereignisse, die früher Tumult in mir ausgelöst haben. Das heißt: Diese Art der Meditation ist definitiv ein Weg zu deutlich mehr Stille im Kopf. Und wenn mich doch noch mal etwas „antitscht“, kann ich es relativ schnell zuordnen, sodass ich nicht mehr wie früher in nervtötenden Gedankenschleifen festhänge oder in unergiebigem Grübeln versinke. Gedankenschleifen und Grübeln bringen nichts und sind ermüdend.

Diesen „vorbereitenden“ Aspekt von Stille beschreiben Tolle und Duran-Serrano natürlich nicht, weil sie beide spontan erleuchtet worden sind und deshalb die Stille im Kopf frei Haus „geschenkt“ bekommen haben. Gerade deshalb war es mir aber umso wichtiger, ihn zu erwähnen: Denn meiner Einschätzung nach ist das ein verlässlicher Weg dahin, wie man als Otto Normalverbraucher ohne Spontanerleuchtung irgendwann in die „erleuchtete Stille“ gelangen kann.

Dabei will ich aber nicht unterschlagen: Es gibt Lehrer, die die Lehre des „Neo-Advaita“ vertreten. Das ist eine modernisierte Form des traditionellen Advaita Vedanta, mit dem ich persönlich gar nichts anfangen konnte. Das Neo-Advaita kann ich zumindest kognitiv verstehen, aber es dockt bei mir irgendwie nicht an. Da es aber viele Menschen gibt, die davon begeistert sind, will ich es an dieser Stelle nicht unterschlagen. Du musst einfach gucken, was für Dich passt.

Stille ist Wachheit und Präsenz im Augenblick!

Was insbesondere Tolle in seinem Buch mit dem Titel „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ als Aspekt der Stille beschreibt, ist ein hoher Grad an Präsenz im Augenblick und damit verbunden ein hoher Grad an Wachheit, mit der die Umgebung und andere Menschen wahrgenommen werden. Als ich das das erste Mal vor vielen Jahren gelesen habe, dachte ich, verstanden zu haben, was er damit meinte. Hatte ich aber nicht, wie ich heute weiß. Deshalb ergeht meiner Einschätzung nach vielen so, wie es mir damals ergangen ist, weshalb ich hier darauf kurz eingehen möchte.

Wenn ich etwas verstanden habe in den letzten Jahren, dann ist das die Tatsache, dass die allermeisten Menschen andere Menschen nur sehr, sehr eingeschränkt oder sogar gar nicht wahrnehmen können. Das liegt insbesondere an drei Psychodynamiken, die man kennen, in sich erkennen und auflösen muss, wenn man den Zustand der Präsenz im Moment erreichen will. Deshalb habe ich diese drei Psychodynamiken hier kurz zusammengefasst; zu allen dreien ist natürlich noch weit mehr zu schreiben.

Da ist als erstes der Mechanismus der Verleugnung: Verstanden habe ich ihn, als ich nicht nur einmal Menschen etwas gesagt oder geschrieben habe, das diese Menschen schlicht ignoriert haben. Das ist eine extrem irritierende Erfahrung, weil ich zuerst dachte, mich nicht deutlich genug ausgedrückt zu haben. Das Problem war aber ein anderes: Es ging immer um Aussagen von mir, die diese Menschen schlichtweg nicht hören WOLLTEN, weil sie entweder nicht in deren Weltbild oder – noch öfter – nicht zu deren Selbstbild oder deren Selbstverständnis passten. Dann prallt jede Kommunikation einfach ab wie Regen an einem Regenmantel. Selbst wenn man dann nachsetzt, bleibt man oft ungehört. Das ist eine unbewusste „Schutzreaktion“ gegen Tatsachen, mit denen sich der Betreffende nicht auseinandersetzen will, weil das unbequem oder unschmeichelhaft wäre. Das kann in Beziehungen zu unlösbaren Konflikten führen und hat natürlich rein gar nichts mit Präsenz zu tun.

Vor mir selbst kenne ich das in einer etwas anderen Form: Ich habe früher dazu geneigt, Menschen positiver wahrzunehmen, als sie es tatsächlich sind, und deren negative Eigenschaft „ausgeblendet“ oder nicht wahrnehmen können. Ich nenne das mein „Rosa-Brille-Syndrom“. Das klingt zwar auf den ersten Blick positiv, ist es aber nicht, weil ich damit den Menschen nicht gerecht geworden bin und damit für mich selbst unnötige Enttäuschung im wortwörtlichen Sinne von „Ent-Täuschung“ produziert habe. Vergleichbar kann ich bei anderen Menschen manchmal „graue Brillen“ erkennen, mit denen Menschen negativer wahrgenommen werden, als sie es tatsächlich sind. Der Effekt ist in allen Konstellationen der gleiche: Wahrheit und Realität werden ausgeblendet und die Präsenz im Moment damit um unter Umständen ganz wesentliche Aspekte reduziert.

Als zweites ist da der Mechanismus der Projektion, über den ich bereits den gesonderten Artikel Nr. 57 geschrieben habe: Die eigenen Fehler und Schwächen werden nicht bei einem selbst wahrgenommen, sondern auf andere projiziert. In der krassen Form hat der Mensch, der als Projektionsfläche dient, diese Fehler und Schwächen gar nicht, sodass reine Illusion hervorgebracht wird, die die Realität verschleiert. In der weniger krassen Form liegen diese Fehler und Schwächen bei dem Menschen, auf den projiziert wird, tatsächlich auch vor. Aber dadurch, dass der Wahrnehmende eben die gleichen oder „verwandte“ Fehler und Schwächen hat (was durch die Bank immer der Fall ist, wenn man ganz genau hinsieht), die er selbst ausblendet, wird die Wahrheit einseitig zu Lasten des Gegenübers verzerrt. Das ist schlicht unfair! Und hat natürlich rein gar nichts mit Präsenz im Augenblick zu tun, weil man durch seine inneren Fehlwahrnehmungsprogrammierungen davon abgelenkt ist, was tatsächlich Sache ist.

Und – last but not least – ist das der Mechanismus der Übertragung, der übrigens auch von der weltlichen Psychologie anerkannt wird. Darüber habe ich hier bisher noch nicht explizit geschrieben, sondern das Phänomen immer nur mal am Rande angeschnitten. In der Sache geht es dabei um Folgendes: In der Kindheit werden wir durch unsere Bezugspersonen – also insbesondere durch unsere Eltern – so sehr geprägt, dass sie Teil unserer Persönlichkeitsstruktur werden. Man nennt das auch die Internalisierung von Bezugspersonen. Mit diesen verinnerlichten Bildern von den Eltern gehen wir dann später in die Welt und agieren mehr oder weniger unter der Prämisse, dass alle Frauen wie die eigene Mutter und alle Männer wie der eigene Vater funktionieren. Das heißt: Auf jede Frau reagieren wir so, wie wir einst auf unsere Mutter reagiert haben, und auf jeden Mann reagieren wir so, wie wir einst auf unseren Vater reagiert haben. Und da kann allerlei schräges Zeug dranhängen: Zum Beispiel die Erwartungshaltung, bedingungslos, einseitig und exklusiv geliebt zu werden, oder die Annahme, sowieso abgelehnt zu werden, oder oder oder. Auch der ganze Gefühlscocktail aus Liebe, Angst, Wut und Hass, der in unterschiedlichen Ausgestaltungen und Zusammensetzungen in jedem Kind durch die Eltern aktiviert wird, hängt daran. Wer sich von diesen Übertragungen noch nicht vollständig befreit hat, kann unmöglich im Moment präsent sein, sondern funktioniert immer noch auf der Basis dessen, was das Bewusstsein Jahrzehnte zuvor erlebt hat.

Stille oder Lebendigkeit?

Yolande Duran-Serrano beschreibt die Stille, wie sich diese in ihr selbst anfühlt, konkreter als Eckhart Tolle: Sie beschreibt „ein Ding“, das sich zwischen ihr stilles Inneres und die irdische Realität geschoben hat und das verhindert, dass der „Lärm von draußen“ zu ihr durchdringt. Auch ihre Gedanken und Gefühle nimmt sie lediglich als „Randerscheinungen“ ihres Bewusstseins wahr, sodass ihre innere Stille davon nicht beeinträchtigt wird. Die Stille selbst kann sich bei ihr auch als innere Lebendigkeit zeigen, indem ihr Bewusstsein ihr, wenn sie mit sich allein ist, immer irgendwie geartete „angenehme Unterhaltung“ wie etwa die Erkundung des Bewusstseins auf einer tieferen inneren Ebene oder aber außerkörperliche Erfahrungen bietet. Ihr sei allein nie langweilig, sagt sie. Pathwork beschreibt eine ähnliche innere Fülle eines erleuchteten = selbstverwirklichten Bewusstseins, weist aber darauf hin, dass sich diese innere Fülle individuell ganz unterschiedlich anfühlen kann.

Was Duran-Serrano beschreibt, kann ich in Ansätzen in mir selbst nachvollziehen: Ich habe manchmal eine innere Distanz zu Menschen und Ereignissen, die zur Folge hat, dass mich das äußere Geschehen innerlich seltsam wenig berührt. Das heißt aber keineswegs, dass ich ohne Anteilnahme oder gleichgültig bin. Denn ich nehme die Realität und die damit verbundenen Gefühle bei allen Beteiligten trotzdem noch wahr. Alles fühlt sich nur irgendwie eher wie ein Film an, der da abläuft und der irgendwie nichts mit mir selbst oder den anderen Beteiligten zu tun hat. Ich glaube, dass das die Loslösung der Identifikation mit dem Ego ist, von der die Anhänger der Neo-Advaita so gern reden.

Dieser Zustand hat aber rein gar nichts mit der Dissoziation zu tun, mit der sich manche Menschen den eigenen Schmerz und das Leid der Welt vom Leibe halten so nach dem Motto: „Mir kann keiner was!“. Mit dem Zustand der Dissoziation schneidet man sich selbst vom Leben und von anderen Menschen ab, er ist Trennung pur und löst – wenn auch vielleicht nur unterbewusst – das Gefühl von Einsamkeit aus. Auflösen kann man ihn nur, wenn man seinen eigenen Schmerz durchfühlt hat und schon sehr trainiert ist darin, Mitgefühl mit anderen Menschen zu spüren. Das ist eine Entwicklungsphase, die vordergründig und im Moment „weh“ tut, auch wenn man hinterher versteht, dass der Schmerz eine Illusion war. Gerade Menschen, die emotional noch dissoziiert sind, wähnen sich allerdings gern in dem Zustand, dass sie sich schon von ihrem Ego losgesagt hätten. Weit gefehlt! Die hängen noch knackefest mittendrin, weil sie keine emotionale Verbindung zu anderen Menschen herstellen können. Wenn man ein bisschen sensibel ist, merkt man das von außen auch. Ich finde es extrem schwierig, mit solchen Menschen umzugehen, weil sie sich selbst für „fast erleuchtet“ halten, tatsächlich aber noch ganz am Anfang ihrer spirituellen Entwicklung stehen und noch nicht einmal die „emotionalen Fingerübungen“ beherrschen.

Auch von der inneren Fülle, die Yolande Duran-Serrano beschreibt, habe ich so eine Ahnung. Wenn ich zum Beispiel staubsauge, was ich früher bis aufs Messer gehasst habe, und dabei auf einmal scheinbar aus dem Blauen heraus einen inneren Glückseligkeitsanfall bekomme, denke ich: „Ooops! Was ist denn hier los?“ Weshalb ich das hier aufschreibe: Es ist wirklich so, dass man völlig losgelöst von den äußeren Umständen glückselig sein kann. Ich habe mir das früher nicht vorstellen können. Es ist aber ausgesprochen wichtig, dass man weiß, dass das tatsächlich funktioniert. Denn die meisten Menschen sind darauf konditioniert, dass Freude und Erfüllung von außen kommen müssen. Nur funktioniert das nicht, weil man dann davon abhängig ist, dass andere Menschen das tun und lassen, was einem selbst Freude und Erfüllung beschert. Weil aber fast alle Menschen Freude und Erfüllung von außen suchen, gibt es kaum einen Menschen, der bereit und in der Lage ist, sich ausschließlich darum zu kümmern, dass ein anderer Mensch Freude und Erfüllung erfährt. Und so laufen mehr oder weniger alle Menschen innerlich unerfüllt durch die Gegend in der blinden und schier unerfüllbaren Hoffnung, doch irgendwann diejenige Person zu finden, die endlich Erfüllung von Außen liefert. Manche Menschen – dazu habe ich früher auch gehört – sind von ihren Eltern darauf gedrillt worden, die Erwartungen der Eltern zu erfüllen, weshalb sie sich abmühen, die Forderungen anderer nach Erfüllung von außen zu befriedigen. Wer unbewusst mit diesem „komplementären“ Programm unterwegs ist, wird immer wieder an Menschen geraten, die nur nehmen wollen, weil man das ja von den eigenen Eltern gewohnt ist. Mit anderen Worten: Auch mit diesem komplementären Muster funktioniert die „Erfüllung von außen“ nicht.

Vielleicht assoziierst Du an dieser Stelle die Rolle einer Mutter, die die Funktion der „Erfüllung von außen“ für ihr Baby hat oder haben sollte. Genau das ist der Knackpunkt: Wer erwachsen ist, muss in sich selbst Freude und Erfüllung generieren können und darf insofern nicht mehr von einer „Mutter“ abhängig sein oder bleiben. Oftmals geht es in diesem Zusammenhang tatsächlich sogar um die „Erlaubnis“, Freude fühlen zu dürfen, weil – so pervers das klingt – viele Menschen von ihren Eltern übernommen haben, dass Freude „schlecht“ ist und unterdrückt werden muss.

Wie man diese Unabhängigkeit der inneren Fülle erlangt? Indem man sich die eigenen inneren Konzepte dazu anguckt, diese korrigiert und ganz viel Gefühlsarbeit macht. Das passiert nicht von heute auf morgen, aber ich bin sehr dankbar dafür, dass ich dank Pathwork überhaupt einen Weg gefunden habe, der mir diese Möglichkeit gibt!

Aber wie gesagt: Diese Glückseligkeitsanwandlungen beim Staubsaugen sind bei mir noch kein Dauerzustand. Es passiert auch immer noch häufig genug, dass ich beim Staubsaugen denke: „Augen zu und durch. Mach’ hinne, damit Du fertig wirst, dann hast Du es hinter Dir.“ Wenn ich dann sehr präsent bin, denke ich manchmal bei mir: „Du könntest das jetzt genauso gut auch genießen und Dich daran erfreuen! Du weißt, dass das möglich ist.“ Manchmal kann ich mich mit diesem Gedanken selbst überlisten, aber manchmal klappt es eben auch nicht. Aber dann muss ich meistens über mich selber lachen, weil ich weiß, dass da ein inneres Kind in mir schmollt, das einfach nicht staubsaugen will und das deshalb auch gar keine Freude daran haben will. Und manchmal ist es genau dieses Kind in mir, das sich partout weigert, überhaupt zu staubsaugen. Das sollte man Kindern ja eigentlich nicht durchgehen lassen, aber ich bin eben auch nicht immer perfekt. Diese bewusst geführten inneren Selbstgespräche stellen zwar gewiss keine „erleuchtete Fülle“ dar, aber sie sind für mich in jedem Fall meistens amüsanter als der oberflächliche Smalltalk, der in unserer Gesellschaft so üblich und so weit verbreitet ist. Außerdem ziehe ich damit nach und nach mein inneres Kind groß, das sich dann irgendwann einmal nicht mehr querstellen wird, wenn freudiges Staubsaugen ansteht.

Achtung vor „falschen“ Gurus!

Wenn mir heute Menschen mit „besonderen Gaben“ oder in angeblich „besonderen Seinszuständen“ kommen, bin ich mittlerweile sehr, sehr vorsichtig, darin etwas spirituell „Hochstehendes“ zu sehen. Denn meine Erfahrung ist: Die meisten Menschen nehmen sich selbst viel zu wichtig! Dahinter steckt das menschliche und deshalb durchaus verständliche Bedürfnis, etwas Besonderes zu sein, der Haken ist nur: Jeder Mensch ist etwas Besonderes. Die „falschen“ Gurus kannst Du also sehr leicht daran erkennen, dass sie sich im ganz normalen Gespräch über Dich erheben wollen und versuchen, Dich „klein zu machen“: Sie spielen sich ungebeten und ungefragt zum „Lehrer“ auf, dozieren darüber, wie man sich zu verhalten hat, nehmen einen nicht ernst mit dem, was man sagt, und kreisen meist ausschließlich um sich selbst und die eigenen Bedürfnisse. Dazu muss man wissen: Die Grenze zwischen spirituellen Zuständen und pathologischen Seelenzuständen sind fließend. Während ich mich früher leicht davon habe beeindrucken lassen, wenn Menschen sich selbst eine besondere spirituelle Kompetenz oder Qualität zugesprochen habe, bin ich heute ganz einfach aufgestellt: Wer im normalen privaten Gespräch keinen Wert auf gegenseitigen Respekt und gegenseitiges Interesse legt, sondern sich selbst in den Vordergrund drängelt, dem höre ich nicht mehr zu. Denn das ist für mich in jedem Fall ein „falscher“ Guru. Etwas anderes gilt natürlich dann, wenn ich bei jemandem echte Kompetenz vermute und ihn oder sie um Hilfe bitte. Nur sind das eben keine Menschen, die Kompetenz vorgaukeln, ohne sie nach meiner Einschätzung wirklich zu haben.

Konstruktives und destruktives Denken

Wer keine Spontanerleuchtung erfahren hat, wird sich damit abfinden müssen, dass der eigene Verstand pausenlos rattert. Durch „Nichtdenken“-Meditation kann man nach und nach kleine Zeitfenster in sich etablieren, in denen das Denken tatsächlich anhält. Das sind am Anfang Sekunden und später dann Minuten.

Was, denke ich, auch deutlich geworden ist, dass ein hohes Maß an Konzentration auf eine bestimmte Sache oder ein bestimmtes Thema auch in gewisser Weise für „Stille“ sorgt, weil die Verstandstätigkeit dann wenigstens geordnet abläuft. In der Tat glaube ich, das manches „Arbeitstier“, bei dem andere „Karrierewahn“ oder „Geldgier“ vermuten, nur deshalb so viel Zeit in sein Berufsleben investiert, weil einen das davon abhält, sich Gedanken über sich selbst und das eigene Leben machen und sich insbesondere mit „schwierigen“ Gefühlen auseinandersetzen zu müssen. Die Gefahr besteht darin, dass das echte Leben ungelebt bleibt. Wer Glück hat, wird wie ich durch eine Krise – bei mir war es der Jobverlust, es hätte aber auch eine Scheidung, eine schwere Krankheit oder sonst ein einschneidendes Erlebnis sein können – aus dem Tritt gebracht und gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Jeder, der ohne Krise die Kurve kriegt, kann sich aus meiner Sicht glücklich preisen.

Außer wahnhaftem Arbeiten gibt es bei der Verstandstätigkeit aber auch noch weitere Klippen, die ich hier nur kurz der Vollständigkeit halber anreißen will.

Problem: Mangel an Konzentrationsfähigkeit

Ich selbst habe mit meiner Konzentrationsfähigkeit nie Probleme gehabt, aber ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die sich damit schwer tun. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Ursachen, die man individuell beheben muss. Für mich ist nur ganz klar: Wer den Weg in die Bewusstheit gehen will, muss die Funktionsfähigkeit seines Verstandes auf ein individuelles Optimum bringen. Denn der Verstand ist der Manager für alle spirituellen Veränderungsprozesse: Er ist entscheidungsverantwortlich, für das Wissensmanagement zuständig und managt die Durchführung der Prozesse. Gefühle ohne Verstand sind wie brabbelnde, sabbernde Kleinkinder, die zwar süß sind, aber unbeaufsichtigt alles kaputtmachen. Gefühle müssen „erzogen“ werden und dadurch reifen, und eben diese Erziehungsarbeit kann nur der Verstand leisten. Je klarer der Verstand arbeitet, desto effektiver ist die Umerziehung der Gefühle.

Problem: Hintergrunddenken

Da ich sehr klar im Denken bin, merke ich sehr bewusst, dass ich manchmal auf „zwei Ebenen“ denke. Ich bin mit der einen Sache beschäftigt und denke im Hintergrund über etwas anderes nach. Das ist destruktiv, weil es das Denken spaltet, und Spaltung bedeutet immer Unfrieden. Manchmal kann man die Situation lösen, indem man sich zwingt, die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema oder Aufgabe zu fokussieren, aber manchmal funktioniert das auch nicht. Das liegt daran, dass im „Hintergrunddenken“ oft das verarbeitet wird, was einen wirklich beschäftigt. Dann ist es die beste Lösung, das Hintergrunddenken in den Vordergrund zu holen und bewusst damit zu arbeiten.

Dieses Hintergrunddenken gibt es bei den allermeisten Menschen, nur sind sich viele dieser Tatsache nicht bewusst. Deshalb achte mal bei Dir selbst darauf, wie Du selbst tickst. Denn – wie immer – kannst Du das Problem mit dem Hintergrunddenken nur lösen, wenn Du Dir dessen bewusst bist.

Problem: Das tagtägliche Bla, bla, bla des Verstandes

Unser Verstand hat eine Eigenschaft, die mich ganz besonders nervt: Er repetiert oft nur, was er zuvor aufgenommen oder produziert hat. Ich ertappe mich zum Beispiel manchmal dabei, wie mein Verstand immer wieder den Wortlaut von Emails wiederholt, die ich kurz davor geschrieben habe. Manchmal ist das wirklich nur Bla, bla, bla, das man wegschieben kann, indem man sich bewusst auf etwas anderes konzentriert. Manchmal reicht es auch, sich einfach nur bewusst zu machen, dass das gerade Bla, bla, bla ist, und ein neuer Gedanke, der vorher mit dem Bla, bla, bla unterdrückt worden ist, kommt automatisch auf. Manchmal ist das aber auch ein Indiz dafür, dass man mit einem bestimmten Thema eben doch noch nicht ganz abgeschlossen hat. Dann kann man seine Gedankenkraft gezielt darauf verwenden, noch mal in das Thema reinzugehen.

Problem: Tagträume

Tagträume sind eine beliebte Ausflucht aus dem tristen Alltag, aber leider total kontraproduktiv! Tagträume haben insbesondere rein gar nichts mit Visualisierung zu tun, die man in der Meditation dazu nutzen kann, um sich die eigene Zukunft zu erschaffen. Denn bei Tagträumen geht es darum, sich bestimmte Situationen oder Ereignisse so zurechtzudenken, dass sie den eigenen Wünschen und Bedürfnissen entsprechen, was eine Manipulation der Realität darstellt und nur zu Weltfremdheit und einem Schneckhaus-Dasein führt. Bei der Visualisierung hingegen geht es um die Benennung konkreter Ziele, die man für sich selbst erreichen will und der entsprechenden emotionalen Einstimmung darauf.

Mit Tagträumen kann man konstruktiv umgehen, indem man sie sich ganz bewusst daraufhin ansieht, welche persönlichen Ziele daraus abgeleitet werden können, um sich dann an deren Umsetzung zu machen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Ein weit verbreiteter Tagtraum ist, sich vorzustellen, wie man eine glänzende Karriere macht, Gott und die Welt damit beeindruckt und wie einen alle anderen dann bewundern werden. Diese Träumerei ist Zeitverschwendung, weil die Bewunderung anderer Menschen zum einen etwas ist, worauf man selbst keinen Einfluss hat, und einem zum anderen insbesondere nie das Gefühl der Erfüllung vermitteln kann. Erfüllt sein kann man nur von etwas, das man intrinsisch motiviert erreicht hat; die Anerkennung anderer Menschen kann höchstens schmückendes Beiwerk sein. Das persönliche Ziel, das hinter so einem Tagtraum stecken kann, kann zum Beispiel entweder der Wunsch nach Liebe sein, der mit dem Wunsch nach Anerkennung verwechselt wird; weil man die Anerkennung anderer Menschen nicht selbst bewirken kann, sollte man diesen Wunsch zurückstellen. Oder aber es kann der Wunsch nach einer erfüllenden Berufstätigkeit dahinterstecken, der durch intrinsisch motivierte berufliche Erfolge erfüllt werden kann, die dann ihrerseits indirekt vielleicht auch den Wunsch nach Anerkennung befriedigen können. Vielleicht gibt der Tagtraum aber auch beide Wünsche preis, weil vielleicht in beiden Bereichen Defizite bestehen. Diese beiden Ziele kann man nur dann erreichen, wenn man das Tagträumen einstellt und stattdessen an sich selbst arbeitet, um im eigenen Bewusstsein die für die Erreichung dieser Ziele notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Parallel dazu kann mit Visualisierung auch schon der kreative Prozess angestoßen werden, aber diese Visualisierung funktioniert eben komplett anders als der ursprüngliche Tagtraum.

Fazit

Was ich mit diesem Artikel insbesondere habe deutlich machen wollen, ist, dass auch wer nicht spontan erleuchtet wird, gute Chancen hat, innere Stille nebst der damit einhergehenden Präsenz im Moment und der inneren Erfüllung zu erleben, wenn er bereit ist, dafür zu arbeiten. Für mich sind Menschen wie Eckhart Tolle und Yolande Duran-Serrano Leuchtfeuer, die uns Gott geschickt hat, damit wir wissen, in welche Richtung es geht. Ich bin also zutiefst dankbar dafür, dass es diese beiden Menschen mit ihren besonderen Erfahrungen gibt und dass sie diese öffentlich teilen. Nur ist für mich sonnenklar: Otto Normalverbraucher wie ich müssen den Weg selber gehen. Allein diesen beiden Leuchtfeuern zu lauschen, wird einen dauerhaft keinen Millimeter weiterbringen. Was die beiden allerdings vermutlich mit ihrer Präsenz leisten können (was ich aber nicht persönlich beurteilen kann, weil ich keinen der beiden je persönlich erlebt habe), ist, dass sie das Bewusstsein von Otto Normalverbraucher vorübergehend anheben und so einen Vorgeschmack dafür vermitteln, wie es sich anfühlt, ein erleuchtetes oder zumindest erhöhtes Bewusstsein zu haben. Denn das ist eine ganz wesentliche Eigenschaft herausragender spiritueller Lehrer: Dass ihre Präsenz so stark ist, dass sie das Bewusstsein anderer Menschen vorübergehend ein paar Stufen „hochziehen“ können. Diese Erfahrung kann dann der „Appetizer“ dafür sein, den Weg in die Bewusstheit zu gehen. Wer die Beiden also mal Life und in Farbe erleben will, den will ich ausdrücklich ermuntern!

 

Na, Lust auf den Weg ins Licht?

 

 

 

 

 

Bildrechte: www.piqs.de „Der kleine Philosoph am Werk“

KatrinNr. 70: Kannst Du schon die berühmt-berüchtigte „Stille“ in Dir spüren?