Nr. 79: Weißt Du, wie das mit der von Vielen so ersehnten „Erfüllung“ funktioniert?

Tja, das ist ein großes Thema, das ich hier aufgetischt habe, nicht wahr? Denn wer wünscht sich nicht Erfüllung? Erfüllung der eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse??? Oberflächlich betrachtet erscheint das ein ganz einfaches Thema zu sein. Die meisten Menschen denken: Wenn ich nur den richtigen Job, den richtigen Mann, die richtige Frau, das richtige Auto, das richtige Haus oder was auch immer bekomme, dann werde ich erfüllt und glücklich sein. Aber so funktioniert das nicht.

Wer auch nur ein bisschen in der Realität angekommen ist, der oder die weiß (vielleicht auch nur irgendwie ganz diffus), dass das anders funktioniert. Ein Bekannter von mir hat das mal vor vielen Jahren so ausgedrückt: „Eigentlich habe ich alles, was es zum Glücklichsein braucht: Ich bin mit einer tollen Frau verheiratet, wir haben einen hinreißenden Sohn, mein Job macht mir meistens Spaß, wir haben keine größeren Probleme, aber trotzdem bin ich immer irgendwie unzufrieden.“ Das ist das beste Beispiel dafür, dass jemand, der im Außen an sich „erfüllt“ ist, sich im Inneren „unerfüllt“ fühlen kann. Es zeigt: Erfüllung ist etwas, das einen bestimmten inneren Zustand beschreibt, und dieses Etwas hat nur wenig mit den äußeren Umständen zu tun. Im Gegenteil:

Der innere Zustand erzeugt die Umstände im Außen!

Nun magst Du denken: „Aber wieso? Das Beispiel von Deinem Bekannten zeigt doch, dass auch jemand der unzufrieden ist, positive Umstände im Außen erschaffen kann!“ Um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen, muss man wissen, wie menschliche Entwicklung funktioniert: In der ersten Lebenshälfte ist die treibende Kraft im Leben eines Menschen immer das Ego, also das bewusste Wollen, Fühlen und Denken des Menschen. Im Laufe des Lebens drängen dann aber immer mehr das unbewusste Wollen, Fühlen und Denken eines Menschen an die Oberfläche, sodass irgendwann in der Lebensmitte diese unbewussten Kräfte die Führung bei der Erschaffung des eigenen Lebens übernehmen. In dieser Situation können – grob unterteilt – drei mögliche Konstellationen auftreten:

  • Das Leben, das sich ein Mensch mit seinem Ego in der ersten Lebenshälfte aufgebaut hat, ist im Großen und Ganzen kompatibel mit den aus dem Unbewussten drängenden Kräften. Dann bedarf es nur kleinerer Korrekturen im Inneren und vielleicht auch im Außen, um in der zweiten Lebenshälfte ein erfülltes Leben führen zu können.
  • Das in der ersten Lebenshälfte mit dem Ego erschaffene Leben entspricht in keinster Weise den unbewussten Wünschen und Gefühlen, die in der Lebensmitte aus einem herausdrängen. Dann entpuppt sich das Leben im Außen als sinnentleerte Hülle, die komplett abgelegt werden muss, will man in der zweiten Lebenshälfte ein erfülltes Leben führen. Das kann aber nur gelingen, wenn man auch sein komplettes Innenleben neu organisiert, weil jede Erfüllung im Außen nur durch innere Erfüllung erzeugt werden kann.
  • Die dritte Konstellation ist eine Mischung der beiden vorgenannten Konstellationen: Einige Teilbereiche des Lebens entsprechen im Wesentlichen den unbewussten Kräften, einige andere stellen sich als unpassend heraus.

In allen drei Konstellationen kann sich (vorübergehend) ein innerer Zustand einstellen, der landläufig als „Mid Life Crisis“ bezeichnet wird und der durch Gefühle der Unzufriedenheit, Unsicherheit, vielleicht auch Hilflosigkeit und nicht selten des Schmerzes und des Zorns gekennzeichnet ist. Wie man mit dieser Situation umgeht, entscheidet darüber, ob man in der zweiten Lebenshälfte ein Leben führen kann, das einen auch innerlich erfüllt: Geht man mit dieser Situation nicht konstruktiv um, wird man unweigerlich auch alles „Gute“, was man im äußeren Leben hatte, über kurz oder lang zerstören. Schlimmstenfalls kann das zu schwerer Krankheit und zu einem frühzeitigen Tod führen. Hingegen führt ein konstruktiver Umgang mit dieser Situation dazu, dass Innen und Außen für ein erfüllendes Leben kompatibel gemacht werden. Je größer die Lücke ist, die zwischen den mit dem Ego erschaffenen Leben einerseits und den unbewussten inneren Kräften andererseits klafft, desto länger und schmerzhafter ist der Prozess natürlich.

Wie sich der Zustand innerer Erfüllung anfühlt

Der Zustand innerer Erfüllung wird in der spirituellen Literatur oft bezeichnet als „kosmisches Bewusstsein“, Satori oder auch Erleuchtung. Das klingt, als ob das ein für Otto-Normalverbraucher unerreichbarer Zustand ist. Dank Pathwork weiß ich, dass das nicht der Fall ist, und mit Hilfe von Pathwork habe ich es geschafft, in mir einen Zustand herzustellen, in dem ich zumindest zeitweise das erlebe, was ich als innere Erfüllung empfinde. Das ist nicht bloß Freude oder Zufriedenheit oder Sicherheit, was ich dann fühle, sondern eine tiefe innere Gewissheit, dass alles Leben – auch mein eigenes Leben – intrinsisch miteinander verbunden ist und alles im Universum auf Heilung hinarbeitet. Ich stehe dann voller Ehrfurcht davor, wie perfekt das Design ist, nach dem sich Leben entfaltet – das Leben allgemein, mein eigenes Leben und das Leben meiner Mitmenschen; ich denke dann: „Gott ist so unendlich groß, so groß, wie ich mir das nie habe vorstellen können!“. Deshalb habe ich in solchen Momenten auch keine Angst, weil ich weiß, dass mir nichts „Schlimmes“ oder „Ungerechtes“ widerfahren kann. Denn durch die Bank alles, was ich erlebe, ist nur eine Hilfestellung dafür, noch mehr innere Erfüllung in mir zu ermöglichen. Warum ich mir insofern so sicher bin? Einfach weil das in der Vergangenheit immer so gewesen ist. Gleichzeitig bin ich durchflutet von Liebe für alles und für ohne Ausnahme jeden Menschen.

Was für mich dann allerdings auch oft ganz plastisch erkennbar ist: Es sind die Menschen, die sich selbst und Anderen das Leben zur Hölle machen. Das erfüllt mich manchmal mit tiefer Traurigkeit. Dann hilft es mir auch nicht zu wissen, dass und wie das Leben darauf hinarbeitet, alle Menschen irgendwann zur Einsicht zu bringen. Denn ich habe verstanden, dass die meisten Menschen nur durch großes Leid zum Umdenken motiviert werden können – Leid, das aus meiner Sicht überflüssig wäre, wenn die Menschen bereit wären, freiwillig umzudenken.

Wie Du den Zustand innerer Erfüllung in Dir herstellen kannst

In der spirituellen Literatur wird viel darüber geschrieben, dass man „in sich gehen“ und „in sich Stille herstellen“ soll. Wenn ich so was früher gelesen habe, habe ich immer bei mir gedacht: „Ja, das klingt ja ganz wundervoll, nur wie soll ich das anstellen?“ Mir waren die Beschreibungen immer viel zu schwammig und viel zu wenig konkret. Erst in den Vorlesungen von Pathwork, die ich vor einigen Jahren „zufällig“ entdeckt habe, habe ich Antworten auf wirklich alle meine Fragen gefunden. Interessanterweise konnte ich auch alles, was ich vorher gelernt und für richtig befunden hatte, mühelos integrieren. Tatsächlich erscheint es mir so, als ob mein ganzes Leben auf Pathwork hingearbeitet hätte. Wenn Du „Pathwork“ im Internet googelst, wirst Du die Vorlesungen ganz leicht finden.

Die Lehren von Pathwork, die insgesamt 258 in sich komplexe und aufeinander aufbauende Lektionen umfassen, lassen sich hier natürlich nicht in einem Absatz zusammenfassen, aber ich will hier wenigstens die wichtigsten Stichworte aufführen, damit sichtbar wird, warum sie eben nicht schwammig oder unkonkret sind.

Wer innere Erfüllung anstrebt, muss in sich – pauschal zusammengefasst – das eigene destruktive Verhalten, Denken und Fühlen transformieren. Dabei muss man sich insbesondere mit folgenden Themen auseinandersetzen:

  • Man muss die volle Verantwortung für das eigene Leben, für das eigene Verhalten, Denken und Fühlen übernehmen, anstatt Andere dafür verantwortlich machen zu wollen.
  • Das Ausagieren destruktiven Denkens und Fühlens muss unterbunden werden.
  • Destruktive mentale Konzepte müssen durch konstruktive mentale Konzepte ersetzt werden.
  • Die eigenen Fehler und Schwächen müssen identifiziert und als Potential für Talente und Stärken erkannt werden.
  • Spirituelle Wahrheit muss aufgenommen werden, weil dies der erste Schritt dazu ist, wie sie erfahrbar und dadurch irgendwann innere Gewissheit werden kann.
  • Man muss die spirituellen Gesetze wie insbesondere das Gesetz von Ursache und Wirkung kennen und konsequent anwenden lernen.
  • Schmerz und destruktive Gefühle müssen transformiert werden, indem sie durchfühlt und abreagiert werden in einem Kontext, in dem kein Schaden angerichtet werden kann.
  • Die eigenen inneren Konflikte müssen identifiziert und aufgelöst werden. Spiritueller ausgedrückt ist das nichts anderes als die Überwindung der Dualität.
  • Der Ego-Wille muss an die Zügel genommen werden, damit sich immer mehr der innere Wille zeigen und mit Hilfe des Ego-Willens umgesetzt werden kann.

Wer auch nur ein bisschen Erfahrung mit spiritueller Entwicklung hat, spürt sofort, dass alle diese Themen ineinandergreifen und nicht getrennt von einander „durchgearbeitet“ werden können. Was ich mit dieser Auflistung zeigen will, ist lediglich, dass es durchaus sehr konkrete Ansatzpunkte dafür gibt, wie man sich innere Erfüllung erarbeiten kann. Allerdings bedeutet das für Otto Normalverbraucher wie mich:

Um echte Erfüllung zu erlangen, ist Arbeit erforderlich!

Und zwar – so unbequem das auch klingen mag – eine ganze Menge Arbeit!!! Im Leben gibt es nämlich nichts umsonst! Dabei hat mir persönlich diese „Arbeit“ von der ersten Minute an unglaublich viel Spaß gemacht: Ich hatte von Anfang an irgendwie dieses innere Gefühl von Gewissheit, dass ich damit alle meine Probleme lösen kann. Es haben sich bei mir auch relativ schnell erste spürbare Erfolge eingestellt, was mich dann noch zusätzlich motiviert hat. Dass diese Arbeit von vielen Menschen zunächst als unangenehm empfunden wird, erkenne ich nur an meinen Kunden, von denen nicht wenige schon nach der ersten Sitzung den Kopf in den Sand stecken und aus unterschiedlichen Gründen nie wieder kommen. Diese unterschiedlichen Gründe lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Da ist eine gewisse Sturheit am Werke, dass es doch einen einfacheren oder leichteren Weg geben muss. Das sind genau diejenigen Menschen, die noch mehr Leid erfahren müssen, bevor sie sich zum Umdenken aufraffen können. Woher ich das weiß? Weil ich mir mein eigenes Lebensschlamassel nur so erklären kann, dass ich selbst über viele, viele Inkarnationen hinweg ein ganz zentrales Thema in meiner spirituellen Entwicklung gemieden und vor mir hergeschoben habe. In meinem Leben finde ich viele konkrete Anhaltspunkte dafür, und in meinen Träumen habe ich ergänzende Hinweise bekommen. Mir ist vollkommen klar, dass ich allein damit, hier meine eigenen Erfahrungen offenzulegen, niemanden überzeugen werde. Es ist allerdings auch gar nicht mein Ziel, hier irgendjemanden überzeugen zu wollen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Lernprozesse anders funktionieren. Mir geht es um etwas anderes: Wenn diese Worte aber auch nur einen Hauch Resonanz in Dir erzeugen, werden sie Dich zum Nachdenken animieren. Deshalb meine abschließende Frage an Dich:

Kannst Du Dir vorstellen, dass Du Erfüllung nur in Dir selbst und nie im Außen finden kannst? Oder willst Du für den Rest Deines Lebens eine „leere Flasche“ wie im Bild zu diesem Artikel bleiben, die auf Erfüllung von Außen wartet? J

 

 

Bildrechte: www.piqs.de „Leere Flaschen“

KatrinNr. 79: Weißt Du, wie das mit der von Vielen so ersehnten „Erfüllung“ funktioniert?