Nr. 9: Wissen Sie, was gegen Weltschmerz hilft?

Weltschmerz ist dieses diffuse Gefühl von Sinnlosigkeit, Leere und Traurigkeit, in das sich nicht selten auch Wut einschleicht, Wut darüber, in diese scheinbar sinnlose und chaotische Welt hineingesetzt worden zu sein. Weltschmerz raubt einem den Elan, die Freude und die Zuversicht. Dagegen gibt es ein einziges wirksames Mittel: Liebe! Denn Ursache des Weltschmerzes ist die bewusste oder unbewusste Sehnsucht nach Gott, dem wahren Zuhause unseres spirituellen Selbst, und Gott ist reine Liebe. Das klingt so einfach, ist aber ein bisschen vertrackt, weil es über nichts in der Welt so viele Irrtümer gibt wie über die Liebe.

Liebe hat viele Facetten und ist unerschöpflich!

Dass es Liebe in unterschiedlichen Qualitäten gibt, wissen Sie aus eigener Erfahrung: Sie lieben Ihren Lebenspartner auf eine andere Art und Weise als Ihre Kinder, Eltern und Geschwister. Liebevolle Gefühle für enge Freunde sind wiederum ganz anders geartet und können ganz unterschiedlich aussehen. Auch die Intensität kann variieren. Weniger Beachtung findet die Tatsache, dass man tatsächlich jedem Menschen Liebe entgegenbringen kann in Form der „kleinen Schwestern“ der Liebe, und das sind Wertschätzung, Respekt, Freundlichkeit und Mitgefühl. Wer diese kleinen Schwestern nicht in sich finden und leben kann, ist in gleichem Maße unfähig zur Liebe. Oder anders ausgedrückt: Der Weg zu mehr Liebe führt über Wertschätzung, Respekt, Freundlichkeit und Mitgefühl für jedermann. Genau deshalb ist Liebe unerschöpflich! Die Liebe für einen Menschen wird nicht „weniger“, wenn Sie viele Menschen in diesem Sinne lieben. Im Gegenteil: Je mehr Menschen Sie Liebe entgegenbringen, desto größer und reiner wird die Liebe in Ihnen! Davon ausgenommen ist die erotische Liebe zwischen Mann und Frau, für die eigene Gesetze gelten.

Liebe ist die stärkste Macht der Welt!

Ich erinnere mich gut daran, wie ich in den ersten spirituellen Workshops, an denen ich teilnahm, unangenehm und irgendwie peinlich berührt war, dass und wie oft über Liebe gesprochen wurde. Ich hatte Glaubenssätze abgespeichert in die Richtung von: „Über Liebe spricht man nicht in der Öffentlichkeit.“ und „Liebe macht schwach und bedürftig.“ Und „Liebe gibt nur im engsten Familienkreis.“ Heute lächele ich über mich selbst. Denn ich weiß: Es gibt keine stärkere Macht auf der Welt als die Liebe! Not money but love makes the world turn around! Gucken Sie sich doch mal unsere angeblich so coole Welt an: Was wünschen sich Mitarbeiter von Ihren Vorgesetzten? Liebe! Was tun sie dafür? Sie arbeiten sich tot bis in den Burn-Out. Was wünschen sich Vorgesetzte von ihren Mitarbeitern? Liebe! Allerdings meinen viele Vorgesetzte, sie hätten allein Kraft ihrer überlegenen Position einen Anspruch darauf und bestrafen Mitarbeiter, die dem nicht Folge leisten, mit Abstrichen beim Bonus oder gar Rauswurf. Warum ist für manchen Vorstandsvorsitzenden das eigene Image das wichtigste Argument für jede wirtschaftliche Entscheidung? Weil er von der ganzen Welt bewundert und geliebt werden will! Warum wollen viele Menschen, insbesondere Männer, in Politik und Wirtschaft Macht ausüben? Weil sie dem Irrglauben unterliegen, dass man mit Macht Anerkennung = Liebe bekommt, dass man damit Liebe = Anpassung und Unterordnung sogar erzwingen kann. Dass gleichzeitig viele Menschen, insbesondere Frauen, vor Macht zurückschrecken, ist nur die andere Seite der Medaille: Wer will schon derart lieblos sein? Oder gucken Sie sich unsere Konsumindustrie an, die mit dem Wunsch Liebe das meiste Geld verdient: Warum ist das dicke Auto, die „richtige“ Uhr, der fette Klunker oder die Markenklamotte so wichtig? Weil man hofft, damit Anerkennung = Liebe zu bekommen.

Wer sich mit offenen, liebevollen und mitfühlenden Augen unsere Welt ansieht, stellt fest, welche herzzerreißenden Verrenkungen die meisten Menschen anstellen, um irgendwie von ihrer Umwelt ein bisschen Liebe zu erhaschen. Was sie dabei verkennen: Liebe fängt im eigenen Inneren an.

Liebe kann man nicht erzwingen!

Da Liebe eine emotionale Komponente hat und Gefühle sich nicht erzwingen lassen, kann man weder sich selbst noch andere zu lieben befehlen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Liebe ist nichts, was man „tut“, sondern etwas, das man „ist“. Taten können zwar von Liebe getragen sein. Aber nicht jede von außen gesehen scheinbar liebevolle Tat, geschieht tatsächlich aus Liebe. Das innere Motiv kann genauso gut rein egoistisch sein und zum Beispiel dem Zweck dienen, ein liebevolles Image zu pflegen oder die eigenen Schuldgefühle zu beruhigen. Das hat natürlich nichts mit Liebe zu tun, was der Empfänger zumindest unterbewusst sehr genau spüren wird. Wie also kann man lernen, mehr zu lieben? Indem man den Schatten in der eigenen Seele lichtet und dadurch automatisch zunehmend mehr und mehr Liebe verströmt. Konkret bedeutet das:

  • Man wird sich der Lieblosigkeit und Negativität im eigenen Verhalten und in der eigenen Kommunikation bewusst und verändert es.
  • Man befreit sein Denken von Irrtümern über die Liebe und richtet es auf Liebe aus.
  • Man reinigt die eigenen Gefühle von allen Emotionen, die die Liebe vertreiben, wie etwa Angst, Hass und Neid.

Zu lieben ist im ersten Schritt eine bewusste Entscheidung!

Nur wer (sich) selbst liebt, wird geliebt!

Der wohl größte Irrtum über die Liebe ist, dass Liebe bedeutet, sich selbst und die eigenen Interessen aufzugeben und Andere wichtiger zu nehmen als sich selbst. Das ist nicht nur falsch, sondern insbesondere am Anfang auch kontraproduktiv. Denn wirklich lieben kann nur, wer sich selbst liebt. Ohne Selbstliebe wird aus Liebe Aufopferung, die Seele und Körper aufzehren kann und nicht selten im Hass endet. Selbstliebe besteht in erster Linie darin, die eigene Integrität und Würde in angemessenem Rahmen zu bewahren. Dabei dürfen Integrität und Würde jedoch nicht mit Stolz verwechselt werden, der nur dem Image = dem guten Anschein dient. Auch wenn es verwirrend klingt: Je größer und sicherer die Selbstliebe ist, desto eher können Integrität und Würde im Interesse der Liebe zu anderen zurücktreten. Gleichzeitig kann nur Liebe empfangen, wer sich selbst und andere liebt. Denn nur wer weiß, was Liebe ist, kann die Liebe eines anderen als solche erkennen und empfinden. Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich: Einen Menschen, der sich selbst nicht liebt, kann man noch und noch mit Liebe überschütten. Nichts davon kommt an. Die Liebe perlt an ihm ab wie Wasser an Wachs.

Einer muss anfangen!

Wer immer darauf wartet, dass der andere einen zuerst liebt, und nur dann bereit ist zurück zu lieben, weil alles andere zu unsicher und zu gefährlich erscheint, kann unter Umständen lange warten. Denn wer so denkt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit meistens auf Menschen treffen, die genauso denken. Wie soll da Liebe entstehen? Wer von sich aus liebt, ist also mitnichten schwach oder bedürftig, sondern – im Gegenteil – sehr mutig und stark! In Anlehnung an Mahatma Gandhi, der gesagt hat: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“, glaube ich: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir für Dich selbst wünschst!“ Das vertreibt jeden Weltschmerz!

Na, bereit für mehr Liebe?

KatrinNr. 9: Wissen Sie, was gegen Weltschmerz hilft?